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Bibelgeschichten in expressiven Bildern

Lea und Louisa aus Mülheim betrachten Chagalls biblische Szenen. TV-Foto: Sybille Schönhofen
Lea und Louisa aus Mülheim betrachten Chagalls biblische Szenen. TV-Foto: Sybille Schönhofen
Wittlich. Geschichten aus der Bibel, farbenfroh und ausdrucksstark: 42 originale Farblithographien von Marc Chagall sind bis zum 10. April in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde Wittlich ausgestellt. Die Bibel-Illustrationen sind in den 1950er und 1960 entstanden.

Wittlich. Der Künstler Marc Chagall starb am 28. März 1985 im französischen Saint-Paul-de-Vence. Zu seinem 29. Todestag ist nun eine Ausstellung mit 42 Originalen des Künstlers in Wittlich bei der Freien evangelischen Gemeinde zu sehen. Initiatorin ist Susanne Benischek, Mitglied der Gemeinde. Vor zwei Jahren kam sie auf die Idee, als sie eine Galeristin aus Wiehl bei Köln kennenlernte, die den biblischen Bilderzyklus verleiht, den Chagall von 1952 bis 1956 und im Jahr 1960 geschaffen hat. Dessen Motive sind alttestamentarische Geschichten und Figuren wie König David, Mose, Daniel in der Löwengrube, Frauengestalten, Propheten und die Schöpfungsgeschichte.
"Ich erlebe Wittlich als eine kunstbegeisterte Stadt. Da dachte ich, das passt", sagt Benischek. Das Ziel, dass die Freie evangelische Gemeinde mit der Ausstellung verfolgt, entspreche ihrem Auftrag, erläutert Susanne Benischek: "Wir haben den Wunsch, die Bibel ins Gespräch zu bringen, damit sich die Menschen noch mal neu mit ihr beschäftigen." Chagalls Illustrationen zur Bibel eröffnen in diesem Sinne neue Einblicke, findet sie. Ein Vierteljahr intensive Vorbereitungszeit haben die Gemeindemitglieder in die Vorbereitung der Ausstellung gesteckt. Sie haben sich unter anderem kunsthistorisch fit gemacht und bieten Führungen in fünf Sprachen an. Besonders in Schulen haben sie dafür die Werbetrommel gerührt.Bilder selbst aus Köln abgeholt


Die Bilder nach Wittlich zu bringen, war hingegen schnell erledigt: Zwei Gemeindemitglieder fuhren nach Köln, luden die Bilder, in geschützte Transportkartons verpackt, ins Auto und hängten sie in Wittlich auf. Versichert sind die Kunstwerke über die Kölner Galerie, gewährleisten muss die Gemeinde bloß, dass die Ausstellung während der Öffnungszeiten beaufsichtigt wird. Der Wert der Lithographien liegt zwischen 230 und 3400 Euro für das teuerste Bild "David und Bathseba". Denn es sind unsignierte und unnummerierte Lithographien, die zudem in relativ hoher Stückzahl gedruckt wurden.sys
Die Ausstellung in Wittlich-Wengerohr, In der Spitz 45, ist bis zum 10. April geöffnet (dienstags bis freitags von 17 bis 21 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr). Öffentliche Führungen: Dienstag bis Freitag 18 und 19 Uhr, Samstag 12 und 14 Uhr, Sonntag 15.30 und 16.30 Uhr. Eintritt und Führungen sind frei. Anmeldungen zu Führungen für Schulklassen bei Susanne Benischek, Telefon 06571/27335. Am Samstag, 5. April, gibt es einen Nachmittag für Kinder von 14 bis 15.30 Uhr unter dem Motto "Kinder entdecken Marc Chagall".Extra für Kinder

Das Wort Lithographie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Steindruck. Ein Künstler malt sein Bild mit fetthaltiger Kreide oder einer speziellen Tusche auf eine Steinplatte, dann wird es auf Papier gedruckt. Die Stellen, auf denen nicht gezeichnet wurde, können Wasser aufsaugen. Kommt dann die fette Druckfarbe darauf, weisen diese Stellen die Farbe ab, sie bleibt nur dort, wo die Zeichnung war. Damit ein Bild mit mehreren Farben entsteht, braucht ein Künstler viele Steine. sys