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Bürger helfen Bürgern, damit das Miteinander besser gelingt

Neumagen-Dhron. Besuchs- und Fahrdienste bei älteren Menschen zu Hause, ein Stammtisch für Neubürger und kostenlosen Sprach- oder Nachhilfeunterricht für Migranten oder Schüler. Das sind nur einige der Aufgaben, die die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Bürgerhilfe Neumagen-Dhron bereits übernommen hat.

Neumagen-Dhron. "Es hat sich einiges getan", sagt Hilde Kessel, Ideengeberin und Koordinatorin, beim zweiten Erfahrungsaustausch-Treffen der Ehrenamtlichen der Neumagener Bürgerhilfe. Am Anfang stand die Idee, ergänzend zur bestehenden Nachbarschaftshilfe könnten sich Bürger im Rahmen einer Bürgerhilfe für Mitmenschen in besonderen Lebenssituationen engagieren. Ziel sollte es sein, das Miteinander und Füreinander in der Moselgemeinde weiter stärken.
Dekanat und Caritas beraten


Die Kooperationspartner für die Initiative, an der sich der damalige Ortsbürgermeister Willi Herres und zahlreiche Neumagenern beteiligen, sind Ursula Ludwig, Pastoralreferentin im Dekanat Bernkastel, und Rainer Martini, Mitarbeiter des Fachdienstes Caritas der Gemeinde beim Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück, die den Aufbau der Bürgerhilfe Neumagen-Dhron fachlich begleiten.
Nach einer gut besuchten Bürgerversammlung im Sommer und mehreren Folgetreffen ging das Projekt im Herbst vergangenen Jahres an den Start. Ehrenamtliche bieten seither unter dem Dach der Bürgerhilfe Besuchs- und Fahrdienste für ältere Menschen und kostenlosen Nachhilfeunterricht für Schüler an, es gibt einen Stammtisch für Neubürger, und auch kleine technische Probleme werden gelöst.
Zurzeit liegt ein Schwerpunkt bei der Betreuung von ausländischen Mitbürgern, die in der Moselgemeinde ihre neue Heimat gefunden haben. Elisabeth Mager ist eine der Freiwilligen, die ihnen Deutschunterricht gibt. "Die Menschen wollen unbedingt rasch die deutsche Sprache lernen", sagt sie, "um in den Beruf einsteigen zu können." Was den Ehrenamtlichen ebenfalls wichtig ist: Ihre Hilfe beschränkt sich nicht auf das Vermitteln der Sprache, auch das Regeln von Formalitäten und Begleiten zu den Behörden ist ein wichtiger Teil.
Auch der Fahrdienst beschränkt sich nicht rein aufs Fahren: "Es kommt oft vor, dass ich ältere Menschen sogar ins Sprechzimmer begleite", sagt Gerda Kranz, die als Krankenschwester auch über fachliche Kompetenz verfügt. "Dann fühlen sie sich sicherer im Gespräch mit dem Arzt."
Austauschtreffen mit Familien


Die Ehrenamtlichen der Bürgerhilfe wollen sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. Bei den Austauschtreffen entstehen immer wieder neue Ideen, wenn Not erkannt wird. So will eine Ehrenamtliche Kontakte zwischen in- und ausländischen Familien mit Kindern vermitteln, damit das Miteinander schneller gelingt. red

Weitere ehrenamtlich Tätige in allen Bereichen, vor allem auch für Deutsch- und Englisch-Nachhilfeunterricht, sind im Team der Bürgerhilfe gesucht.
Weitere Informationen bei Hilde Kessel, Telefon 06507/992211.