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Wittlich
Bürgermeister in Russland auf Torejagd

Den Ball unter Kontrolle hat VG-Chef Dennis Junk bei einem Spiel gegen die Traditionsmannschaft von Schalke 04 in Recke.
Den Ball unter Kontrolle hat VG-Chef Dennis Junk bei einem Spiel gegen die Traditionsmannschaft von Schalke 04 in Recke. FOTO: Christina Bents / Verein
Wittlich. Dennis Junk spielt seit zwei Jahren in der Nationalmannschaft der Bürgermeister. In diesem Jahr geht’s nach Russland, um dort zwei Freundschaftsspiele zu bestreiten. Dabei stehen neben dem Sport auch Begegnungen im Mittelpunkt.

Die Freude über die Fußballweltmeisterschaft in Russland  hat einen ordentlichen Dämpfer bekommen: Schließlich ist die Elf um Jogi Löw schon in der Vorrunde ausgeschieden. Dennoch wird es  eine deutsche Mannschaft in Russland geben. Denn die deutsche Nationalmannschaft der Bürgermeister ist dort zu Gast.

Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, ist mit von der Partie. Er erzählt: „Ich kam zur Nationalmannschaft der Bürgermeister, weil der Trainer Dieter Hahn mich zu einem Sichtungstraining eingeladen hat. Er kommt aus Spangdahlem und hat mich wohl auf einem Foto mit anderen Fußballern gesehen und auf meiner Homepage gelesen, dass ich viele Jahre höherklassig gespielt habe.“

Seitdem spielt er im defensiven Mittelfeld der Kommunalchefs und sorgt für eine gute Spieleröffnung. Trainiert wird im Vorfeld der Partien, extra Trainingslager gab es bisher nicht. Dennis Junk sagt: „Bisher sind wir mit unserer Bilanz zufrieden. Die Mannschaft ist 2008 Europameister geworden und von den vergangenen zehn Spielen haben wir drei gewonnen, dreimal unentschieden gespielt und vier verloren. Aber wir müssen langsam einen Verjüngungsprozess einleiten“, meint er selbstkritisch.

Auf die Fahrt nach Russland freut er sich: „Ich bin auf die Stimmung gespannt. Ich hoffe, dass dort eine ähnliche Fußballbegeisterung ist, wie bei der WM 2006 in Deutschland“. Geplant sind mit der Nationalmannschaft der Bürgermeister zwei Freundschaftsspiele. Daneben wollen er und seine Kollegen sich ein eigenes Bild von Russland machen. „Es wird viel über Russland gesprochen und berichtet. Mit dieser Reise haben wir die Möglichkeit, uns selbst dort umzusehen und mit verschiedenen Menschen zu sprechen.“

Es sind beispielsweise Treffen mit kommunalen russischen Vertretern im Terminkalender. Mit ihnen will man sich auszutauschen, beispielsweise über die Infrastruktur. „Wir werden dort keine weltpolitischen Themen ansprechen, sondern uns auf unserer kommunalen Ebene konzentrieren“, erklärt Junk. Für die Sehenswürdigkeiten in St. Petersburg und Moskau ist natürlich auch Zeit eingeplant. Die Mannschaft, die mit ihren Familien anreist, dafür Urlaub nimmt und die Kosten aus eigener Tasche bezahlt, hat bereits in China, Israel, Südafrika, Brasilien und Armenien Fußball gespielt.

Man trifft sich dreimal im Jahr,  zweimal für kürzere Einsätze und einmal für eine längere Fahrt. Das gemeinsame Sporterlebnis ist das eine, es werden aber auch Spenden für einen guten Zweck gesammlt. Und es gibt Gespräche, um Kontakte zu knüpfen. Junk: „In China habe ich beispielsweise eine Absichtserklärung zum Aufbau von wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Wittlich-Land und dem Sino-German-Ecopark Qingdao unterzeichnet. Dabei sind bisher noch keine direkten Projekte rausgekommen, aber ich bin mehrfach auf die Kontakte angesprochen worden, konnte weiterhelfen und der Bezug ist da.“

Im kommenden Jahr möchte  Junk ein Spiel im Salmtalstadion ausrichten, um seinen Spielerkollegen seine Verbandsgemeinde zu zeigen. „Wir haben hier so viel Besonderes, von den Maaren bis zur Mosel, da kann es nicht schaden, wenn die Chefs von Kommunen, die zwischen der Nordsee und dem Schwarzwald liegen, einmal hier waren und in ihre Regionen weitertragen, was man hier sehen und erleben kann.“

In Slowenien hat die Nationalmannschaft der Bürgermeister in diesem Jahr schon gespielt. Die Platzverhältnisse waren schwierig, aber die Kommunalverwaltungs-Chefs hatten trotzdem viel Spaß.
In Slowenien hat die Nationalmannschaft der Bürgermeister in diesem Jahr schon gespielt. Die Platzverhältnisse waren schwierig, aber die Kommunalverwaltungs-Chefs hatten trotzdem viel Spaß. FOTO: Christina Bents / Verein