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Bürgermeister macht Innenstadt zur Chefsache

Wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Joachim Rodenkirch geht, werden bald mehr Kunden die Innenstadt von Wittlich beleben. TV-Foto: Klaus Kimmling
Wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Joachim Rodenkirch geht, werden bald mehr Kunden die Innenstadt von Wittlich beleben. TV-Foto: Klaus Kimmling
Bürgermeister Joachim Rodenkirch packt das Thema Kernstadt an. Er will mit den Geschäftsleuten erreichen, dass mehr Menschen in der Innenstadt einkaufen. Deshalb bittet er die Einzelhandelsunternehmer zum Gespräch. Von unserer Redakteurin Sonja Sünnen Von Sonja Sünnen

Wittlich. Wie zieht man Menschen in die Stadt und ihre Geschäfte? Diese zentrale Frage für Wittlichs Kaufleute beschäftigt auch Kommunalpolitik und Stadtverwaltung. Sie versuchen seit Jahren, die Innenstadt zu stärken. Ideen gibt es viele, etwa im "Maßnahmenhandbuch zur Attraktivierung der Innenstadt". Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadtverwaltung, nennt exemplarisch, was daraus seit 2003 verwirklicht wurde: Innenstadtleitsystem, Ausschilderung der Hotelroute, das symbolische Eingangstor an der Sparkasse, Beleuchtung des Alten Rathauses. Alles Investitionen, die noch nicht zum Ziel geführt haben. Zudem zahlt die Stadt 50 000 Euro jährlich an den Stadtmarketingverein. Der plant zum Beispiel die verkaufsoffenen Sonntage, Extra-Aktionen von Flohmärkten bis zum Kino-Open-Air.

160 Einladungen für Gespräch am Dienstag



Diese Arbeit ist auf zahlende, aktive Mitglieder angewiesen: 180 hat der Verein, davon 50 aus dem Stadtkern - inklusive Gastronomie. Die Geschäfte im neuen Einkaufszentrum Schlossgalerie engagieren sich noch nicht im Verein. Vom Einkaufszentrum selbst hatte sich die Stadtpolitik eine "Magnetfunktion" erhofft, von der die Innenstadt profitieren sollte. Überprüfbar ist der Effekt noch nicht. Deshalb gilt acht Monate nach der Eröffnung des Einkaufszentrums: "Eines der Hauptprobleme ist die unzureichende Kunden- und Besucherfrequenz in der Innenstadt." Das schreibt Bürgermeister Joachim Rodenkirch nun an alle Einzelhändler der Kernstadt. Und er will die "Problematik persönlich aufgreifen" und "deutliche Verbesserungen" schaffen. Bislang sei es nicht gelungen, "den Handel zu einer Solidargemeinschaft zusammenzuführen".

Das will Rodenkirch ändern. Deshalb hat er 160 Einladungen für ein Gespräch am Dienstag, 3. August, 19 Uhr, in der Synagoge verschickt. Ein konkretes Ergebnis könnten einheitliche Geschäftszeiten, zumindest Kernzeiten sein. Das allgemeine Ziel steht auf der Einladung des Bürgermeisters ganz oben: "Verbesserung der Kundenfrequenz in der Innenstadt."

Dazu will auch weiter der Stadtmarketingverein beitragen. Für ihn sagt Karsten Mathar: "Hätten wir mehr Mitglieder, die sich auch finanziell an den Aktionen beteiligen würden, so könnte der Verein zusätzlich mit einer Stand ort- und Imagekampagne auf Wittlich aufmerksam machen."

Man könne mehr leisten, "wenn sich genügend Mitmacher finden. Es reicht eben nicht, immer mit dem Finger auf den Verein zu zeigen und zu fordern: ,Macht mal'".

Das zu ändern, dazu soll der Dienstabend als erster Schritt in Richtung neues "Wir-Gefühl" beitragen, an das der Bürgermeister appelliert.