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Bundesweites Pilotprojekt: Wittlicher Rufbus rollt

Ein Gutschein für die ersten Hundert: Karsten Mathar und Claudia Jacoby mit dem Gutschein, den die ersten 100 Fahrgäste des Wittlicher Rufbusses erhalten, die am Marktplatz aussteigen. TV-Foto: Sonja sünnen
Ein Gutschein für die ersten Hundert: Karsten Mathar und Claudia Jacoby mit dem Gutschein, den die ersten 100 Fahrgäste des Wittlicher Rufbusses erhalten, die am Marktplatz aussteigen. TV-Foto: Sonja sünnen FOTO: (m_wil )
Wittlich. Der Wittlicher Rufbus geht am Montag an den Start. Für die ersten 100 Fahrgäste, die an der Haltestelle am Marktplatz aussteigen, hat sich der Verein Stadtmarketing etwas Besonderes einfallen lassen.

Wie wäre es mit einer Tasse Kaffee? Die spendiert der Verein Stadtmarketing Wittlich den ersten 100 Fahrgästen des neuen Rufbusses, wenn sie an der Haltestelle am Marktplatz aussteigen. "Wir haben uns überlegt: Wie können wir die Leute begrüßen, die an der neuen Haltestelle aussteigen", sagt Claudia Jacoby, Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing. "Das soll motivieren, sich die Innenstadt anzusehen", ergänzt Karsten Mathar. Die Gutscheine, die in den darauf verzeichneten sieben Cafés und Gaststätten eingelöst werden können, verteile der Busfahrer an all die Wittlicher, die am Marktplatz aussteigen.

"Herzlich willkommen in der Wittlicher Innenstadt. Hiermit laden Sie die Wittlicher Kaufleute recht herzlich zu einer Tasse Kaffee ein", steht auf den Kärtchen. Und, was wetten die beiden Stadtmarketingvertreter, wie lange dauert es, bis die 100 Bons unters Volk gebracht worden sind? "So zwei Wochen", schätzt Claudia Jacoby. Das wären zehn Busgäste am Tag. Könnte klappen.

Der Rufbus Wittlich startet am heutigen Montag. Rund 70 Haltestellen werden angefahren (der TV berichtete mehrfach). Die Anzahl der Haltestellen ist jedoch für die Zukunft nicht fest geschrieben, es können bedarfsbedingt Haltestellen hinzukommen oder wegfallen.

Ohne Fahrplan und ohne Linienbindung befördert der Rufbus die Kunden zwischen allen Haltestellen im Stadtgebiet und den Stadtteilen. Der Kleinbus, der für den neuen Service eingesetzt wird, hat sieben Fahrgastsitze. Zusätzlich kann ein Rollstuhl befördert werden. Zur Beladung ist der Bus mit einer Rampe ausgerüstet. Das neue Wittlicher Rufbussystem gilt als bundesweites Pilotprojekt.

Der Bus fährt auf Wunsch Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 12 Uhr sowie zwischen 14 Uhr und 18 Uhr. Konkrete Termine und Anschlusswünsche sollten frühzeitig angemeldet werden, damit eine pünktliche Ankunft garantiert werden kann. Es wird jedoch auch versucht, spontane Fahrtwünsche kurzfristig zu realisieren.
Nutzer müssen ihren Fahrtwunsch zwischen 7 und 18 Uhr bei der Fahrtwunschzentrale unter Telefon 0261/29670388 anmelden.

2000 Visitenkarten mit der Angabe der Rufnummer wurden bereits in öffentlich zugänglichen Stellen ausgelegt. Dazu gehören Stadthaus, Altes Rathaus, Tourist-Info, Stadtbücherei und Schwimmbad sowie im Rufbus.
Für die Beförderung gilt grundsätzlich der Tarif des Verkehrsverbundes Trier (VRT). Dieser beträgt zurzeit zwei Euro im Stadtgebiet Wittlich. Auch Zeitkarten sind im Rufbus gültig. Zusätzlich zu dem VRT-Tarif wird ein Komfortzuschlag von einem Euro erhoben. Somit betragen die Kosten einer Einzelfahrt drei Euro pro Fahrer.
Der Rufbus fährt nicht außerhalb des oben genannten Zeitraums. Außerdem wird die Fahrt nicht angeboten, wenn parallel ein Linienbus fährt. In diesem Falle wird dem Fahrgast das bei der Bestellung mitgeteilt.
sos/red

Weitere Infos zum Rufbus gibt es bei der Stadtverwaltung Wittlich, Rolf Becker, Telefon 06571/171100.