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Damit Schwester Elsa wieder die Orgel hört

Schwester Elsa Hungershöfer. Foto: privat
Schwester Elsa Hungershöfer. Foto: privat
ZELTINGEN-RACHTIG. (scho) Am Anfang stand eine alte Orgelbauer-Tradition, am Ende gibt es 3300 Euro für Indonesien: Das ist das Verdienst des Orgelfördervereins Zeltingen-Rachtig, der mehr Wein gesammelt hat, als die größte Pfeife der König-Weimbs-Orgel fassen kann und deshalb den Rest für einen guten Zweck verkauft hat. Der Kontakt nach Indonesien kommt durch eine Rachtiger Missionsschwester zustande.

Großes Interesse hat Schwester Elsa am Pfarrleben ihrer Heimatgemeinde Rachtig. Die 86-jährige Missionarin interessierte sich von Beginn an für das muntere Treiben des Orgelfördervereins, der sich für die Restauration der König-Weimbs-Orgel in St. Marien stark gemacht hat. Kein Wunder, hat doch ihr Vater als leitender Polier beim Neubau der zerstörten Marienkirche mitgewirkt. Auf die Frage, was sie denn in Indonesien, wo sie seit fast 50 Jahren für den Steyler-Orden tätig ist, am meisten vermisst, antwortete Schwester Elsa: "Der größte Schmerz in der Mission ist für mich, dass ich die Glocken nicht mehr läuten höre und dort leider auch keine Orgel erklingt." Da wollte der Orgelförderverein, der sich wegen Erfüllung seiner Vereinsziele Ende des Monats auflöst (der TV berichtete), gerne helfen. Denn die Vereinsleute hatten mehr Wein gesammelt, wie sie zur Erfüllung einer alten Orgelbauer-Tradition brauchten. Danach bekommen Orgelbauer als Trinkgeld so viel Wein, wie die größte Orgelpfeife fassen kann. "Bürger und Winzer spendeten uns aber mehr als doppelt so viel Wein als die 109 Liter, die der Subbass 16 fassen kann", sagt Egon Kappes, Vorsitzender des Orgelfördervereins. Nachdem Orgelbauer Weimbs aus Hellenthal seinen Anteil erhalten hatte, war klar: Mit dem Erlös aus dem Verkauf des restlichen Weins sollen die Ärmsten der Armen unterstützt werden. Verkauft wurde der Wein beim Tag der offenen Tür bei Orgelbauer Weimbs (Mai 2006), beim Patronatsfest in Rachtig (Dezember 2006) und anderen Gelegenheiten wie zuletzt im Anschluss an das Neujahrskonzert (Januar 2007). Zusammen kamen 3300 Euro, die nun auf das Konto der Indonesischen Bischofskonferenz in Jakarta überwiesen wurden. In Indonesien war die Freude über die umgerechnet 39 Millionen Rupiahs groß. Schwester Elsa vermittelte den Rachtigern auch Kontakt zum Jesuitenpater Karl Edmund Prier, der die Musikschule "Pusat Musik Liturgie" in Yogyakarta leitet. Auch er hat schon Rachtig besucht und dort im Juni 2006 einen Gottesdienst zelebriert. Der deutsche Geistliche ist seit vier Jahren in Indonesien und hat dort auch Schwester Elsa kennengelernt. Beide freuen sich sehr über die Hilfe von der Mosel. Pater Prier schrieb kürzlich nach Rachtig: "Wir haben inzwischen schon eine Orgel für das Kloster der Trappistinnen gekauft. Stellen Sie sich vor: Sie wird sieben Mal täglich gespielt. Die Äbtisstin bedankte sich dafür herzlich im Namen ihrer 38 Mitschwestern." 1500 Euro hat die Elektro-Orgel für das Trappistinnenkloster in Gedeno gekostet. Das restliche Geld soll wie folgt verwendet werden: Mit 500 Euro will Pater Prier indonesische Instrumente für seine Musikschule und das Kloster anschaffen, mit 800 Euro will er Tsunami-Opfer unterstützen. 500 Euro sind für Schwester Elsa bestimmt, die diese für Hilfsaktionen nach eigenem Ermessen einsetzen soll. Und wem sie alles mit dem Geld von der Mosel helfen konnte, wird sie sicher bei ihrem nächsten Besuch erzählen. AUS DER HEIMAT FÜR DIE WELT: Hat sich auch Ihr Verein oder Ihre Gemeinde für Missions-Arbeit eingesetzt? Mailen Sie uns an mosel@volksfreund.de. Wie kam bei Ihnen der Kontakt zustande, wie viel haben Sie an Spenden gesammelt, was konnte damit ermöglicht werden? Gerne können Sie auch ein Digitalfoto mit den Empfängern der Spenden mitsenden.