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Kunstausstellung
Danza Macabra: Totentänze in der Wittlicher Synagoge

Wittlich. Passend zur Herbstzeit, in der es doch immer wieder Abschied nehmen von Wärme, Licht, Blättern und Blumen, vom Leben heißt – präsentiert das Kulturamt der Stadt Wittlich eine leicht morbide Ausstellung zum Thema „Totentanz“.

„Kunst heißt sterben lernen“, so ein populäres Motto von Horst Janssen, für den der Tod eine lebenslange Passion gewesen ist, was sich auch in seinen gezeichneten und radierten Totentänzen niederschlägt. In der Ausstellung in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus in Wittlich werden neben einem Totentanz von Horst Janssen auch zwei völlig andere Beispiele von Tony Munzlinger und Lutz Friedel zu sehen sein. Sie bezeugen die Faszination der Gattung „Danza Macabra“, wie der in Italien lebende Wittlicher Künstler Munzlinger seinen gemalten Zyklus nennt.

Der „Makabertanz“ entstand bereits in der Kunst des Mittelalters, worauf in der Ausstellung mit Objekten eingegangen wird. Dass das Thema in der Kunst der Gegenwart nun wieder aktuell zu sein scheint, hat Gründe: Der Tod, der jahrhundertelang in theologische, literarische und bildkünstlerische Diskurse verwickelt war, ist heutzutage in die nüchterne Sphäre der Medizin gewandert.

Ein besonders außergewöhnliches Exponat der Ausstellung ist der „Trierer Totentanz“, den die Stadtbibliothek Trier zur Verfügung gestellt hat, eine mit kolorierten Federzeichnungen und dramatisch-mahnenden Texten versehene Handschrift aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Horst Janssen, Tony Munzlinger und Lutz Friedel dagegen machen eine weite Reise zurück in eine Zeit, in der man am Ende des Lebens zu tanzen glaubte.

Erneut bietet das Kulturamt der Stadt Wittlich auch ein Rahmenprogramm an: Kuratorenführung mit Dr. Richard Hüttel: 16. Oktober, 18 Uhr; Vortrag von Dr. Jutta Moster-Hoos: „Der vielfältige Tod im Werk Horst Janssens“, 9. November, 20 Uhr; Vortrag von Diana Lamprecht über „Tony und der Tod“, 2. Dezember, 14 Uhr.

Die Austellungseröffnung ist am Sonntag, 14. Oktober, um 11 Uhr in der Synagoge. Die Ausstellung ist bis 17. Februar 2019 zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags: 11 bis 17, sonn- und feiertags: 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt drei  Euro (unter 18 Jahren frei). Gruppenführungen sind nach Absprache möglich (ab acht Personen, Kosten je Teilnehmer fünf Euro.)