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Stadtplanung
Mehr Bahnen, weniger Flächen

Gut besuhcht war die Einwohnerversammlung zur Sanierung des Vitelliusbads in Wittlich.
Gut besuhcht war die Einwohnerversammlung zur Sanierung des Vitelliusbads in Wittlich. FOTO: Petra Willems / Petra Willems/TV
Wittlich. Viel Neues haben die Wittlicher Bürger über die Sanierung des Vitelliusbads bei einer Einwohnerversammlung erfahren. Die Umsetzung des Großprojekts gestaltet sich nicht einfach.

Die Ergebnisse einer Studie zum Vitelliusbad haben Dietmar Altenburg und Marco Steinert-Liescheid, beide von der unter anderem auf Schwimmbadbau spezialisierten Düsseldorfer Unternehmensberatung Altenburg, den Wittlichern präsentiert. Die haben bei der gut besuchten Einwohnerversammlung in der Alten Synagoge viele Details zur Sanierung ihres Bads erhalten und sind jetzt, so Bürgermeister Joachim Rodenkirch, auf dem gleichen Stand wie die städtischen Ratsmitglieder.

Die derzeitige Situation: Dietmar Altenburg und Marco Steinert-Liescheid stellten in der Alten Synagoge die Ergebnisse ihres „Strategiekonzepts Bäderbetrieb Wittlich“ vor. Demnach habe Wittlich eine äußerst günstige Ausgangssituation, weil das Bad derzeit für die Stadt „äußerst geringe Kosten verursache“. In Wittlich herrsche ein kleines Hallenbad-Angebot, dem gegenüber allerdings ein großes Freibad-Angebot stehe, so Steinert-Liescheid weiter. Dass die Sanierung des Hallenbads sehr dringend ist, steht außer Frage. Zudem sei allerdings auch das Freibad mittelfristig, sprich in fünf bis zehn Jahren, sanierungsbedürftig, so die Analyse. Das Kosten-Nutzungs-Verhältnis beider Bäder sei ein ganz gutes, so Steinert-Liescheid weiter.

Die Vorschläge: Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Analyse der derzeitigen Situation erstellten die Berater Vorschläge für die Zukunft des Vitelliusbads. Sie schlagen ein Kombibad vor (Altenburg: „Das ist der absolute Renner derzeit.“). Keine Alternativen sind für die Berater ein Funktionshallenbad mit separatem Freibad, ein sportorientiertes Freizeitbad („Das können wir uns nicht erlauben.“), ein gesundheitsorientiertes Bad („Das lässt sich nicht abbilden, das ist keine kommunale Aufgabe.“) und ein in den Badkomplex großer integrierter Saunabereich („Das wirtschaftliche Risiko können wir Ihnen nicht empfehlen“, denn unter anderem wegen der Gehälter im öffentlichen Dienst sei ein Saunabetrieb nicht rentabel.). Die Berater gaben der Stadt den Rat, sich vom Bestand völlig zu lösen und das Hallenbad auf dem Teil der Freibadfläche neu zu bauen. Das mache eine fast ununterbrochene Nutzung des Bads auch während der Umbau- und Sanierungsphase möglich. Allerdings fällt so auch Wasserfläche im Freibad weg.

Für das Hallenbad, das in Zukunft ganzjährig genutzt werden kann, schlagen die Berater ein 25-Meter-Becken mit sechs (statt wie heute fünf) Bahnen und einem Springerbereich vor, ein Lehrschwimmbecken mit Hubböden zur Veränderung der Wassertiefe und einer Größe von 12,5 mal zehn Metern, einen 40 Quadratmeter großen Kleinkinderbereich und ein Textildampfbad, das von 20 Menschen gleichzeitig genutzt werden kann. Im Außenbereich soll es, so die Vorschläge, unter anderem einen Nichtschwimmerbereich geben, eine 60-Meter-Rutsche, einen Kleinkinderbereich und eine Spiel- und Liegewiese. Die Kosten des Projekts schätzt die Unternehmensberatung auf 13 bis 16 Millionen Euro plus 300 000 bis 700 000 Euro für den Abriss des alten Hallenbads. Als Eintritt werden, wie gehabt, vier Euro vorgeschlagen.

Die nächsten Schritte: Im nächsten Schritt will die Stadt jetzt einen Planer mit der detaillierten Ausgestaltung der Badsanierung beauftragen. Diese Ausschreibung wird europaweit vorgenommen. Darauf aufbauend werden eine Kostenplanung erstellt und entsprechende Förderanträge gestellt. Dann kann der Startschuss für den Umbau oder die Sanierung fallen. „Letztlich wird es darum gehen, dass wir überhaupt ein Schwimmbad haben“, sagte Rodenkirch. Nach einigen Nachfragen der Bürger bezüglich der Pläne an die Berater gab es seitens der Zuhörer Applaus für den Vortrag.

Die Studie wird im Internet auf der Seite der Stadt Wittlich unter www.wittlich.de eingestellt.