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Dauerparker blockieren die besten Plätze

Aktuell ist der Parkplatz Viehmarkt während der Bürozeiten fest in der Hand von Beschäftigen. Ein Fachbüro hält es für sinnvoll, die Parkdauer bei bis zu 140 dieser Stellplätze zu begrenzen. TV-Foto: Klaus Kimmling
Aktuell ist der Parkplatz Viehmarkt während der Bürozeiten fest in der Hand von Beschäftigen. Ein Fachbüro hält es für sinnvoll, die Parkdauer bei bis zu 140 dieser Stellplätze zu begrenzen. TV-Foto: Klaus Kimmling
Wittlich. Höchstens eine halbe Stunde kostenloses Parken, eine stärkere Bewirtschaftung der Stellplätze und weniger Dauerparker rund um den Zob. Das sind die Empfehlungen der im Stadtrat vorgestellten Parkraumuntersuchung. Harald Jansen

Wittlich. Wittlich ist für Autofahrer ein Eldorado. Anders als in vielen anderen Städten gibt es genügend freie Parkplätze. Und die meisten sind auch noch kostenlos. Das ist Ergebnis der Parkraum untersuchung. Trotzdem sieht das Kölner Planungsbüro Via AG Verbesserungsbedarf. Denn im Parkplatz-Paradies gelten laut Via AG teils nicht nachvollziehbare Regeln. Und gerade in der Oberstadt sind viele Plätze schon morgens von Dauerparkern besetzt, die in den Betrieben und Behörden ihrer Beschäftigung nachgehen. Nach Ansicht von Planer Peter Gwiasda besetzen diese Parker Platz, der besser für Kunden zur Verfügung gestellt werden sollte. Deshalb hält er es für sinnvoll, 120 bis 140 Stellplätze auf dem Viehmarkt in der Höchstparkdauer zu begrenzen. Es sei den Beschäftigten durchaus zuzumuten, dass sie täglich einige Minuten Fußweg zum Büro zurücklegen.Außerdem empfiehlt das Planungsbüro, dass es bei den bewirtschafteten Parkplätzen gleich lange Freiparkzeiten gibt. Mehr als eine halbe Stunde hält Gwiasda für wirtschaftlich nicht darstellbar. Auf dem Schlossplatz darf eine Stunde lang kostenlos geparkt werden. All diese Anregungen nimmt der Stadtrat genauso zur Kenntnis wie die Feststellung, dass es aktuell mehr als genügend zentrumsnahen Parkraum in der Stadt gibt. Selbst bei einer teilweisen Bebauung der heute genutzten Flächen vor dem Fürstenhof: Denn der Parkplatz Rommelsbach ist laut Untersuchung zu schwach genutzt. Auf dem Parkdeck Schlossgalerie sind ständig rund 100 Plätze frei. An der Großraumhalle entstehen zudem aktuell 100 Parkplätze. Umgesetzt werden die Empfehlungen erst einmal nicht. Denn die Volksvertreter sehen sich am Anfang des Diskussionsprozesses. Vielmehr formulieren einzelne Räte ihre Ziele. Die reichen von mehr Einnahmen zur Deckung der Kosten für Parkplätze (Joachim Gerke, SPD) über Parkgebühren für Dauerparker in Höhe von 20 Euro pro Monat (Theodor Brock, CDU) bis zur Ablehnung einer solchen Gebühr (Rudolf Bollonia, Grüne). Der Ansicht, dass die Parkraumuntersuchung gezeigt habe, dass alles in Ordnung sei, widerspricht schließlich Bürgermeister Joachim Rodenkirch (CDU). Denn es müsse ein Konzept gefunden werden, um auf städtebauliche Entwicklungen in der Oberstadt vorbereitet zu sein. Solch eine Entwicklung war einst Grund für die vorgestellte Untersuchung: der Bau eines neuen Rathauses mit Tiefgarage mit Einstellplätzen für die dauerparkenden Fahrzeuge der Behördenmitarbeiter. Meinung

Eine Begrenzung muss her!Die Parkraumuntersuchung hat gezeigt, dass nicht die Zahl der Plätze das Problem, sondern eine differenzierte Art und Weise der Bereitstellung die Herausforderung ist. Dauerparker sind zwar nicht Grund für Probleme der innenstädtischen Geschäftswelt. Schließlich sind die in der Stadt arbeitenden Menschen treue Kunden in Wittlicher Geschäften. Ohne sie sähe es mittags in der Fußgängerzone mau aus. Gleichwohl kann dieser Klientel zugemutet werden, dass sie in zumutbarer Gehentfernung zu ihren Büros parken, um Platz für Kunden zu machen. Deshalb müssen die begehrtesten Parkplätze zeitlich so begrenzt werden, dass sie für Kunden frei bleiben. Die müssen sicher einen guten Platz finden können, da sie sonst zu den Geschäften auf der grünen Wiese abwandern, wo ein guter Parkplatz garantiert ist. h.jansen@volksfreund.de