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Jubiläum
Mit 60 noch kein bisschen leise

Konzentriert arbeitet man musikalisch, aber das Gesellige kommt beim Musikverein Niersbach-Greverath nicht zu kurz.
Konzentriert arbeitet man musikalisch, aber das Gesellige kommt beim Musikverein Niersbach-Greverath nicht zu kurz. FOTO: Christina Bents
Niersbach-Greverath. Der Musikverein Niersbach-Greverath feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. 

Mit 60 Jahren denkt so mancher daran, einen Gang zurückzuschalten und sich auf dem Erreichten auszuruhen. Beim Musikverein Niersbach-Greverath ist das nicht so. Die Mitglieder organisieren immer wieder neue Veranstaltungen, sind im Dorfleben aktiv und achten auf ihr musikalisches Niveau.

Schriftführer Helmut Billen berichtet: „Wenn man heute als Verein eine Zukunft haben will, muss man dranbleiben  und immer wieder neue Ideen haben.“ So wurden beispielsweise in den 1990er Jahren Rockkonzerte veranstaltet, der Altentag wurde ins Leben gerufen und die musikalische Gestaltung beim Erntedankumzug durch andere Vereine organisiert. Es gibt ein Frühstück, das  in diesem Jahr zum fünften Mal stattfand und das mit 160 Besuchern sehr gut angenommen wurde, genauso wie der Neujahrsempfang. Im vergangenen Jahr hat der Verein erstmals  ein Oktoberfest veranstaltet, und es soll wiederholt werden. „Oktoberfeste sind im Trend, und deshalb haben wir das versucht. Es hat gut geklappt und wir machen weiter“, verspricht der erste Vorsitzende Hermann Gödert.

Damit man die Veranstaltungen  neben den rund 20 musikalischen Auftritten  stemmen kann, muss die Gemeinschaft unter den Vereinsmitgliedern stimmen. Die fördern die Niersbach-Greverather mit gemeinsamen Aktivitäten. Man geht beispielsweise zusammen wandern, macht Tagesausflüge oder ist gemeinsam mehrere Tage unterwegs. Einmal ging es auch nach  München und zweimal nach Berlin.

Die Musik steht aber weiterhin im Mittelpunkt. Das Repertoire des seit 2014 von Natalie Schnabel als Dirigentin geleiteten Vereins ist sehr umfangreich. Man spielt alle Musikrichtungen, sowohl Polkas und Märsche, konzertante Stücke, aber auch Medleys, dazu kirchliche Literatur. Der Holzmarsch ist ebenso dabei  wie die Musik des Weißen Rössls. „Wir stellen uns bei unseren Auftritten auf das Publikum ein. Sind eher ältere Menschen dabei, spielen wir Märsche, ist das Publikum jünger, sind es vielleicht Filmmusiken und an Konzertabenden auch Konzertantes“, erklärt die zweite Vorsitzende Verena Thiel.

Ein besonderes Konzert, an das sich die Musiker sehr gerne erinnern, ist ein Kirchenkonzert in St. Paul gewesen. „Die Atmosphäre war eine besondere. Die Kirche war voll besetzt und der Klang sowie die Architektur sind da schon anders als an anderen Auftrittsorten“, sagt Vorstandsmitglied Daniel Thiel.

Um den musikalischen Nachwuchs kümmert man sich ebenfalls. Bei der musikalischen Früherziehung wird mit der Musikschule „Spiel mit“ zusammengearbeitet und in der Grundschule stellt man Instrumente vor, um sie den Kindern näherzubringen. Seit 20 Jahren gibt es mit den Vereinen Dreis, Bruch und Arenrath ein gemeinsames Jugendorchester.

Da der Verein Mitglieder aus Niersbach und Greverath hat, wird in beiden Ortsteilen gespielt, sowohl bei weltlichen als auch bei kirchlichen Anlässen. Auch Geburtstage oder goldene Hochzeiten werden musikalisch begleitet. Und auch in  Heidweiler treten die Musiker bei kirchlichen Veranstaltungen auf.

Das Jubiläum wird am Wochenende vom 9. und 10 Juni gefeiert. Samstags wird das Landespolizeiorchester auftreten und am Sonntag haben andere Vereine zugesagt, die in diesem Jahr ebenfalls ihr 60-Jähriges feiern, darunter sind Riol, Rodt, Wawern und Üttfeld.