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Deutliches Votum für Ivonne Horbert

Die SPD geht im Wahlkreis 200 (Mosel/Rhein-Hunsrück) mit Ivonne Horbert (Mitte) als Direktkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Die Delegierten wählen die 45-Jährige mit großer Mehrheit. Von links: Sandra Porz, stellvertretende Vorsitzende SPD Rhein-Hunsrück, Michael Maurer, Vorsitzender SPD Rhein-Hunsrück, Ivonne Horbert, Benedikt Oster, Vorsitzender SPD Cochem-Zell , und Bettina Brück, Vorsitzende SPD Bernkastel-Wittlich. TV-Foto: Winfried Simon
Die SPD geht im Wahlkreis 200 (Mosel/Rhein-Hunsrück) mit Ivonne Horbert (Mitte) als Direktkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Die Delegierten wählen die 45-Jährige mit großer Mehrheit. Von links: Sandra Porz, stellvertretende Vorsitzende SPD Rhein-Hunsrück, Michael Maurer, Vorsitzender SPD Rhein-Hunsrück, Ivonne Horbert, Benedikt Oster, Vorsitzender SPD Cochem-Zell , und Bettina Brück, Vorsitzende SPD Bernkastel-Wittlich. TV-Foto: Winfried Simon FOTO: (m_kreis )
Büchenbeuren. Die SPD nominiert ihre Direktkandidatin für die Bundestagswahl. Markus Martini aus Morbach war chancenlos. Ganz unumstritten ist die neue Frau an der Spitze jedoch nicht. Winfried Simon

Büchenbeuren Sehr deutlich mit 87 Prozent der Stimmen haben die Delegierten der SPD-Wahlkreiskonferenz für den Wahlkreis 200 (Mosel/Rhein-Hunsrück) am Samstag in Büchenbeuren Ivonne Horbert aus Zilshausen (Rhein-Hunsrück-Kreis) zu ihrer Direktkandidatin für die Bundestagswahl gewählt. Von den 83 Delegierten stimmten 72 für Horbert, acht für Markus Martini aus Morbach-Merscheid, zwei enthielten sich und eine Stimme war ungültig. Die Bewerbung Martinis kam überraschend. Die Partei hatte davon erst am Freitag aus dem Trierischen Volksfreund erfahren. Martini: "Ich habe erst vergangene Woche entschieden, mich zu bewerben, konnte in der Kürze der Zeit aber niemand bei den SPD-Kreisverbänden erreichen."
Martini, der selbst von sich sagte, er sei kein großer Redner, stellte sich als "einfacher Arbeiter und Familienvater von vier Kindern" vor. Er arbeite als Schreiner und Küchenbauer in einem Möbelhaus und kenne die Sorgen der kleinen Leute. Er trete an, weil Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen mehr Netto vom Brutto haben müssten. Außerdem müsse dem CDU-Kandidaten Peter Bleser wegen seiner Spendenaffäre um den Geheimagenten Mauss ein Denkzettel verpasst werden.
Ivonne Horbert (45), Mutter zweier Kinder, ist als Sprachförderkraft für Migranten und Flüchtlinge an der IGS Kastellaun tätig. Sie war von den drei SPD-Kreisvorständen Rhein-Hunsrück-Kreis, Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich vorgeschlagen worden. In Cochem-Zell ist sie nicht unumstritten, weil sie als Vorsitzende einer Bürgerinitiative für den Wechsel der drei Hunsrückdörfer Lahr, Mörsdorf und Zilshausen aus dem Kreis Cochem-Zell in den Rhein-Hunsrück-Kreis gekämpft hatte. Der Cochem-Zeller SPD-Vorsitzende Benedikt Oster erinnerte an diesen Streit, sagte aber: "Jetzt gilt es nach vorne zu schauen. Wir wollen die Wahl gewinnen."
Zu Beginn der Wahlkreiskonferenz erinnerte der Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Rhein-Hunsrück, Michael Maurer, an den ursprünglichen Kandidaten Benjamin Zilles. Der 29-Jährige war Anfang Februar von der SPD nominiert worden. Wegen einer sehr schweren Erkrankung musste er auf die Kandidatur verzichten, sodass eine zweite Wahlkreiskonferenz notwendig wurde. Maurer sagte, dass es nicht einfach gewesen sei, einen Kandidaten/Kandidatin zu finden. Ivonne Horbert hatte zunächst gezögert, sie will nun aber mit großem Engagement den Wahlkampf führen. Horbert: "Ich bin keine Notlösung, sondern eine Kandidatin in einer Notlage."
Extra: WAHLKREIS 200 (MOSEL/RHEIN-HUNSRÜCK)


Der Wahlkreis 200 (Mosel/Rhein-Hunsrück) umfasst die Landkreise Rhein-Hunsrück und Cochem-Zell sowie aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang, die Einheitsgemeinde Morbach sowie die Orte der alten VG Traben-Trarbach.

Markus Martini.TV-Foto: Winfried Simon
Markus Martini.TV-Foto: Winfried Simon FOTO: (m_kreis )