| 16:21 Uhr

Säubrennerkirmes
Mit Stempel, Shirt und Übungsheft

Die 50-Jährigen mit Ulrike Hayer (links) und Dorothea Ehlen sind mit T-Shirts (unten links), Stempel und Heft gut gerüstet für das Treffen an der Säubrennerkirmes.
Die 50-Jährigen mit Ulrike Hayer (links) und Dorothea Ehlen sind mit T-Shirts (unten links), Stempel und Heft gut gerüstet für das Treffen an der Säubrennerkirmes.
Wittlich. Die 50-Jährigen sind gerüstet: Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit fiebern die diesjährigen Jubilare ihrem traditionellen Treffen an der Säubrennerkirmes entgegen. Angst vor dem Streich ihrer Vorgänger haben sie nicht – im Gegenteil.

Dorothea Ehlen und Ulrike Hayer sind bester Laune. Die beiden sind Teil des 17-köpfigen Teams, das in diesem Jahr das traditionelle Treffen der 50-Jährigen an der Säubrennerkirmes organisiert. Oder besser: organisiert hat, denn am Montag steht das letzte Treffen des Teams an.

„Vor zwei Jahren an der Kirmes haben wir uns das erste Mal getroffen“, erzählt Ehlen, die viele in der Stadt Dorle nennen. „Sogar in der Liste der Grundschule stand nicht mein Name Dorothea, sondern nur Dorle“, erzählt sie. Die Schulen – bei der Einschulung 1974 gab es in Wittlich die Grundschulen Jahnplatz  (heute Georg-Meistermann-Grundschule) und Friedrichstraße – spielten in der Vorbereitung der 50-Jährigen eine wichtige Rolle. „Von dort haben wir die Liste mit den Namen aller Schüler“, sagt Uli Hayer. Und das waren viele: 180 Kinder wurden 1974 in Wittlich eingeschult, knapp 100 von ihnen wollen zum traditionellen Kirmestreffen kommen. Das steht – wie könnte es in Wittlich anders sein – ganz im Zeichen der Säue. „Unser Motto war schnell gefunden“, sagt Ehlen. Andy Kaut (Ehlen: „Ein original Weddlia Jung’“) habe es beim ersten Treffen parat gehabt: Aus Fäärgkelscha gönn Sai. Met Fuffzisch nooch wie nai!

Das Motto darf natürlich auf keinem der zahlreichen Feier-Utensilien wie T-Shirt, Stempel oder Übungsheft fehlen. Letzteres gibt es für jeden 50-Jährigen, unter anderem zum Üben der Schreibschrift – die die Mitglieder des Organisationsteams wieder perfekt beherrschen. „Wir haben die Einladungen alle in Schreibschrift verfasst, auch die Adressen auf den Briefumschlägen“, sagt Ulrike Hayer. „An dem Abend haben wir lange geschrieben.“ Für die Fünfziger, die es nicht mehr können, gibt es Anleitungen und Übungshilfen im Heft, Praxisbeispiele inbegriffen.

Auch wenn der Ablauf des Treffens der 50-Jährigen zur Kirmes Tradition ist, wird in diesem Jahr etwas anders sein: „Unser Gottesdienst ist in St. Bernhard, weil St. Markus renoviert wird“, sagt Dorothea Ehlen. Neu ist auch das „Pignick“ nach der Sonntagsmesse auf den Stufen an der Lieser. „Das wollen wir als Tradition etablieren“, sagen Hayer und Ehlen.

Vor der Messe am Kirmessonntag treffen sich die 50-Jährigen an Kirmesfreitag im Restaurant Daus. Am Samstag geht es dann mit dem Festumzug (siehe Programm) weiter. Wenn der in die Karrstraße kommt, erwartet die 50-Jährigen in Höhe der St.-Markus-Kirche eine Überraschung: Der Tradition folgend bereiten die letztjährigen Jubilare den aktuellen Fünfzigern einen besonderen Empfang, inklusive Prüfung und Streich. Angst davor haben Dorothea Ehlen und Ulrike Hayer nicht: „Nö“, winkt Ehlen ab und lacht, „vielleicht machen wir ja einen eigenen Streich?!“ Genaueres wird natürlich nicht verraten, nur so viel: Zu spät zum Empfang auf dem Marktplatz kommen wollen die 50-Jährigen in diesem Jahr (ausnahmsweise mal) nicht. „Der Feuerwehrmann, der der Rochusfigur am Rathaus seinen Strauß überreicht, ist bei uns im Jahrgang. Wir wollen ihn dabei begleiten, also werden wir nicht zu spät kommen.“