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Festival Beatville in Wittlich
Feiern und abtanzen wie in den 1990ern (Fotos)

Die neue Location auf dem Gelände des Bungert-Festgelände wird gut angenommen.
Die neue Location auf dem Gelände des Bungert-Festgelände wird gut angenommen. FOTO: TV / Martin Recktenwald
Wittlich. Die „Beachparty“ ist zum zweitägigen Festival gewachsen und lockt als „Beatville“ und Co. Tausende Besucher.

Sie sind wieder da und die Magie wirkt immer noch. Als die alten Hits erklingen, bringen Hunderte mit ihren Tanzschritten den Sand auf dem Bungert-Festgelände zum Beben. „Ace of Base“ mit „All that she wants“ oder „Sing Halelujah“ von „Dr. Alban“ funktionieren nach wie vor – als wären die 1990er nie in die Jahre gekommen.

Die frühere „Beachparty Wittlich“ haben die Veranstalter zu einem zweitägigen Festival weiterentwickelt. Alles nochmal eine Nummer größer – die Besucherscharen füllen die breiteren Räume aber mühelos aus. Unter dem neuen Veranstaltungsnamen „Beatville“ erklingt am zweiten Tag die bereits in den Vorjahren publikumswirksame Club-Musik. Doch auch beim zusätzlichen „90er Festival“ am Vortag füllt sich der Festplatz bereits in den frühen Nachtsunden. „90er geht immer“, hat Festivalbesucherin Jessi Zimmer die passende Erklärung parat. Gemeinsam mit einigen Freunden aus dem Wittlicher Umland will sie voll in die Party einsteigen.

Gefeiert wird, nicht mehr wie bei der „Beachparty“ im Stadtpark, sondern auf der „Bungert-Festwiese“ am Rand des Gewerbegebiets III. Statt Gras sind zwar eher Staub und Schotter prägend für diesen Platz. Aber von derlei Belanglosigkeiten scheint sich niemand die Feierlaune trüben zu lassen. Auch der mitunter von einem benachbarten Acker herüberziehende „Bio-Dünger“-Geruch wird vom Festivalpublikum meist nach kurzen Naserümpfen mit Achselzucken abgetan. Party ist eben Party.

Und der neue Standort hat auch seine Vorzüge. „Wir kennen das Gelände vom Oktoberfest. Wenn hier gefeiert wird, ist das immer klasse“, führt Natalie Ivanov den Bekanntheitsgrad ins Feld. Doch sie hat an diesem Abend zusätzlich eine besondere Mission von Daun nach Wittlich geführt. „Sie ist seit Kurzem wieder Single und jetzt schauen wir uns hier mal um … “, klären ihre Freundinnen Sarah Schmalz und Svetlana Michel mit einem Lachen auf.

An beiden Festival-Abenden ist das Publikum bunt gemischt - Club-Musik im Freien scheint viele Altersklassen anzusprechen. Wieder einmal so feiern wie in den 1990ern, haben sich einige vorgenommen. „Die Kinder haben wir bei Groß- und Schwiegereltern gelassen“, erzählt die deutsch-amerikanisch-türkische Gruppe von Ethan und Ramona Clyde, Methin und Alexandar Kerpicci sowie Steven Burton. Von Bitburg und Trier aus sind sie losgefahren und haben reichlich gute Stimmung mitgebracht.

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90er-Festival Wittlich FOTO:

Mit dem Erfolg des neuen Zwei-Tage-Formats zeigen sich auch die Veranstalter hoch zufrieden. „Beide Tage hielten sich mit rund 1500 Besuchern ungefähr die Waage“, bilanziert Tobias Müllers vom Orga-Team. Bei der „Beachparty“ im Stadtpark waren es in den Vorjahren circa 2000 Gäste. Jetzt habe es sich etwas auf die beiden Tage verteilt, nicht wenige hätten aber auch ein Ticket fürs ganze Wochenende gekauft. Die diesmal fast doppelt so lange Tanzfläche sei auf jeden Fall gut gefüllt gewesen.

 „Für die DJ’s war das zum Teil auch eine neue Erfahrung. Die legen sonst in Frankfurt in Club-Räumen auf – unser Open-Air hat sie begeistert“, sagt Müller. Auf dem Erfolg wolle man aufbauen, weshalb es auch im nächsten Jahr voraussichtlich wieder zwei Festivaltage geben werde.