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"Die Begleitung Sterbender erfüllt mich mit großer Demut"

Sabine Rodermann.Foto: privat
Sabine Rodermann.Foto: privat
Wittlich. Schwerkranke Menschen und die ihnen vertrauten Personen einfühlsam zu begleiten: Dies ist das Ziel des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes des Caritasverbands Mosel-Eifel-Hunsrück , der seit 2010 die Tätigkeit der Hospizinitiative Wittlich ergänzt. Das Team ist jetzt durch Sabine Rodermann ergänzt worden. Diese berichtet über ihre Erfahrungen und Motivation.

Wittlich. Neben Krankenschwester und Hospizfachkraft Maria Groß, die den Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Wittlich seit Jahren erfolgreich leitet, ist nun auch Sabine Rodermann Mitarbeiterin in diesem Bereich - und dies nicht zufällig, wie sie erzählt. "Durch meine Tätigkeit auf Intensivstationen, im stationären Hospiz und vor allem durch private Erfahrungen habe ich selbst Ängste und Hilfslosigkeit im Umgang mit Sterben und Tod erlebt", so Sabine Rodermann, die aus diesem Grund in den hospizlichen Bereich wechselte. Sie absolvierte ihre Palliativ-Ausbildung und ist nun als Hospizfachkraft kreisweit eingesetzt.
Beratung zu Hilfsangeboten


"Wie meine Kollegin möchte auch ich den Schwerkranken und Sterbenden mitmenschliche Begleitung im Sinne von "Geleit geben" bieten. Dabei soll es dem Sterbenden möglich sein in Ruhe und Würde und möglichst ohne Schmerzen zu Hause sterben zu können." Um dieses Ziel zu erreichen, besucht Sabine Rodermann zunächst die Hilfesuchenden, berät über das breite Spektrum der Hilfsangebote und schlägt mögliche Wege der Unterstützung und Begleitung vor. Hier kommen die ehrenamtlichen Helfer zum Einsatz. "Ich möchte den Kranken und den Angehörigen Mut machen, sich auf diese Unterstützung einzulassen. Durch die Vernetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Schmerztherapeuten, Krankenhäusern, Pflegediensten, Seelsorgern und Palliativstationen können wir eine bessere Lebensqualität in der letzten Lebensphase erreichen. Die geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiter ergänzen durch ihre Besuche und kleinen Hilfen dieses Netzwerk und erlauben es, auf die Wünsche der Kranken und Sterbenden einzugehen", so die Hospizfachkraft. "Aus Hilfslosigkeit kann Sicherheit werden und der Mut erwachsen, eine Sterbebegleitung zu Hause statt im stationären Bereich zu wagen. Hier bilden unsere Ehrenamtlichen ein wichtiges Fundament der häuslichen Betreuung. Sie schenken ,ihren\' Patienten Zeit und Nähe und stärken auch die Angehörigen, da zu sein und auszuhalten."
Drei Dinge sind Caritas-Mitarbeiterin Sabine Rodermann in ihrer Arbeit besonders wichtig: "Wir legen sehr großen Wert darauf, dass das Sterben nicht künstlich verzögert, aber auch nicht willentlich verkürzt wird. Es soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Sterben und der Tod als normal angesehen werden und zum Leben dazu gehören. Und nicht zuletzt: "Wir wollen die Wünsche der Sterbenden im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten erfüllen", so Sabine Rodermann, die eines immer wieder feststellt: "Die Begleitung Sterbender erfüllt mich mit großer Demut." red
Weitere Informationen über den ambulanten Hospiz und Palliativ-Beratungsdienst unter Telefon 06571/95633817 oder unter www.hospizinitiative-wittlich.de