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Die Eiszeit ist vorbei

Das ehemalige Gefrierhaus ist der künftige Treffpunkt für junge Menschen in Bergweiler. TV-Foto: Archiv/Christina Bents
Das ehemalige Gefrierhaus ist der künftige Treffpunkt für junge Menschen in Bergweiler. TV-Foto: Archiv/Christina Bents
Viel wurde darüber diskutiert, manchmal auch gestritten: Nach Unstimmigkeiten in der Vergangenheit hat der Gemeinderat Bergweiler in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Umbau des ehemaligen Gefrierhauses in einen Jugendraum beschlossen.

Bergweiler. (bec) Bald ist es vorbei mit der "Obdachlosigkeit" der Bergweiler Jugendlichen. Diskutiert wurde bereits seit einiger Zeit über einen fehlenden Jugendraum. Einig waren sich die Ratsmitglieder auch, dass ein solcher her muss. Streitpunkt war allerdings der Ort, an dem eine Aufenthaltsmöglichkeit entstehen soll. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Thielen plädierte für den Umbau des ehemaligen Gefrierhauses. Dies lehnte die FWG Bergweiler aber mit der Begründung ab, dass das Haus mit einer Größe von 9,50 Meter mal 2,80 Meter für diesen Zweck zu klein sei.Geeinigt hat sich der Rat nun auf einen Kompromiss, der auch den Jugendlichen gefallen dürfte: Das bestehende Gefrierhaus wird zur Hupperather Straße hin um etwa drei Meter verlängert, sodass rund 30 Quadratmeter mehr Nutzfläche entsteht. Zudem wird ein Toilettencontainer angeschafft.25 Jugendliche, Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Soziales und Touristik und der Kreisjugendpfleger Peter Caspers haben sich die Situation vor Ort vor Kurzem angesehen. "Dabei ist eine lebhafte, rege Diskussion mit den Jugendlichen entstanden", sagte Bürgermeister Ottfried Eltges. Auf den ersten Blick begeistert seien die künftigen Nutzer von der Alternativmöglichkeit, dem alten Kassenlager, gewesen. Eltges: "Das sah wegen seiner Größe für die Jugendlichen zunächst natürlich sehr verlockend aus. Schließlich wurde diese Option aber nicht für gut befunden, zum Beispiel auch wegen der schlechten Lichtverhältnisse."Kosten für den Um- und Ausbau: rund 25 000 Euro

Neben dem Ausbau des Gefrierhauses einigten sich die Ratsmitglieder auch darauf, dass der Raum und die Toiletten ausschließlich den Jugendlichen und nicht etwa örtlichen Vereinen zur Verfügung steht. Zwar sei die Möglichkeit einer Fremdnutzung des Raumes gegeben. Dies müssten allerdings die Jugendlichen selbst bestimmen.Als Kosten veranschlagte der Rat für den Umbau rund 25 000 Euro. 7000 Euro hatte er in den Haushalt 2007 für den Jugendraum bereits eingestellt. An Fördermitteln erhält die Ortsgemeinde rund 2500 Euro von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, 3000 Euro von der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und 2000 Euro von der RWE-Aktion "Aktiv vor Ort" - bleiben also noch etwa 10 000 Euro, die aus dem Gemeindehaushalt bestritten werden müssen. "Da haben wir Luft im Haushalt, das wird kein riesiges Loch in die Kasse reißen", sagte der Bürgermeister. "Falls der Etat ausgeschöpft ist, haben wir immer noch die Möglichkeit, einen Nachtragshaushalt zu bilden." Eltges setzt zur Senkung der Kosten auch auf die Eigenleistung der Jugendlichen. Die bringt für ihn noch einen weiteren Effekt mit sich: "Wenn sie selbst daran mitarbeiten, sich einen Jugendraum zu schaffen, dann sind hinterher vermutlich auch die Hemmungen größer, irgendetwas zu zerstören."Jetzt, da feststeht, wo sich die Bergweilerer Jugendlichen künftig treffen werden, soll sich als nächstes Kreisjugendpfleger Peter Caspers genauer mit dem Thema beschäftigen - um Hausordnung, Öffnungszeiten, Altersbeschränkung und ähnliche Dinge zu regeln.