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Die Elefantenparade zieht weiter

Will mit dem Elefant als Friedenssymbol bleibende Bilder des Friedens kreieren: Rose Marie Gnausch. Hier mit ihrem Symbol vor dem Weinberg in ihrem Wohnort Kinheim. TV-Foto: Marion Maier
Will mit dem Elefant als Friedenssymbol bleibende Bilder des Friedens kreieren: Rose Marie Gnausch. Hier mit ihrem Symbol vor dem Weinberg in ihrem Wohnort Kinheim. TV-Foto: Marion Maier
Von Wittlich über Schengen nach Israel: Die Künstlerin Rose Marie Gnausch trommelt weiter für ihre Weltbewegung "Elephants for peace"("Elefanten für den Frieden"). Am 4. Dezember ist in Wittlich ein Benefizkonzert geplant. 2010 ist Schengen Station und 2011 Israel.

Wittlich/Kinheim. (mai) Rose Marie Gnausch ist herzlich, offen, gar nicht abgehoben - und Künstlerin. Und als Künstlerin hat Gnausch Visionen. Die 40-Jährige, die in Kinheim wohnt und bereits in Süd-Frankreich, New York und auf Zypern lebte, möchte Grenzen mit Hilfe der Kunst verändern. Freude und Frieden sollen an Orten erfahrbar sein, die sonst nur durch Konflikte auf sich aufmerksam machen. "Solche Bilder will ich kreieren, denn das menschliche Hirn arbeitet mit Bildern", sagt Gnausch und schwärmt von der Kraft der Kunst.

Einmal hat das bereits funktioniert. Mit gemalten, fotografierten, gebastelten und getöpferten Elefanten von Künstlern und Laien im strikt geteilten Zypern. Aus der hiesigen Region und der ganzen Welt haben 600 große und kleine Menschen die Aktion unterstützt, indem sie Elefanten schickten. Jeder konnte mitmachen. Rose Marie Gnausch brachte die Kunstwerke an die zypriotische Grenze. Bei ihrer Aktion mit Musik kamen Griechen und Türken fröhlich zusammen. Viele Menschen konnten an diesem Tag die Grenze passieren, was sonst nicht erlaubt ist.

Den Elefant hat Gnausch als Friedenssymbol ausgewählt, weil er groß und stark, aber auch friedfertig ist. Auch die hinduistische Gottheit "Ganesha" wird oft als Elefant dargestellt. Sie steht für Weisheit und Veränderung. Gnauschs Projekt trägt den Namen "Elefanten für den Frieden". Und nun sollen die Elefanten weiterziehen. Großes Ziel ist die israelisch-palästinensische Gren ze. Gnausch: "Eine Professorin der Uni Jerusalem hat mich auf Zypern angesprochen und gesagt: Wir erwarten Sie. Das ging mir durch Mark und Bein." Die Aktion in Jerusalem soll größer werden als in Zypern und wird deshalb bis 2011 sorgfältig vorbereitet. Zwischendrin hat Gnausch einiges anderes vor.

Die Wittlicherin Angelika Vortmüller brachte sie auf die Idee, ein Benefizkonzert in der Wittlicher Synagoge zu organisieren. Schließlich kostet der Transport der Friedens-Elefanten Geld. Das Konzert (siehe Extra) findet am Freitag, 4. Dezember, statt.

Zum 25-jährigen Bestehen des Schengener Abkommens - darin wurde festegelegt, dass die Grenzen in Europa fallen - will Gnausch 2010 die Elefanten nach Schengen bringen. Dort will sie auch ein Konzert und einen Drei-Länder-Friedenslauf organisieren. Und dann wäre da noch Istanbul. Die Hauptstadt der Türkei ist 2010 Kulturhauptstadt Europas. Dort ist die Brücke, die Abendland und Orient miteinander verbindet, Gnauschs Ziel.

Mehr Infos im Internet unter www.elephantsforpeace.com

EXTRA Benefizkonzert "Die friedliche Reise nach Jerusalem" lautet der Titel des Benefizkonzerts im Rahmen des Projekts "Elephants for Peace" am Freitag, 4. Dezember, in der Wittlicher Synagoge. Veranstalter sind die Volkshochschule Wittlich und Wittlich-Land, der Verein "Kunst an Hecken und Zäunen" und Stadtmarketing Wittlich. Auftreten werden die Trommelgruppe "Klangfarbenrhythmus" aus Hinzerath, der Gospelchor "For all Sounds", das Trio Saitenwind, Yannik Eberhard mit Band, der Flötist Harald Prütz und das Trio Alexa Spielmann-Sips, Sebastian Langner (Gesang) und Heinz Coen (Klavier). (mai)