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Die Enkircher Waldfreunde zeigen die Vielfalt der Vogelstimmen

So macht lernen Spaß: Frank Lorenz (Dritter von rechts) und Jens Fricke (rechts) erklären den Spaziergängern, welche Vögel Waldbesucher singen hören. TV-Foto: Barbara Gollan
So macht lernen Spaß: Frank Lorenz (Dritter von rechts) und Jens Fricke (rechts) erklären den Spaziergängern, welche Vögel Waldbesucher singen hören. TV-Foto: Barbara Gollan FOTO: (m_kreis )
Enkirch. Die Angebote der Enkircher Waldfreunde reichen vom Grillfest bis zum Schulwald für Kinder und zur Themenwanderung. Unter anderem geht es dabei um heimische Vögel und ihre Gesänge. Barbara Gollan

Mit so viel Zuspruch haben sie nicht gerechnet, die Enkircher Waldfreunde. Fast 30 Teilnehmer kamen, um die Vielfalt der Vögelgesänge in den frühen Morgenstunden im Wald nicht nur mitzuerleben, sondern vor allem auch erklärt zu bekommen. Dreimal machten sich der Biologe und Hobby-Ornithologe Jens Fricke und Forstwirt Frank Lorenz mit interessierten Wanderern zum vogelkundlichen Streifzug durch den Wald auf.

Dabei ging es nicht nur um das Erkennen einzelner Vogelstimmen. Fricke und Lorenz erklären das Gesamtpaket Wald, das Zusammenspiel von Flora und Fauna, und ergänzen sich dabei gut. Natürlich ist aber immer wieder der Gesang der gefiederten Wald- und Wiesenbewohner im Fokus. Und da lassen sich schon erste Unterschiede festmachen, ob der Zuhörer im dichten Tann oder an einer Lichtung steht.

Es fallen Namen wie Fichtenkreuzschnabel, Baumpieper, Kernbeißer, Fitis und Mittelspecht, und die Unterschiede zwischen Kontaktruf und Balzgesang in der Brutzeit werden erläutert. Da die Wanderer die Tiere zwar hören, aber nur selten zu Gesicht bekommen, helfen Fricke und Lorenz mit Fachliteratur nach. Ein Vogelbestimmungsbuch wird zur Hilfe genommen, damit die Stimmen ein "Gesicht" bekommen.

Sylvia und Ullrich Kolbe-Harz aus Bonn sind nicht zum ersten Mal bei einer von den Waldfreunden organisierten Aktion dabei und sind begeistert. Die beiden "Wochenend-Enkircher", wie sie sich selbst nennen, fühlen sich bei den Waldfreunden gut aufgehoben und schätzen das Engagement der Vereinsmitglieder und auch von Naturliebhabern wie Jens Fricke, der die Vogelkundewanderung anstelle des im vergangenen Jahr im Februar verstorbenen Heinrich Weitz betreut. "Gerade als Stadtmensch braucht man den Ausgleich", weiß Sylvia Kolbe-Harz und, dass man auch den Nachwuchs für das Thema Natur und Nachhaltigkeit sensibilisieren muss. So nimmt die Arbeit mit Kindern einen wichtigen Platz bei den Vereinsaktivitäten ein. Ein Schulwald veranschaulicht natürliche und durch den Menschen beeinflusste Prozesse, und jedes Jahr wird in einer gesonderten Aktion gemeinsam mit den Kindern der Baum des Jahres, 2016 war das die Winterlinde, gepflanzt.

Für die Enkircher Waldfreunde ist die Beschäftigung im und mit dem Wald nicht nur ein segensreiches Hobby, sondern eine Philosophie. Das veranschaulicht schon eine Tafel nahe der Schutzhütte mit einem Gedicht über "Doktor Wald", in dem es unter anderem heißt: "Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen, mich unverstanden fühle oder alt, wenn mich die holden Musen nicht liebkosen, dann konsultiere ich den Doktor Wald".Extra: DIE WIRKUNG DES WALDES AUF DEN MENSCHEN


In Studien wurde nachgewiesen, dass sich Menschen schon nach wenigen Minuten Waldspaziergang sichtlich entspannt fühlen. Der Blutdruck sinkt, die Laune bessert sich, und bei manchen verbessert sich das Selbstwertgefühl. Warum? Der Wald steht in starkem Kontrast zur lauten Alltagswelt. Die Stimmung und Geräusche des Waldes aktivieren den Parasymphatikus, den Teil des Nervensystems, der für Entspannung zuständig ist. Die gefilterte Luft und die ätherischen Öle, die von den Pflanzen abgegeben werden, stärken das Immunsystem.