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Ein Brief für die vergessenen Häuser

Auf rund 50 Seiten beschreibt der Hausbrief den „Board-Ecken“ in Klausen-Krames. TV-Foto: Christina Bents
Auf rund 50 Seiten beschreibt der Hausbrief den „Board-Ecken“ in Klausen-Krames. TV-Foto: Christina Bents FOTO: Christina Bents (chb) ("TV-Upload Bents"
Klausen-Krames. Die Initiative "Dorf im Dorf bleiben" hat eine Broschüre zu einem Teil der Blasiusstraße in Klausen-Krames herausgegeben. Darin sind die Baugeschichte und die Geschichte der Menschen, die in diesen Häusern leben, beschrieben. Weitere Hefte sollen folgen. Christina Bents

Klausen-Krames "Gebaute Geschichte ist immer die Geschichte der Menschen, die Häuser gebaut und darin gewohnt haben", erklärt Gerda Hoffmann in der Einleitung ihres Hausbriefs, der sich mit vier Häusern der Blasiusstraße, dem sogenannten "Boards-Ecken", beschäftigt. Sie beschreibt darin die geschlossene Hauslandschaft, die einzelnen Häuser mit ihren architektonischen Besonderheiten, den Veränderungen, die im Laufe der Jahrzehnte vorgenommen worden sind, und belegt das mit Bildern und Kartenausschnitten. Kurze persönliche Berichte und die Beschreibung der Familien und einzelner Personen, die dort gelebt haben, ergänzen die Schrift. Gerda Hoffmann, die aus Monzel stammt und viele Jahre in Münstermaifeld lebte, hat schon dort 16 Hausbriefe geschrieben, vor allem über Stiftshäuser um die Kirche. Aber auch die kleinen, auf den ersten Blick unbedeutenden Gebäude, haben eine Geschichte. "Die großen, außergewöhnlichen Gebäude sind schon beschrieben, aber die einfachen, kleinen Häuser sind oft vergessen worden, dabei kann man an ihnen sehr viel über das Leben der Menschen in früheren Zeiten erfahren", berichtet Gerda Hoffmann. "Die Häuser können sprechen, man muss nur genau hinsehen", ergänzt sie. Die Inhalte ihrer Schriften sind alle sorgfältig erforscht mit Hilfe von Dokumenten aus dem Kataster in Kobern-Gondorf, einer Außenstelle des Landeshauptarchivs, Flurbüchern und Familienbüchern der Pfarreien. Mit Krames beschäftigt sie sich, weil sie hier lebt und gemeinsam mit anderen Kramesern die Initiativgruppe "Dorf im Dorf bleiben" gegründet hat, die sich mit dem dörflichen Leben früher und heute beschäftigt. "Wir haben bereits mehrere Rundgänge gemacht und uns dabei verschiedene Gebäude und Straßen angesehen. Jetzt sollen die Erkenntnisse in den Hausbriefen festgehalten werden", so Hoffmann. Weitere Hausbriefe sollen folgen, in denen auf die geschlossenen und offenen Hauslandschaften und Häuserzeilen von Krames eingegangen wird.
Der erste Klausener Hausbrief ist im Dorfladen Klausen für fünf Euro erhältlich.