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Stadtentwicklung
Ein Fest für Wittlichs neue Plätze

Kaum wiederzuerkennen: das Lieserufer vor zwei Jahren und heute. Die Neugestaltung  des Areals am Fluss  in Wittlich sowie  des Karrstraßenplatzes stehen im Mittelpunkt eines großen Festes.
 
Kaum wiederzuerkennen: das Lieserufer vor zwei Jahren und heute. Die Neugestaltung  des Areals am Fluss  in Wittlich sowie  des Karrstraßenplatzes stehen im Mittelpunkt eines großen Festes.   FOTO: klaus kimmling / Klaus Kimmling
Wittlich. Stadt am Fluss wird in Wittlich Realität: Mit einem großen Fest feiert die Stadt vom 3. bis 6. Mai unter dem Motto „Eine Stadt – ein Fest“ die Fertigstellung des Großprojekts am Lieserufer und des Karrstraßenplatzes. Besuch hat sich  angekündigt. Von Petra Willems
Petra Willems

Als Ende September 2016 der Spatenstich zum Wittlicher Großprojekt „Stadt am Fluss“ fiel, sprach Bürgermeister Joachim Rodenkirch von einem „Meilenstein“ für die Stadtentwicklung. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) nannte die Neugestaltung des Ufers „ein Schmuckstück für die Innenstadt“ und brachte 1,8 Millionen Euro an Landesförderung für die Stadt mit, mit der das 2,5-Millionen-Euro-Projekt mitfinanziert wird.

Am Freitag, 4. Mai, kann sich Höfken nun davon überzeugen, ob das Mammutvorhaben das versprochene Schmuckstück geworden ist. Denn an diesem Tag kommt die Ministerin wieder nach Wittlich, um gemeinsam mit Bürgermeister Joachim Rodenkirch das neu gestaltete Lieserufer offiziell zu eröffnen.

Gefeiert wird unter dem Motto „Eine Stadt – Ein Fest“ bereits ab dem 3. Mai bis zum Sonntag, 6. Mai rund um die Altstadt und das Lieserufer: in der Synagoge, auf dem Marktplatz, am Lieserufer und an den Lieserterrassen, am Pariser Platz, in der Karrstraße und dem neugestalteten Parkplatz, in der Casa Tony M., im Alten Rathaus, in der Neustaße7/Ecke Burgstraße und natürlich auf dem Platz an der Lieser (siehe Info), wo derzeit in der Feldstraße entlang des Flusses noch die letzten Arbeiten ausgeführt.

Das Projekt in Stichworten:

HOCHWASSERSCHUTZ Der verbesserte Hochwasserschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der Ufergestaltung geworden. Mobile Spundwände, die bei Bedarf zeitnah aufgestellt werden können, sollen das Wasser aus der Stadt halten.

LIESERTERRASSEN Das stadtseitige Ufer der Lieser ist terrassenförmig mit Steinbänken angelegt worden. Die barrierefreie Treppen- und Rampenanlage dient unter anderem als Sitzgelegenheit. Der Fluss wird so zugänglich für die Menschen. Der Platz an der Lieser wurde quasi bis an den Fluss erweitert. Dazu mussten die alte Ufermauer und die gemauerten Hochbeete abgerissen werden, Bäume wurden gefällt, neue dafür angepflanzt.

SPIELPLATZ Bereits seit dem vergangenen Jahr ist der neue Spielplatz am Lieserufer geöffnet. Und schlug bei Eltern und Kindern quasi ein wie eine Bombe. Kaum konnten die neuen Geräte und die neue Fläche genutzt werden, tummelten sich Familien auf dem Platz. Die evangelische Kirche plant  am 23. Juni eine öffentliche Tauffeier auf dem neuen Spielplatz, der mit Wipptieren in Form von Fischen, Spielzeug in Form von Flossen oder Kletterholz-Piratenschiffen das Thema Wasser aufgreift.

NEUE STRASSENFÜHRUNG Der Kreuzungsbereich Feldstraße/Am Stadtpark ist umgestaltet worden. Damit die Feldstraße den Charakter einer Durchgangsstraße verliert, wurde die Vorfahrt an der Brückenkreuzung geändert. Wer sich der Brücke aus Richtung der alten Synagoge nähert, muss die Vorfahrt achten. Die haben die Verkehrsteilnehmer, die zwischen dem Parkplatz Rommelsbach und der Gerberstraße über die Brücke fahren, diese Route ist als abknickende Vorfahrtstraße eingerichtet. Zudem soll die Feldstraße im Bereich des Platzes an der Lieser in eine verkehrsberuhigte Zone umgewandelt werden.

NEUES LICHTKONZEPT Am Platz an der Lieser und im Bereich der Altstadtbrücke/Feldstraße ist die Straßenbeleuchtung modernisiert worden. 36 Straßenleuchten inklusive Masten mit LED-Technik wurden installiert. Damit soll die Stadt Wittlich im Jahr 9000 Kilowattstunden Strom sparen. Das dürfte sich auf mindestens 2500 Euro im Jahr belaufen.

BÜHNE/SCHREBERGARTEN Eine Planung der Stadt ist es, auf der Richtung Stadtpark gelegenen Uferseite eine Bühne zu errichten und so die gegenüberliegenden Terrassen als Sitzflächen zu nutzen. Dafür müssten jedoch  Schrebergärten weichen, was für viel Kritik gesorgt hat. Die Planungen dazu sind noch nicht abgeschlossen, die Errichtung der Bühne noch nicht in trockenen Tüchern.

ÖFFENTLICHE TOILETTE Ebenfalls soll am Ufer der Lieser eine öffentliche Toilette gebaut werden. Geplant ist in der Nähe des Mauerdenkmals eine Toilettenanlage mit zwei Räumen. In dem WC-Häuschen sollen eine Behindertentoilette, eine reguläre Toilette sowie ein Urinal untergebracht werden. Auch einen Wickeltisch sollen Eltern in dem WC-Häuschen finden. Zudem sollen selbstreinigende Toilettensitze eingebaut werden. Die Kosten von rund 140 000 Euro stoßen allerdings vielen Menschen sauer auf.

KRITIK Diese  gibt es reichlich. So wurde im Vorfeld die Fällung der 44 Bäume kritisiert, der Abriss der Hochbeete und der aus Sicht der Kritiker unzureichende Hochwasserschutz nach der Neugestaltung. Während der Bauphase am Platz an der Lieser und der  in dieser Zeit eingeschränkten Zugänglichkeit gab es auch Kritik vonseiten der Einzelhändler.

Lieserufer am 16.04.2018 Foto: Klaus Kimmling
Lieserufer am 16.04.2018 Foto: Klaus Kimmling FOTO: klaus kimmling / Klaus Kimmling