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Ein Hauch von Formel 1 - Zweite Big-Bobby-Car Landesmeisterschaft

FOTO: Klaus Kimmling
Eisenschmitt. Geschwindigkeit, Adrenalin und jede Menge Spaß hatten die 140 Bobby-Car-Piloten und die rund 1000 Zuschauer bei den Rennen der rheinland-pfälzischen Big-Bobby-Car-Meisterschaft in Eisenschmitt. Dabei erreichten einige Fahrer mit ihren umgebauten Spielzeugen Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern. Christina Bents

"Und nun kommen die Fahrer in die Spitzkurve, einer nimmt sie elegant mit zwei Rädern. Das sah gut aus, aber es hat Zeit gekostet", so kommentierte Lukas Fischer, in der Bobby-Car-Szene auch "Don-Bobby", genannt, eines der Renn-Duelle am Wochenende in Eisenschmitt.

Kopf-an-Kopf-Rennen, Überholmanöver und einige Ausfälle, die in den Wiesenstreifen oder Heuballen endeten, konnten die Zuschauer bei der zweiten rheinland-pfälzischen Big Bobby-Car Meisterschaft miterleben. Die 140 Piloten lieferten sich auf ihren umgebauten Kinderspielzeugen spannende Wettkämpfe, bei denen sie auf der 500 Meter langen, kurvenreichen Strecke an die 70 Stundenkilometer erreichten.
Bayern und Bremer fahren mit

Aus Luxemburg, dem Saarland, Kempten und dem 450 Kilometer entfernten Bremen waren Fahrer in die Eifel gekommen. Die Stimmung an der Strecke war entspannt. Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten die Zuschauer, welche Geschwindigkeiten mit einem Laser gemessen wurden. Besonders die Eisenschmittener Piloten bekamen viel Applaus, und die After-Race-Party hat auch nicht gefehlt.

Gefahren wurden Kinder-, Jugend-, Fun-, Amateur- und Profirennen. Die Piloten hatten sogar ein aus Zelten bestehendes Fahrerlager, in dem sie letzte Hand an ihre mit Metallplatten verstärkten Fahrzeuge legen konnten. Warum Erwachsene, meist Männer, so fasziniert davon sind, mit einem Kinderfahrzeug einen Berg herunterzufahren, erklärt Stefan Kölner, Bobby-Car-Fahrer, lächelnd: "Weil wir Männer sind, und die Geschwindigkeit lieben." Ähnlich sieht es Christoph Lettan: "Das Blut fängt an in den Adern zu kochen bei diesem Sport. Man ist nur einige Zentimeter über dem Asphalt und hat richtig Tempo drauf. Natürlich muss man ein bisschen verrückt sein, und schmerzfrei, wenn man dieses Hobby hat."

Um erfolgreich zu sein, ist es seiner Meinung nach nicht ausschlaggebend, welches Material man nutzt, sondern dass man die Bremspunkte richtig trifft, und besser ein bisschen zu wenig, als zu viel bremst.
Für Stefan Salzburger, einer der Mitorganisatoren, hat sich der neuerliche Umbau seines Bobby-Cars nicht gelohnt. Er sagt: "Die Strecke hat in diesem Jahr einen anderen Belag und ist sehr schwierig zu fahren, da hat auch die verbesserte Lenkung nicht den erhofften Erfolg gebracht." Aber im nächsten Jahr will er trotzdem wieder dabei sein, wenn ein Hauch von Formel.1 durch das Dorf Eisen-schmitt weht.