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Ein langer Weg bis zur Planreife

FOTO: (e_pruem )
Manderscheid/Wittlich. Knapp drei Prozent der Fläche der Verbandsgemeinde Wittlich-Land sind nach dem jetzigen Planungsstand für die Aufstellung von Windkraftanlagen geeignet. Über die möglichen Standorte und die weitere Vorgehensweise informierten die Planer am Donnerstagabend Gäste und VG-Ratsmitglieder. Petra Willems

Manderscheid/Wittlich. Die Windkraft war der einzige Tagesordnungspunkt des öffentlichen Teils in der Sitzung des Verbandsgemeinderats Wittlich-Land am Donnerstag. Mehr als vier Stunden lang stellten die Planer den Ratsmitgliedern und 20 Zuhörern im Kurhaus Manderscheid die Pläne vor.

"Wir legen großen Wert darauf, bei den Vorgaben der Planung die Verbandsgemeinde vorrangig als Wohnstandort zu betrachten", sagt Anton Hauprich, Fachbereichsleiter Bauverwaltung der VG. "Wir bemühen uns, dass keine zu großen Beeinträchtigungen entstehen und um den größtmöglichen Schutz von Mensch, Natur und Landschaft."
Bürgermeister Dennis Junk bezeichnete die Diskussion in den vergangenen Monaten als sachlich, wofür er sich bei den Ortsbürgermeistern und den Ratsmitgliedern bedankte.
Der TV stellt die Windkraftpläne der VG vor.

Was bisher geschah: In zwei Bürgerversammlungen in Salmtal und in Manderscheid hat die Verbandsgemeindeverwaltung im Sommer die Bürger über die Pläne zur Windenergie informiert (der TV berichtete). Daraufhin konnten Bürger und Behörden Stellungnahmen zu dem Planentwurf abgeben (siehe Extra). Diese wurden geprüft und abgewogen, der neue Planentwurf ist in der Sitzung des VG-Rats am Donnerstag vorgestellt, erläutert und die weitere Vorgehenswiese beschlossen worden. Hauptsächlich ging es in den Stellungnahmen um die Themen Naturschutz, Straßenverkehr, Tourismus, Landschaftsbild, Flugsicherung und Wasserwirtschaft, wie Hauprich sagt.

Der derzeitige Planungsstand: Nach dem derzeitigen Stand sind knapp drei Prozent der Gesamtfläche der VG Wittlich-Land für die Aufstellung von Windkraftanlagen geeignet. Das entspricht 1177 Hektar. Bei den im Sommer vorgestellten Plänen waren es noch 5,4 Prozent der Fläche (2162 Hektar). Bei den 1177 Hektar, die sich auf zehn Gebiete verteilen (siehe Tabelle), handelt es sich um eine hypothetische Zahl; dass später die infrage kommende Fläche komplett für den Bau von Windrädern genutzt wird, ist unwahrscheinlich. Möglich ist auch, dass sich innerhalb der Verbandsgemeinde niemals ein Windrad drehen wird. Zudem kann die tatsächlich mögliche Fläche im späteren Flächennutzungsplan noch variieren.

Die weitere Vorgehensweise: In den kommenden Monaten wird der Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan laut Ratsbeschluss vom Büro BGH Plan in Trier fortgeschrieben, die Fotosimulationen werden in Absprache mit der Naturschutzbehörde und den Ortsbürgermeistern erstellt. "Die Fortschreibung der Landschaftspläne wurde notwendig, da die alten Pläne der VG Wittlich-Land alt und der VG Manderscheid nicht mehr aktuell waren", erklärt Hauprich. Vor der Sommerpause soll der Planentwurf fertig sein für die Offenlage, die mindestens vier Wochen dauern wird. Während dieser Zeit haben alle Beteiligten die Möglichkeit, sich zu informieren, zu diskutieren und weitere Stellungnahmen abzugeben. Diese werden geprüft und abgewogen. Anschließend wird, wenn es keine Änderungen gibt, die Genehmigung des Flächennutzungsplans (FNP) beantragt, über die die Kreisverwaltung entscheidet. Sollte es Änderungen geben, wird es eine zweite Offenlage geben. Anschließend werden alle 45 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Wittlich-Land gehört, mehr als die Hälfte der Gemeinden muss dem FNP zustimmen. Zudem müssen in den zustimmenden Gemeinden zwei Drittel aller in der VG lebenden Menschen wohnen. Ist das nicht der Fall, muss der VG-Rat mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen.Extra

In den vergangenen Monaten sind im Rahmen der frühzeitigenBeteiligung von Bevölkerung und Behörden mehr als 100 Stellungnahmen bei der Verbandsgemeinde Wittlich-Land eingegangen, die abgewogen und geprüft wurden. Darunter waren 34 Stellungnahmen von Privatpersonen, zehn von Ortsgemeinden, fünf Nachbargemeinden und -Verbandsgemeinden gaben Stellungnahmen ab und fast alle der 66 angeschriebenen Behörden. will