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Feuerwehr
Einsatzreiches Jahr für die Feuerwehr

 Die Feuerwehr der VG Wittlich-Land zieht Bilanz. 
Die Feuerwehr der VG Wittlich-Land zieht Bilanz.  FOTO: TV / Frank Göbel
Landscheid/Wittlich. Überschwemmungen, Brände und festgefrorene Plastikschwäne: Wehrleiter Stephan Christ blickt auf ein ereignisreiches Jahr in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land zurück. Von Christian Moeris

Stephan Christ blickt auf das einsatzreichste Jahr zurück, seit er 2011 den Posten des Wehrleiters der VG Wittlich-Land übernommen hat. 282 Einsätze hatten die 1100 Feuerwehrkräfte in der VG Wittlich-Land 2018 zu bewältigen. 2017 waren es noch 200 und 2016 rückte die Wehr in 198 Fällen aus.

Die Zunahme lasse sich durch die vielen Einsätze bei Starkregen und Hochwasser im Mai und Juni erklären. Christ: „Wir sind 2018 allein zu 62 Unwettereinsätzen ausgerückt.“ Allerdings habe es sich dabei meistens um Unterstützungseinsätze für den Eifelkreis gehandelt, der 2018 wesentlich heftigere Überschwemmungen erlebte als der Landkreis Bernkastel-Wittlich (der TV berichtete). In einem dieser Unterstützungseinsätze hätten 80 Wehrleute aus der VG Wittlich-Land inklusive Bürgermeister Dennis Junk und mit Unterstützung des THW aus Hermeskeil in einer Nacht 6500 Sandsäcke für die Nachbarn im Eifelkreis befüllt.

Die Unwetter trafen die VG Wittlich-Land in Bruch, Salmtal, Niederkail und Großlittgen entlang der Salm und des Kailbachs am schwersten. Christ: „Es gab überflutete Straßen und vollgelaufene Keller, die wir auspumpen mussten.“ Die Keller seien hauptsächlich deshalb vollgelaufen, weil es bei Starkregen Rückstauungen in der Kanalisation gegeben habe.

47 Einsätze des Vorjahres sind auf Verkehrsunfälle zurückzuführen. „Die meisten davon auf den Autobahnen A 60 und A 1.“ Der spektakulärste Einsatz dieser Art sei die Bergung eines bei Laufeld verunglückten Quadfahrers gewesen, der im Bereich des Eifelsteigs mit seinem Fahrzeug eine Böschung hinabgestürzt sei.

Dazu seien 18 Fahrzeugbrände zu löschen gewesen.

2018 gab es in der VG Wittlich-Land 16 Gebäudebrände. Ihren schwersten Brandeinsatz, erklärt Christ, habe die Wehr in Landscheid erlebt, wo ein Dachstuhl in Brand geraten war.

Weiterhin zählt Christ 27 Flächen- und Waldbrände, „die der Trockenheit sowie Unachtsamkeit von Menschen geschuldet waren. Aber wir hatten keine Probleme, die in den Griff zu bekommen.“ Die Brände seien alle früh entdeckt und gemeldet worden.

In 14 Fällen rückte die Wehr zu Gefahrstoffeinsätzen aus, weil Öl, Treibstoff oder andere Substanzen ausgelaufen waren. Den interessantesten Gefahrstoffeinsatz des Jahres 2018 habe sich im Industriepark Region Trier (IRT) in Hetzerath ereignet. Dort sei bei einem Paketdienstleister ein Kanister Salzsäure vom Band gefallen. Wehrleute im Chemikalienanzug mit Atemschutzgeräten hätten den defekten Kanister in eine spezielle Tonne gehievt, die zu einem Entsorger transportiert worden sei.

2018 wurden die Wehrleute zudem in 15 Fällen vom Rettungsdienst angefordert, wobei es galt, schwere Patienten durch enge Treppenhäuser in den Rettungswagen zu tragen. Dazu musste die Wehr 13 Türen öffnen.

2018 kamen 22 Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen zustande, wobei die Wehrleute nur an sechs Einsatzorten eingreifen mussten. In den übrigen Fällen handelte es sich um einen Fehlalarm.

Mit großer Freude erinnert sich Christ an einen „Einsatz“ im Februar, als die Wehr zu einem Kiesweiher nach Landscheid ausrückte. Christ: „Da hatte ein Spaziergänger aus der Ferne festgefrorene Schwäne gesehen und uns alarmiert. Wir sind mit einem Boot aufs Eis und haben festgestellt, dass es sich um Plastikschwäne handelte.“

Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde besteht aus 44 Ortswehren mit 1100 Mitgliedern. Außerdem engagieren sich 400 junge Menschen in den 35 Jugendwehren und 400 Jungen und Mädchen in den neun Bambini-Feuerwehren in der Verbandsgemeinde.