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Es ist ein anderes Leben - kein schlechtes

Maria Klein (60), Wittlich-Bombogen. TV-Foto: Nora John
Maria Klein (60), Wittlich-Bombogen. TV-Foto: Nora John
Wittlich-Bombogen. Ein buntes Programm hat Maria Klein für das Jubiläum des Elternkreises behinderter Kinder geplant. Seit 25 Jahren kümmert sie sich mit Rat und Tat um diese Mütter und Väter. Dabei hat sie vieles bewegt, und es sind einige Freundschaften unter den Betroffenen entstanden.

Wittlich-Bombogen. "Das Leben wird ein anderes sein, aber es ist nicht schlechter", diese Botschaft versucht Maria Klein den Eltern zu vermitteln, die sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass ihr Kind behindert ist. Maria Klein weiß, wovon sie spricht. Als ihr Sohn Rico vor 25 Jahren mit Down-Syndrom auf die Welt kam, hat sich auch ihr Leben vollkommen geändert. Aber es ist, wie sie sagt, eben nicht schlechter geworden.
Ferienfreizeit in Horath


Damals gründete die heute 60-Jährige den Elternkreis behinderter Kinder. "Der ist dann schnell gewachsen", erzählt sie. Denn so etwas habe es damals noch nicht gegeben. Heute zählt der Verein 330 Mitglieder und geht weit über den Kreis Bernkastel-Wittlich hinaus. Auch Menschen aus dem Raum Cochem oder dem Kreis Trier-Saarburg suchen in Wittlich Rat.
Eines der Hauptziele des Vereins sei die Gemeinschaft, sagt die Vorsitzende. Denn wenn ein Kind behindert sei, dann betreffe es immer die ganze Familie, auch die Geschwisterkinder. Und man werde schnell ausgegrenzt. "Man wird nicht mehr eingeladen oder gebeten, ohne das Kind zu kommen", erzählt Maria Klein. Umso wichtiger sei es, sich mit anderen Eltern zusammenzutun, die in derselben Situation sind. Dafür gibt es regelmäßige Treffen, aber auch einen Jahresausflug.
Auch für dieses Jahr ist schon eine Freizeit im Familienhotel in Horath geplant. Dort können ganze Familien mit behinderten und nicht behinderten Kindern zusammen eine gute Zeit verbringen. Aber die Arbeit für den Elternkreis bedeutet auch, dass konkret bei Problemen geholfen wird. So gibt es beispielsweise eine kostenlose Rechtsberatung für die Mitglieder. Maria Klein hilft auch, wenn es darum geht, Pflegegeld zu beantragen.
Viele Eltern wüssten gar nicht, dass sie dazu berechtigt sind, sagt Klein. Auch finanzielle Hilfe leistet der Verein. So konnte beispielsweise einer Familie, die durch die Leukämieerkrankung ihres Sohnes mit Down-Syndrom in finanzielle Not geraten war, geholfen werden. Damit das möglich ist, ist der Verein natürlich auch sehr auf Spenden angewiesen. Lange Jahre hat sich Maria Klein nur ehrenamtlich für den Verein engagiert. Seit 2003 hat sie eine halbe Stelle bei den ambulanten Diensten St. Raphael in der Wittlicher Kurfürstenstraße und kann in diesem Rahmen Eltern beraten.
Für das Jubiläumsjahr plant der Verein am Sonntag, 28. April, von 10 bis 17 Uhr ein besonderes Event im Wittlicher Schwimmbad. Dann werden die Taucher der Tauschschule Yeti-Divers zusammen mit behinderten jungen Leuten tauchen. Mit dabei wird ein Märchenwesen sein, nämlich Arielle, die Meerjungfrau, die von der Schauspielerin und erfahrenen Apnoe-Taucherin Daniela Rodler verkörpert wird. Am 23. Juni ist im Garten der Kreisverwaltung ein großes Sommerfest geplant. Im Mai geht es zum Sportfest nach Mainz.
Besonders freut sich Maria Klein, dass sie für den Selbsthilfepreis 2012 des Verbandes der Ersatzkassen ausgewählt wurde. Dieser wird ihr Ende Februar überreicht. noj