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Gelebte Integration: Zwei Flüchtlinge trainieren bei Spielgemeinschaft Wittlich-Lüxem mit

Platzwart Josef Vila, Markus Lehnen (SV Wittlich Verwaltungsrat), Trainer Christoph Heck (von links) und Alltagsbegleiter Wolfgang Schmitt-Kölzer (rechts) unterstützen die beiden Flüchtlinge Arbnor und Aribon aus dem Kosovo bei der Integration in die Mannschaft. TV-Foto Klaus Schmitz
Platzwart Josef Vila, Markus Lehnen (SV Wittlich Verwaltungsrat), Trainer Christoph Heck (von links) und Alltagsbegleiter Wolfgang Schmitt-Kölzer (rechts) unterstützen die beiden Flüchtlinge Arbnor und Aribon aus dem Kosovo bei der Integration in die Mannschaft. TV-Foto Klaus Schmitz FOTO: Klaus Schmitz (ks) ("TV-Upload Schmitz"
Wittlich. Zuwachs bei der Fußballspielgemeinschaft Wittlich-Lüxem: Zwei 19-jährige Kosovaren, die als Flüchtlinge in der Stadt Wittlich leben, nehmen am Training der Fußballmannschaften teil. Betreut werden sie von ihrem Alltagsbegleiter Wolfgang Schmitt-Kölzer.

"Lauft schon mal zwei Runden, dann sehen wir weiter", bedeutet Trainer Christoph Heck den beiden Neuen, Aribon Rexhaj und Arbnor Ademi, beide Flüchtlinge aus dem Kosovo. Josef Vila, Platzwart im Wittlicher Stadion, übersetzt: Die beiden 19-Jährigen traben los. Vila kam vor mehr als vier Jahrzehnten aus dem damaligen Jugoslawien nach Wittlich und engagiert sich als Rentner ehrenamtlich beim SV Wittlich.

Rexhaj und Ademi sind voll in die abendliche Trainingseinheit der zweiten und dritten Mannschaft der Spielgemeinschaft Wittlich-Lüxem integriert. Die Fußballschuhe haben Mannschaftskollegen ihnen geliehen. "Beide sind beim Spiel mit dem Ball gut drauf", sagt Trainer Heck. "Da brauchen wir noch nicht einmal einen Übersetzer."
Am Spielfeldrand steht Wolfgang Schmitt-Kölzer und sieht zufrieden aus. Er ist Mitorganisator der Wittlicher Brücke, ein Gemeinschaftsprojekt der Ehrenamtsagentur Bernkastel-Wittlich und der Stadt, und engagiert sich mit drei weiteren Aktiven der Nachbarschaftshilfe als "Willkommenspate" für Flüchtlinge.

"Michaele Schneider vom Mehrgenerationenhaus koordiniert die Betreuung der neu ankommenden Flüchtlinge", berichtet Schmitt-Kölzer. "Sie hat mir die Ankunft von Aribon und Arbnor, die ich begleiten soll, angekündigt." Mit einem Dolmetscher gingen die drei in die von der Stadt angemietete Wohnung. Schmitt-Kölzer begleitete sie zur Bank, um den Scheck, den die Stadtverwaltung monatlich ausstellt, einzulösen. "Ich habe mit ihnen Lebensmittel eingekauft und die Tafel besucht", sagt Schmitt-Kölzer. Anschließend organisierte er bei der Stadtbibliothek deutsch-albanische Wörterbücher. Mehrmals schon besuchte er mit den beiden das "Café International" im Mehrgenerationenhaus, in dem erste Sprachkenntnisse vermittelt werden (der TV berichtete).

Schneider war es dann auch, die einen Termin mit den Verantwortlichen der Fußballspielgemeinschaft Wittlich-Lüxem abgesprochen hat. Und die sind gerne bereit, Flüchtlinge in ihre Teams zu integrieren: "Für uns ist es nicht nur kein Problem, sondern es macht uns riesig Spaß, wenn es in unseren vielen Trainingsgruppen und Mannschaften aller Altersklassen multikulturell zugeht", betont Markus Lehnen, Verwaltungsrat im SV Wittlich in der Spielgemeinschaft mit dem SV Lüxem. "Trikots und Fußballschuhe in unserem großen Verein zu organisieren, ist da meist auch kein Problem."

Auch der Fußballverband Rheinland unterstützt die Vereine: "Mit zwei Vordrucken können die Interessenten unbürokratisch registriert werden und eine Spielberechtigung erhalten", sagt Alois Stroh, Vizepräsident des Fußballverbands.

Ein Engagement, das Michaele Schneider zu schätzen weiß: "Unsere Vereine sind überaus wichtig. Hier werden erste Kontakte geknüpft und auch erste Sprachkenntnisse vermittelt." Alle Vereine, die Sportarten anbieten wie Mannschaftsspiele, aber auch Reiten oder Schwimmen, seien gefragt, sagt Schneider. "Wesentlich ist, dass sich jemand im Verein um die Flüchtlinge kümmert, da ihre Sprachkenntnisse noch sehr gering sind."

Die erste Trainingseinheit bei der Spielgemeinschaft Wittlich-Lüxem haben Rexhaj und Ademi mittlerweile hinter sich gebracht. Schmitt-Kölzer freut sich: "Es ist schön zu sehen, wie sich die beiden ohne Worte einfach in die Gruppe einfinden und Spaß dabei haben." ks

Informationen gibt es bei Michaele Schneider im Mehrgenerationenhaus, Telefon 06571/2110, E-Mail michaele@schneider-wil.de ; bei der Fußball-Spielgemeinschaft Wittlich-Lüxem, Geschäftsstelle SV Wittlich, Telefon 06571/954521, E-Mail: info@sv-wittlich.de , und beim Fußballverband Rheinland, Stefan Urmitzer, Telefon 0261/135133, E-Mail StephanUrmitzer@fv-rheinland.de