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Gemeckert wird nur bei den Ziegen

Neugier auf beiden Seiten, auch die Ziegen sind sehr interessiert an den Besuchern. TV-Foto: Nora John
Neugier auf beiden Seiten, auch die Ziegen sind sehr interessiert an den Besuchern. TV-Foto: Nora John
Wittlich/Gillenfeld. Viel Gemecker gibt es auf dem Vulkanhof in Gillenfeld. Das kommt aber nicht von den Schülern sondern naturgegeben von den Ziegen. Den Schülern der Grundschule Ulmen gefällt der Kontakt zu den Tieren und die neuen Kenntnisse, die sie beim Projekt Lernort Bauernhof erfahren. Nora John

Wittlich/Gillenfeld. "Weich", das ist das Wort, das den Kindern der Grundschule Ulmen am häufigsten einfällt, wenn sie beschreiben sollen, was ihnen an den Ziegen gefällt. Die Zweitklässler sind zu Gast bei der Ziegenkäserei in Gillenfeld. Ihre Aufgabe ist es zunächst, eine Ziege auszusuchen und ihr einen Namen zu geben. Nicht leicht für einige der Kinder, denn die Auswahl ist groß und viele sehen sich recht ähnlich. Aufgeregt scharen sich die Schüler am Stall, wo die meist weißen Ziegen durcheinanderlaufen. Neugierig sind beide Seiten. Die Kinder auf die Tiere und die Ziegen auf die Schüler. Die Mädchen und Jungen füttern mit etwas Heu, müssen aber aufpassen, dass die vorwitzigen Vierbeiner ihnen nicht die Jacken anknabbern. "Die Ziege hat mir auf die Jacke gesabbert", beschwert sich einer der Jungen.
Lehrer Marek Breuning möchte den Kindern mit Hilfe von Martina Weber, die auf dem Hof Führungen anbietet, etwas beibringen. Deshalb gibt es Arbeitsblätter, die die Kinder ausfüllen. Sie sollen sich die Tiere genau anschauen, sie beschreiben und eine Ziege malen. Sie lernen dabei zum Beispiel, dass es bei dieser Tierart Exemplare mit Hörnern und ohne Hörner gibt. Wie sie von Martina Weber erfahren, liegt das nicht nur am Alter der Ziegen, sondern auch an der Veranlagung, so wie manche Menschen blonde und andere braune Haare haben.
Spannend ist für die Mädchen und Jungen auch der Melkstand. Hier können sie verfolgen, wie die Arbeitsabläufe sind. Auch diese dokumentieren sie auf einem Papier. Später beschäftigen sie sich mit dem Futter.
Das was sie hier lernen, wird später in der Schule noch einmal vertieft, sagt Breuning. Bis zum nächsten Vormittag auf dem Bauernhof, der etwa zehn Tage später geplant ist, sollen die Arbeitsblätter in der Schule noch einmal besprochen werden, so dass von dem Besuch auf dem Vulkanhof auch etwas im Gedächtnis bleibt. Beim zweiten Besuch steht dann die Käserei auf dem Programm.
Der Besuch der Grundschüler ist eingebettet in das Projekt "Lernen auf dem Bauernhof", an dem landwirtschaftliche Betriebe in der Eifel und in der Moselregion teilnehmen. 19 Betriebe aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich sind dabei.
Dies wurde im Jahr 2006 vom "Forum Lernort Bauernhof" ins Leben gerufen. Beteiligt sind dabei unter anderem der Bauernverband, das Landwirtschaftsministerium, die Landfrauen und die Landjugend. Für solche Hofführungen gibt es hier Unterrichtsmaterialien, die aus dem Internet heruntergeladen werden können.
"Man merkt, dass viele Kinder gar nicht wissen, wie es auf einem Bauernhof zugeht", sagt Martina Weber. Sie möchte den Schülern die Zusammenhänge zwischen den Tieren im Stall und dem Endprodukt Käse vermitteln. Deshalb lässt sich Weber in mehreren Wochenendseminaren zur Bauernhofpädagogin ausbilden.
Die Ulmer Schulklasse ist für sie ein Debüt. Bisher hat sie zwar schon Hofführungen gemacht, aber noch nie eine ganze Klasse. Dennoch hat sie es leicht, denn sie kennt die Kinder. Ihr Sohn ist selbst in der Schülergruppe dabei. Auf dem Vulkanhof in Gillenfeld leben rund 250 Ziegen. 190 davon werden täglich zweimal gemolken. Der Käse wird auf dem Hof hergestellt und nicht nur in der Region sondern beispielsweise auch im KDW in Berlin angeboten. Insgesamt arbeiten 14 Menschen in Stall und Käserei, zehn davon als Teilzeitkräfte.
Neben dem Projekt Lernort Bauernhof werden auch Module angeboten, die zum Bildungskonzept des Natur- und Geopark Vulkaneifel passen. Hier soll Kindern und Jugendlichen die Region und die Landwirtschaft näher gebracht werden.Extra

Diese Betriebe stehen für Besuche von Schulklassen offen: Rüdiger Born, Morbach-Odert, ökologische Hühnerhaltung, Telefon 06533/5945 Morgenfelderhof, Eckfeld, Milchvieh- und Mutterkuhhaltung, Grünland, Schweinehaltung, Ackerbau, Telefon 06572/2149, Mobil 0176/41220797 Paul Brandsma, Hof Breit, Wittlich, ökologische Landwirtschaft, Käseherstellung, Telefon 06571/3248 Klaus Brösch, Osann-Monzel, Weinbau, Gaststätte, Telefon 06535/434 Stefan Engel, Hetzerath, Milchviehhaltung, Ackerbau, Telefon 06508/99084 Josef Föhr, Minheim, Weinbau, Telefon 06507/99091 Christoph und Monika Gassen, Kröv, Weinbau, Telefon 06541/5889 Kloster Himmerod GmbH, Großlittgen, Milchviehhaltung, Ackerbau, Telefon 06575/1732 Matthias und Annette Knop, Morbach-Hunolstein, Mutterkuhhaltung, Schweinemast, Ackerbau, Telefon 06533/4154 Arno Knöppel, Morbach-Gonzerath, Grünland, Rindviehhaltung, Telefon 06533/4761 Jürgen Krämer, Kapellenhof, Manderscheid, Milchviehhaltung, Jungviehaufzucht, Streichelzoo, Telefon 06572/4408 Engelbert Lausberg, Monzelfeld, Milchviehhaltung, Ackerbau, Pferde, Telefon 06531/3951 Rudolf Manz, Talling, Milchviehhaltung, Ackerbau, Telefon 06504/99000 Gerd Remmy, Morbach-Hoxel, Milchviehhaltung, Ackerbau, Telefon 06533/3452 Albert Steinmeyer, Araberhof Heidenburg, Araberzucht, Reiten, Telefon 06509/230 Günter Thetard, Wittlich-Dorf, Ackerbau: Kartoffeln, Grünspargel, Tabak, Telefon 06571/29018 Hans Werner Thul, Wintrich, Weinbau, Pferde, Mutterkuhhaltung, Telefon 06534/8444 Manfred Zelder, Wittlich, Milchviehhaltung, Telefon 06571/8519 Herbert Zisch, Minheim, Weinbau, Brennerei, Telefon 06507/5008 noj