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Gewerkschaftsbund wählt neuen Kreisvorsitzenden

Marcus Heintel. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Marcus Heintel. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Delegierte der Gewerkschaften haben den Heinzerather Marcus Heintel als neuen Kreisvorsitzenden des DGB gewählt. Er ist damit Ansprechpartner für Betriebsräte und Gewerkschaften im Kreis Bernkastel-Wittlich.

Wittlich. (cst) Marcus Heintel ist der neue Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die Delegierten von acht Gewerkschaften wählten das Verdi-Mitglied bei der Kreisdelegiertenkonferenz des DGB in Wittlich für vier Jahre in dieses Amt. Heintel, der als einziger Kandidat zur Wahl stand, erhielt in geheimer Abstimmung 13 Ja-Stimmen. Zwei der 17 anwesenden Delegierten stimmten gegen ihn, einer enthielt sich, ein Stimmzettel war ungültig. 30 stimmberechtigte Delegierte waren zur Kreiskonferenz und Wahl des Vorsitzenden eingeladen. Der neue Kreisvorsitzende tritt die Nachfolge von Willi Brandt (Gewerkschaft Verdi) an, der sich für das Amt nicht mehr zur Wahl stellte. Im Kreisvorstand unterstützen acht Delegierte Heintel, die die einzelnen Gewerkschaften in den Kreisvorstand entsenden.

Heintel ist der erste Kreisvorsitzende, den die Delegierten der Kreiskonferenz gewählt haben. In der Vergangenheit setzte sich der Kreisvorstand allein aus Vertretern der acht Gewerkschaften zusammen, die aus ihren Reihen einen Vorsitzenden festlegten. Der Grund für die Änderung ist laut DGB-Regionsgeschäftsführer Christian Schmitz aus Trier der Kostendruck. In vielen Bezirken in Deutschland sind die Kreisvorsitzenden hauptamtlich angestellt. Sie werden jetzt von gewählten ehrenamtlichen Vorsitzenden ersetzt. In der Region Trier wirkt sich die Änderung nicht aus, denn dort sind die Kreisvorsitzenden bereits ehrenamtlich tätig.

Die Hauptaufgabe des Kreisvorsitzenden besteht darin, als regionaler Ansprechpartner für Gewerkschaften und Betriebsräte zur Verfügung zu stehen, sagte Schmitz. Zudem soll er Arbeitnehmerbelange in die Politik einbringen.

Heintel arbeitet bei der Arbeiterwohlfahrt und ist Mitglied bei der Gewerkschaft Verdi. Der 34-Jährige wohnt in Heinzerath und ist in mehreren kommunalen Gremien tätig. Als Kandidat der SPD trat er bereits zweimal als Direktkandidat für die Bundestagswahl an. Heintel betonte, dass ihm die Beschäftigten in den Pflegeberufen sehr am Herzen liegen. Der Awo-Mitarbeiter forderte ausreichenden Lohn für Fachpersonal, das in der Pflege tätig ist. Zudem sprach er sich für eine Bürgerversicherung bei der Pflege aus.

DGB-Geschäftsführer Schmitz gab einen Einblick in die Probleme der Beschäftigten. 1500 Menschen in der Region arbeiteten Vollzeit und seien aufgrund niedriger Löhne gezwungen, ihr Gehalt mit Hartz IV aufzustocken. Zudem seien fast ein Drittel der 150 000 Arbeitsverträge im ehemaligen Regierungsbezirk Trier "prekär". Schmitz bezeichnete mit diesem Ausdruck die Situation von 50 000 Beschäftigten, die in einem 400-Euro-Job, als Leiharbeiter oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt sind. ExtraDer neue Kreisvorstand: Vorsitzender Markus Heintel (Gewerkschaft Verdi), Edgar Gröber (IG Bau), Bernd Büscher (Gewerkschaft der Polizei), Erni Schaaf-Peitz (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), Jens Peters (IG Metall), Klaus Schmitt (Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten). Die Gewerkschaften EVG (Eisenbahn und Verkehr), BCE (Bergbau, Chemie, Energie) sowie Verdi haben noch keine Vertreter für den Kreisvorstand benannt. (cst)