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Glaube im Alltag

Pater Cletus Wingen. TV-Foto: Archiv
Pater Cletus Wingen. TV-Foto: Archiv
Ein Freund wohnt in Offenbach am Main direkt in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Manchmal kommt alle zwei Minuten ein Flugzeug.

Kein Wunder, dass sich viele Leute über den Lärm beschweren, von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr nachts. Es ist voll geworden am Himmel. Hätte Jesus überhaupt starten können - zum Himmel ohne Flugerlaubnis? Ja, ich weiß damals gab es noch keine Flugzeuge und wahrscheinlich auch keine Ufos. Es ist unser Problem in der deutschen Sprache, dass wir für zwei verschiedene Sachen denselben Namen haben: Es gibt einen "Himmel", den die Engländer "Sky" nennen. Das ist der Raum der Flugzeuge, der Wetterballons, der Ufos, der Drohnen, der Satelliten und so weiter. Dieser "Himmel" ist im Prinzip ohne Grenzen - im grenzenlosen Weltraum. Die frühen Atheisten haben daraus den Schluss gezogen: Daher kann es keinen Gott geben. Oder die Sowjets: Unsere Sputniks haben den Weltraum erforscht und nirgends einen Hinweis auf die Existenz Gottes gefunden. Also gibt es keinen Gott! Daneben gibt es aber eine andere Wirklichkeit, die wir auch "Himmel" nennen, die Engländer nennen ihn "heaven". Das ist der Bereich des unsichtbaren Gottes. In der Bibel wird das meistens angedeutet mit dem Bild der Wolke: Jesus wurde am 40. Tag nach der Auferstehung vor den Augen seiner Freunde emporgehoben. Und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Im Klartext: Jesus ist in den unsichtbaren Bereich Gottes gegangen, der zweiten Bedeutung von "Himmel". Was machen diese Jünger Jesu? Sie glotzen nach oben! Auf deutsch: Sie verstehen (mal wieder) nichts. Himmlische Boten müssen erklären, was sie gesehen haben: "Genauso werdet Ihr ihn wiederkommen sehen!" Ob wir heute besser verstehen, was Gott uns damit sagen will? "Glotzt nicht zum Himmel, eurer Bereich ist (jetzt noch) die Erde!" Da haben wir genug zu tun! Pater Cletus Wingen, Kooperator an der Wallfahrtskirche in Klausen. Er verlässt im Herbst das Dekanat Wittlich.