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Spende
Hoffnung auf ein besseres Leben

2014 lernte Stephanie Linden Nikita (hinten) und ihren Bruder Jabali kennen.
2014 lernte Stephanie Linden Nikita (hinten) und ihren Bruder Jabali kennen. FOTO: Stephanie Leiden
Plein. Stephanie Linden sammelt beim St.-Martins-Umzug in Plein für ein krebskrankes Kind aus Afrika. Von Julia Nemesheimer

Manchmal lernt man Menschen kennen, die einem sehr ans Herz wachsen, auch wenn die Entfernung 6780 Kilometer Luftlinie beträgt. So geht es Stephanie Linden aus Plein. Sie lebte 2014 für sechs Monate im Rahmen ihrer Freiwilligen-Arbeit in einer Schule im kenianischen Mombasa. Unterkunft fand sie bei der alleinerziehenden Lornah sowie deren beiden Kindern Nikita und Jabali. Doch die zehnjährige Nikita ist schwer erkrankt und für Linden ist es eine Herzenssache, der jungen Afrikanerin zu helfen.

„Das war schon eine große Umstellung im Vergleich zu meinem Leben hier in Deutschland. Aber ich würde die Zeit niemals missen wollen“, meint die junge Studentin. „Noch heute haben wir sehr regen Kontakt, wir schreiben viel miteinander.“

Seither unterstützt Stephanie Linden ihre Gastfamilie tatkräftig. Mit Paketen aus Deutschland, mit Schulgeld, um den Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen, die ihnen später Türen öffnen kann. „In Kenia sind die staatlichen Schulklassen meist komplett überfüllt. Bis zu 100 Kinder unterschiedlichen Alters und Wissenstands werden von einem Lehrer unterrichtet“, berichtet Linden. „Uns ist es daher sehr wichtig, dass Nikita und Jabali eine Schule mit weniger Kindern pro Klasse besuchen können, in der sie viel besser gefördert werden.“ Beide sind sehr wissbegierig und lernen viel, Nikita war schon oft Klassenbeste. Doch vor einiger Zeit nahm ihre Leistung ab, ihr Umfeld bemerkte eine unerklärliche Gewichtszunahme. Das zehnjährige Mädchen klagte über starke Kopfschmerzen, ständige Müdigkeit und musste zu vielen Ärzten, die alle ratlos waren. Weder Infektionen noch Bakterien oder eine verschleppte Grippe ließen sich diagnostizieren oder gar behandeln.

Aber der Zustand verschlechterte sich, Sehstörungen, Gleichgewichtsprobleme, Übelkeit und Erinnerungslücken kamen hinzu. Die endlich veranlasste Computertomographie (CT) offenbarte, dass im Kopf des Mädchens ein Tumor wuchert, der Zysten bildet. Zwar ist er gutartig, kann ohne entsprechende Operation aber dennoch lebensbedrohlich werden. Vor kurzem wurde der Druck auf die umliegenden Gehirnareale zu groß und die Ärzte mussten eine Not-Operation durchführen. „Eigentlich empfehlen die Ärzte in Kenia, dass Nikita im Ausland operiert werden soll. Es fehlt einfach an Wissen und vielem mehr. Die Tumorform ist selten und gerade am Gehirn kann so viel schief gehen“, erklärt Stephanie Linden die Problematik.

Die vielen Arztbesuche und auch die Not-OP haben schon viel Geld verschlungen. Eine Reise ins Ausland, um Nikita mit dem nötigen Fachwissen behandeln zu lassen, kostet nochmal etliche tausend Euro. „Das kann die Familie nicht aufbringen und daher hoffe ich, dass ich Menschen erreiche, die uns finanziell unter die Arme greifen. Jeder einzelne Euro kann dabei mithelfen, dass Nikita wieder gesund wird und zurück in die Schule kann.“

Noch wartet Stephanie Linden auf mehr Informationen, um eine Meinung von deutschen Ärzten einholen zu können. „Die Mühlen mahlen langsam in Kenia. Auf Ergebnisse von Arztbesuchen wartet man da schon mal länger. Um eine Fachmeinung aus Deutschland zu bekommen, hoffe ich gerade auf die neuesten CT-Ergebnisse nach der OP. Dann wird auch entschieden, ob es möglich ist, Nikita in Deutschland zu operieren“, berichtet Linden. „Ich weiß noch nicht, wie teuer es am Ende wird. In Afrika müsste ich für die Operation mit bis zu 12 000 Euro rechnen. Hier in Deutschland kann ich sicher mindestens das Doppelte, vielleicht gar Dreifache veranschlagen.“ Aus diesem Grund bemüht sich Stephanie Linden darum, viele Menschen zu erreichen, die Nikita eine Genesung ermöglichen.

Beim St.-Martins-Umzug in Plein am Donnerstag, 8. November, übernimmt der FSV Plein den Getränkeverkauf und spendet den Erlös an Nikita. Unterstützung gibt es auch von den Benefizradlern, die nicht nur das Spendenkonto zur Verfügung stellen, sondern einen Teil der Einnahmen des Benefizhallenfußball-Turniers vom 14. bis 16. Dezember im Eventum Wittlich an das kranke Mädchen aus Afrika spenden.

Spendenkonto: Kontoinhaber: Benefiz­radler e.V. IBAN: DE22 5876 0954 0008 0224 90 BIC: GENODED1WTL Kennwort: „Nikita“. Spendenquittungen sind auf Wunsch möglich.