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Brandschutz
Was Hänschen nicht lernt ...

Die jüngste Bambinifeuerwehr ist im August in Traben-Trarbach gegründet worden. Dabei waren neben den Jungen und Mädchen die Betreuerinnen der Gruppe sowie Funktionäre der Feuerwehr und der Politik.
Die jüngste Bambinifeuerwehr ist im August in Traben-Trarbach gegründet worden. Dabei waren neben den Jungen und Mädchen die Betreuerinnen der Gruppe sowie Funktionäre der Feuerwehr und der Politik. FOTO: Christoph Strouvelle
Laufeld. Der Kreisfeuerwehrverband wirbt bei den Einsatzkräften in der Region, weitere Bambini-Gruppen zu gründen. Bisher gibt es in seinem Zuständigkeitsbereich 13 dieser Gruppen, die meisten davon in der VG Wittlich-Land. Von Christoph Strouvelle

Die Feuerwehren im Landkreis werben immer aktiver um ihren Nachwuchs. Insbesondere geht es Brandschützern darum, die Kinder im Grundschulalter für die Feuerwehren zu begeistern. Deshalb werden  immer mehr Bambini-Gruppen gegründet. Um diese Entwicklung voranzutreiben, hat der Kreisfeuerwehrverband jetzt Vertreter interessierter Feuerwehren zu einem Infoabend nach Laufeld eingeladen.

„Die Bambini-Gruppen sind ein wichtiges Instrument, um Jugendfeuerwehren am Laufen zu halten“, sagt Peter Gerhards, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Bernkastel-Wittlich, zu 20 Vertretern von Wehren aus dem ganzen Landkreis. Diese wiederum seien ein wichtiger Baustein, um den notwendigen Nachwuchs  zu sichern. Wehren in kleineren Orten könnten gemeinsam mit Nachbargruppen eine Bambinigruppe gründen.

Etwa zweimal monatlich könnten sich die Bambini im Alter zwischen sechs und zehn Jahren mit Betreuern treffen, um Sachen über das Rettungswesen zu lernen, aber auch um zu basteln und zu spielen. Ideal für den Aufbau seien Personen, die als Erzieher arbeiten und ehrenamtlich aktiv sind. Doch sei dies nicht Bedingung, sagt Sabine Christ, Fachbereichsleiterin Bambini-Feuerwehr beim Kreisfeuerwehrverband Bernkastel-Wittlich und Leiterin der Bambini-Feuerwehr Osann-Monzel. „Es ist viel einfacher, als viele denken“, sagt sie.

Sie habe pädagogische Erfahrung gesammelt, indem sie zwei Kinder großgezogen habe. Bei feuerwehrspezifischen Angelegenheiten können Einsatzkräfte helfen. Ziel der Bambini-Feuerwehr sei es, bei den Kindern spielerisch das Interesse an der Wehr zu wecken. „Nur 30 Prozent der Zeit sind für feuerwehrtechnische Ausbildung vorgesehen“, sagt Christ. Dazu gehöre, dass die Jungen und Mädchen Geräte und Ausrüstung kennenlernen sowie Brandschutz und Verkehrserziehung.

„Wenn sie einen Notruf absetzen sollen, kennen sie oft ihre eigene Adresse nicht“, sagt sie. Darüber hinaus sollen bei den Kindern soziale Kompetenzen gefördert werden wie Teamgeist, Kameradschaft und Hilfsbereitschaft. Weiter sollen die Kinder bei Gefahrensituationen richtig handeln. Doch beim größten Teil der Treffen sollen die Kinder basteln, malen und kreativ sein, sagt sie.

Gute Erfahrungen hat sie bei der Zusammenarbeit mit dem Kindergarten gemacht, dessen Kinder in regelmäßigen Abständen die Feuerwehr besuchen. Der Erfolg zeige sich: Alle zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr Osann-Monzel kommen aus den Reihen der Bambini, sagt Christ.

Die anwesenden Brandschützer  stehen den Ausführungen positiv gegenüber. Der Morbacher Wehrleiter Marco Knöppel sagt, er habe die Bambini-Gruppen erst skeptisch betrachtet. „Jetzt hätte ich gerne eine“, sagt er. Das Problem sei es, Betreuer zu finden. Er will das Thema beim nächsten Funktionsträgertreffen seiner Wehr auf die Tagesordnung setzen.

Der Kreisfeuerwehrinspekteur Jörg Teusch sagt, der Erfolg sei kein Zufall. „Wir müssen die Bambini aktiv ansprechen, damit sich etwas bewegt“, sagt er. Viele Vereine sprechen Kinder früher an als die Wehren. Peter Gerhards: „Wir sind froh über jede Bambini-Gruppe, die sich gründet. Das soll ein Selbstläufer werden.“