| 17:22 Uhr

Dorfleben
Damit alles länger frisch bleibt

Klaus Neubürger und Richard Neidhöfer im Gefrierhaus in Lüxem.
Klaus Neubürger und Richard Neidhöfer im Gefrierhaus in Lüxem. FOTO: Christina Bents
Wittlich-Lüxem. In Lüxem gibt es seit 1961 ein Gemeinschaftsgefrierhaus, das immer noch in Betrieb ist. Die Kühlfächer sind sehr gefragt. Von Christina Bents

Eine dicke Jacke anzuhaben, wenn man ins Gemeinschaftsgefrierhaus nach Lüxem geht, ist sicherlich eine gute Idee, denn im Gefrierraum herrschen minus 18 Grad. Die Bauweise der Einrichtung ist  wahrscheinlich einer der Gründe, warum es noch existiert. Viele andere Gefrierhäuser, die es einmal im Kreis Bernkastel-Wittlich gab, hatten nämlich einzelne Kühlfächer in einem Raum mit normaler Temperatur.

Klaus Neubürger sagt: „Durch die vielen einzelnen Kühlfächer gab es häufig Probleme mit den Dichtungen und der Technik. Das ist bei uns nicht der Fall, denn der gesamte Raum, indem es 79 abschließbare Holzregale gibt, wird gekühlt.“ Für ein Fach mit 125 Litern zahlt man im Jahr 20 Euro Miete, für 250 Liter sind 37 Euro fällig.

Ein weiterer Punkt, der dazu beigetragen hat, dass das Lüxemer Gefrierhaus überlebt hat, war ein Einzel- und Großhändler, der eine Zeit lang alle Fächer mietete, die frei geworden waren. Im November 2009 ist das Dach neu eingedeckt und eine zusätzliche Isolierung von 22 Zentimetern Stärke auf das Dach aufgebracht worden. Investiert wurden dafür von Seiten der Mitglieder je zehn Euro, der Ortsbeirat hat 300 Euro gegeben, so dass von den Rücklagen der Interessensgemeinschaft nur knapp 1200 Euro gebraucht wurden. Dadurch spart die Interessengemeinschaft 1000 Kilowatt im Jahr ein, das sind rund 250 Euro. Insgesamt liegen die Stromkosten jetzt bei 1200 Euro in zwölf Monaten. Dafür gab es im vergangenen Jahr einen Klimaschutzpreis. Klaus Neubürger sagt: „Bei unseren Preisen kann selbst der günstigste Gefrierschrank für den Hausgebrauch nicht mithalten.“ Inzwischen ist das Gemeinschaftsgefrierhaus so beliebt, dass es eine Warteliste für ein freies Fach gibt.

Vermietet werden die Fächer ausschließlich an Privatpersonen. Rund die Hälfte der Mieter sind aus Lüxem, es gibt auch Personen aus Großlittgen, die hier ein Fach haben.

Die Baukosten betrugen 1961 für das Gebäude und die Gefrieranlage 25 500 D-Mark. In den Anfangsjahren musste man einen Beitrittspreis von 300 D-Mark bezahlen, um beim Gefrierhaus dabei zu sein. Das gibt es aber heute nicht mehr. Auch die Zerlegetische und der Hauklotz im Arbeitsraum, auf denen die geschlachteten Tiere gleich zerlegt werden konnten, werden heute kaum noch genutzt. Doch der kleine Vorkühlraum zum eigentlichen Gefrierraum ist gefragt, bei Feierlichkeiten zum Kühlstellen von Kuchen oder bei Jägern, um das erlegte Wild zu kühlen, bis es weiterverarbeitet wird.

„Bei den Dingen, die hier gelagert werden, muss aber der Name dran stehen, damit man nachvollziehen kann, wer hier drin war.“ Der Raum müsse sauber wieder verlassen werden. Aktuell ist das Gemeinschaftsgefrierhaus in einem sehr guten Zustand. Das Einzige, was in den kommenden Jahren vielleicht ansteht, ist eine neue Kühlmaschine. Dafür bildet die Interessengemeinschaft mit ihrem vierköpfigen Vorstand bereits Rücklagen.