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Pfadfinder
Pfadfinder: Die Stadt hat einen neuen Stamm

In Jurten übernachten und auf dem Feuer kochen - das gehört zum Pfadfinderleben dazu und das erlebten die Kinder und Jugendlichen beim Start-Wochenende der neuen Pfadfindersiedlung in Wengerohr. Links vorne Gundolf Eckardt, der Stammesführer der Burgmannen Westerburg.
In Jurten übernachten und auf dem Feuer kochen - das gehört zum Pfadfinderleben dazu und das erlebten die Kinder und Jugendlichen beim Start-Wochenende der neuen Pfadfindersiedlung in Wengerohr. Links vorne Gundolf Eckardt, der Stammesführer der Burgmannen Westerburg. FOTO: TV / Björn Pazen
Wittlich-Wengerohr. In Wittlich-Wengerohr wurde unter dem Dach der Freien Evangelischen Gemeinde eine neue Pfadfindergruppe gegründet. Von Björn Pazen

Fußballer David Beckham war es, Sängerin Mariah Carey genauso wie Königin Beatrix der Niederlande - und die berühmtesten sind Tick, Trick und Track aus dem Stamm „Fähnlein Fieselschweif“ in Entenhausen: richtig, es geht um Pfadfinder. 300 Millionen Menschen weltweit waren seit der Gründung der Bewegung im Jahr 1907 Pfadfinder, in Deutschland gibt es aktuell geschätzte 800 000 Kinder und Jugendliche, die einem Stamm angehören. 

Nun kommen in Wittlich weitere hinzu. Unter dem Dach der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) hat sich am vergangenen Wochenende eine neue „Siedlung“ gegründet, nach zwei Jahren wird bei erfolgreicher Arbeit und genügend Mitstreitern ein Stamm daraus. „Wir hatten vor rund einem Jahr die Idee, eine eigenen Pfadfindergruppe zu gründen, um ein Angebot für junge Menschen zu schaffen“, sagte FEG-Gemeindemitglied Michael Follmann.

Man nahm Kontakt zum nächstgelegenen Stamm einer Freien Evangelischen Gemeinde in Westerburg im Westerwald auf, traf sich mit den dortigen Verantwortlichen und besuchte Schulungen für Gruppenleiter und Stammesführer.

Nun waren rund 15 Kinder und Jugendliche der Einladung gefolgt, auf der Wiese hinter dem FEG-Gotteshaus in Wengerohr wurden echte Pfadfinderzelte aufgeschlagen (Kote und Jurten), in denen auch übernachtet wurde, es wurde Holz gespalten, Feuer gemacht- und sonntagmorgens folgte der offizielle Start-Gottesdienst. Aus Westerburg war Gundolf Eckardt, der Stammesführer der Burgmannen angereist, den alle nur Gandalf nennen, um die Neugründer zu unterstützen. „Die Kinder lernen in den Wochenstunden erst einmal, wie man verantwortungsvoll und verletzungsfrei mit Werkzeugen wie Sägen und Beilen oder mit Feuer umgeht, dann folgen die klassischen Knoten und der Zeltaufbau, bevor es dann irgendwann ins erste Stammeslager geht“, sagt Eckardt.

Wie bei allen anderen Stämmen, haben die unterschiedlichen Altersgruppen die gleichen Namen: Wölflinge sind sieben bis zehn Jahre alt, dann folgen die Jung-Pfadfinder (zehn bis 13 Jahre), Pfadfinder (13 bis 17) und schließlich die Rover bis 25 Jahren, die im Idealfall dann selbst wieder Gruppenführer werden.

In Wengerohr gibt es zum Start erst einmal zwei Gruppen. „Kinder sollen gerade beim Lager alles selbst machen, sich selbst versorgen - und so auch ein Verhältnis zur Natur aufbauen. Denn ein Pfadfindermotto lautet: Wir wollen die Welt ein bisschen besser zurücklassen, als wir sie vorgefunden haben. Und das gilt speziell für unsere Lager, da soll der Platz nachher sauberer sein als vorher“, sagt Eckardt.

Neben den einmal pro Jahr stattfindenden Stammeslagern gibt es bei den FEG-Pfadfindern Regionallager und alle drei Jahre ein Bundeslager.

Die Wochenstunden für die Pfadfinder sind immer freitags von 17.30 bis 19 Uhr im Gemeindezentrum in Wengerohr in der Spitz 45. Das Angebot richtet sich explizit nicht nur an Kinder von aktuellen Gemeindemitgliedern: „Wir sind natürlich offen für Kinder und Jugendliche aller Konfessionen und wir sind keine Konkurrenzveranstaltung zu bestehenden Pfadfinderstämmen“, betont Michael Follmann. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben, die Pfadfinder und die gesamte Gemeindearbeit finanzieren sich durch Spenden der Mitglieder.
Infos unter wittlich.feg.de, Ansprechpartner für die Pfadfindergruppen ist Axel Grökel.