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Wirtschaft
Weich, flauschig, kuschelig: Wittlicher Start-Up-Unternehmer vermarktet Alpaka-Produkte

Jannik Weich aus Wittlich (rechts) mit seinem Geschäftspartner David Kuttschrütter - gemeinsam vertreiben sie Produkte aus Alpaka-Fell.
Jannik Weich aus Wittlich (rechts) mit seinem Geschäftspartner David Kuttschrütter - gemeinsam vertreiben sie Produkte aus Alpaka-Fell. FOTO: Jannik Weich / Privat
Wittlich. Manchmal reichen kleine Ideen, um ein Unternehmen zu gründen. Jannik Weich aus Wittlich hat gemeinsam mit seinem Freund David Kuttschrütter „Weich Couture Alpaca“ erschaffen. Von Julia Nemesheimer

Mit 16 Jahren ist Jannik Weich das erste Mal nach Südamerika gereist, genauer gesagt: nach Peru. Dort sind ihm zum ersten Mal Alpakas über den Weg gelaufen. Die zur Gattung der Kamele gehörenden Tiere sind in dem Andenland stark domestiziert worden und liefern den Menschen in erster Linie Wolle. Die ist sehr fein, vergleichbar mit Seide, innen sind die Fasern hohl. Dadurch kann die Wolle sowohl Wärme als auch Kälte speichern und auch wieder abgeben. Das Fell der Alpakas ist hypoallergen: für Allergiker, Babys oder empfindliche Hauttypen geeignet.

Einmal im Jahr werden die Tiere geschoren, bei einer Lebenserwartung von 20 bis 25 Jahren bietet das Tierprodukt den Alpakafarmern ein gutes Einkommen. „Die Tiere sterben in der Regel eines natürlichen Todes und werden kaum weiter genutzt. Das Fleisch wird nur selten gegessen,“ erzählt Jannik Weich von seinen Erfahrungen. „Das Fell allerdings kann man nachhaltig verwenden.“

Doch erst einmal spielen die Alpakas im Leben von Jannik Weich keine größere Rolle. Nach dem Abitur beginnt er erst einmal an der Otto-Beisheim-School-of-Management in Koblenz ein Studium. Doch Peru und die Alpakas lassen ihn nicht los. „Nach meinem Bachelor war ich für ein Start-Up in New York, das war schneller zu Ende als gedacht. Bis mein Masterstudium losgehen sollte, hatte ich plötzlich ein halbes Jahr Leerlauf“, blickt der Student zurück. Und da passte es, dass schon seit einiger Zeit die Idee für ein besonderes Unternehmen in seinem Kopf war: exklusive Produkte aus Alpaka-Fell, für die kein Tier getötet werden muss. „In der freien Zeit bin ich dann mit meinem Kommilitonen David Kuttschrütter nach Peru geflogen. Wir sind quer durchs Land gereist und haben passende Zulieferer gesucht, die uns die höchste Fell-Qualität liefern können“, erzählt Weich. „Wir haben einige exklusive Züchter gefunden, die uns genau das liefern, was wir möchten“, berichtet der Jungunternehmer. Und so kam es, dass im Herbst 2017 „Weich Couture Alpaca“ gegründet wurde. Die Produkte der Firma: in Peru handgefertigte Kissen, Decken und Teppiche aus natürlichem Material, die ohne Tierleid entstehen. „So etwas gibt es bisher nicht in Europa. Die hohe Qualität hat natürlich auch ihren Preis“, meint Weich.

Die beiden Unternehmer setzten neben dem Handel im eigenen Onlineshop auf Kooperationen mit exklusiven Einrichtungshäusern, auf die Zusammenarbeit mit Inneneinrichtern und Innendesigern sowie auf Hotels. Und das läuft:  Der Wittlicher punktete mit seinen Produkten bereits auf Heimtextil-Messen in Paris oder Frankfurt, Geschäfte in Köln und St. Moritz stellen die Waren aus. „Ganz wichtig ist bei unseren Produkten der Tastsinn. Der Kunde muss selbst erfahren, wie weich das Fell ist, daher ist die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern für uns essentiell“, geht Weich auf das Geschäftsmodell ein. Für die Zukunft möchten er und sein Partner das Sortiment ausweiten, die Möglichkeiten etwa auf dem Babymarkt seien groß.

In Kürze wird Jannik Weich sein Studium abschließen. Danach soll mehr Zeit für das junge Unternehmen da sein und der Fokus ganz klar darauf liegen, die Marke auszubauen.