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Kleidergeschäfte in Wittlich schließen: Läden gehen, Zuversicht bleibt

Oliver Mode schließt, die Gina Laura Filiale (im Bild) in der Wittlicher Innenstadt ist bereits dicht.
Oliver Mode schließt, die Gina Laura Filiale (im Bild) in der Wittlicher Innenstadt ist bereits dicht. FOTO: David Falkner / TV
Wittlich . Gleich zwei Kleiderläden in der Wittlicher Burgstraße haben innerhalb von zwei Wochen ihre Türen für immer geschlossen. Der Grund: zu wenig Kundschaft. Die Stadt sieht aber auch positive Entwicklungen. Von David Falkner
David Falkner

Malin Eilers, PR-Managerin bei der Ulla Popken GmbH, zu der die Gina-Laura-Filialen gehören, antwortet schriftlich auf die TV-Anfrage: „Wir haben uns entschlossen, den Mietvertrag für den Standort Wittlich nicht zu verlängern“, schreibt sie. Auch hier der Grund: zu wenige Kunden. Immer mehr Frauen  würden stattdessen den Online-Shop nutzen. In Wittlich sei damit erstmal Schluss für die Kette: „Aus Wittlich wird diese Filiale leider ganz wegziehen, die nächste ist in Trier.“ Mit den Angestellten seien Gespräche geführt worden, man habe ihnen angeboten, mit nach Trier umzuziehen.

Trübe Aussichten also für die Wittlicher Innenstadt? Nicht unbedingt. Klar, die Schließungen sind traurig für Inhaber, Angestellte und treue Kunden. Im Großen und Ganzen sieht die Lage aber trotzdem gar nicht so schlecht aus: Im Jahr 2017 haben laut Angaben von Stadt-Pressesprecher Rainer Stöckicht in der Innenstadt zwar acht Läden dicht gemacht, gleichzeitig wurden aber auch 17 neu eröffnet. „Die Modebranche steht offenbar nicht nur in Wittlich vor strukturellen Problemen – zumindest dann, wenn nicht parallel das Warenangebot der Filiale im Internet präsent ist“, heißt es vonseiten der Stadt. Stöckicht verweist auf das Innenstadtentwicklungskonzept:

Durch die Sanierung vieler Gebäude in der Innenstadt lebten heute 65 Prozent mehr Menschen in der City wie noch vor sechs Jahren. Mit neuem Mobiliar, öffentlichem W-Lan und dem Projekt Alwin (steht für Aktives Leerstandsmanagement Wittlicher Innenstadt) versuche man, das Angebot in der Innenstadt „bewusst von dem des Produktportfolios am Stadtrand zu differenzieren“.  „Selbstverständlich kann mit diesem Programm nicht verhindert werden, dass auch mal wieder Geschäfte schließen. Wir möchten die dann entstehenden Lücken aber mit neuen Geschäftsideen füllen, um die Innenstadt nochmal interessanter zu gestalten“, heißt es von der Stadt.

Gesagt, getan: In der bisherigen Gina-Laura-Filiale in der Burgstraße 10 wird am Freitag, 15. Dezember, 19 Uhr, eine Fotoausstellung des Forums für Fotografie Mosel-Eifel eröffnet. Im Anschluss an die Ausstellung zieht ein benachbartes Modegeschäft in die Räume, während deren eigene Räume saniert werden.

Und dann? „Die Zwischenzeit soll genutzt werden, um gemeinsam mit den Eigentümern eine Nachfolge für die Fläche zu finden“, sagt Stadt-Sprecher Stöckicht. Bei der Stadt ist man also optimistisch: Mit Alwin sei die Leerstandssituation deutlich verbessert worden, man befinde sich auf einem guten Weg.  „Richtig zufrieden sind aber alle Akteure erst, wenn keine Leerstände mehr zu verzeichnen sind.“ Klar ist aber auch eines, und das weiß auch die Stadt: „Letztlich entscheidet aber immer nur der Kunde mit seinem Einkaufsverhalten, ob und welche Geschäfte bestehen können.“

Oliver verschwindet aus der Geschaeftswelt der Burgstrasse in Wittlich.
Oliver verschwindet aus der Geschaeftswelt der Burgstrasse in Wittlich. FOTO: Klaus Kimmling / klaus kimmling