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Kriminalität
Mehr Drogen, weniger Diebstähle

Bei den Rauschgiftdelikten verzeichnet die Statistik einen Anstieg der Delikte.
Bei den Rauschgiftdelikten verzeichnet die Statistik einen Anstieg der Delikte. FOTO: Daniel Karmann
Wittlich/Bernkastel-Kues/Morbach/Traben-Trarbach. Die Polizeiinspektionen haben ihre Kriminalstatistik für das Jahr 2017 veröffentlicht. Insgesamt ziehen sie ein positives Fazit: Es lässt sich in der Region gut leben.

Im Bereich der Polizei- und Kriminalinspektion Wittlich und Bernkastel-Kues ist die Zahl der Straftaten leicht gesunken, in Zell und Morbach dagegen gestiegen.

WITTLICH Für Wittlich wurden von der Polizei für das Jahr 2017 insgesamt 3080 Straftaten, 145 weniger als im Vorjahr, gemeldet. Rund 72 Prozent davon konnten aufgeklärt werden. Dominik Sienkiewicz, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Wittlich und Ralf Durben, Leiter der Kriminalinspektion Wittlich, ziehen daher eine positive Bilanz: „Das Risiko im Raum Wittlich, Opfer einer Straftat zu werden, ist statistisch gesehen deutlich geringer als im Landes- und Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig ist das Risiko entdeckt zu werden für die Täter enorm hoch.“

Unerfreulich sei allerdings die leicht gestiegene Zahl der Körperverletzungen von 437 registrierten Fällen, im Vorjahr waren es 433. Diese haben sich laut Polizei hauptsächlich bei öffentlichen Veranstaltungen oder in engen sozialen Beziehungen ereignet. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung liegt bei 57 im Jahr 2017. Erstmals haben die Beamten 2017 sexuelle Belästigungen in dieser Rubrik erfasst. Diese machen damit den wesentlichen Teil des Anstiegs aus. Deutlich zurückgegangen sind Diebstähle. 2016 waren es 447 Fälle, im vergangenen Jahr 413. Am deutlichsten gesunken sind die Wohnungseinbrüche: Bei mehr als der Hälfte blieb es beim Versuch.

Eine steigende Tendenz hat die Polizei bei den Sachbeschädigungen festgestellt: 287 Fälle wurden 2017 registriert, 236 im Vorjahr. Betrugs- und Fälschungsdelikte haben um 6,6 Prozent von 498 Fällen im Jahr 2016 auf 409 im Jahr 2017 abgenommen. 509 Rauschgiftdelikte wurden 2017 registriert, 2016 waren es 483. Insgesamt hat die Polizei bei allen Delikten insgesamt 1728 Tatverdächtige ermittelt.

BERNKASTEL-KUES „Es war ein ruhiges Jahr“, resümiert der Dienststellenleiter der PI Bernkastel-Kues, Klaus Herrmann. Es habe keine  herausragenden Vorfälle wie schwere Gewaltdelikte gegeben. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten in diesem Bereich mit 991 Fällen um 94 geringer als im Jahr 2016 mit 1085 Fällen.

Den größten Anteil an den rückläufigen Zahlen haben laut Herrmman die Diebstahls- und  Körperverletzungsdelikte (79 Fälle weniger). Bei den Eigentumsdelikten blieben 69 bereits im Versuchsstadium stecken, weil die Täter durch Alarmanlagen oder aufmerksame Bewohner gestört wurden.

Allerdings konnte die gute Aufklärungsquote von 73 Prozent aus dem Jahr 2016 nicht gehalten werden. 2017 lag sie wieder beim durchschnittlichen Wert von 66 Prozent. Fälle von Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind in der Statistik von Bernkastel-Kues nicht enthalten, weil diese von der Kriminalpolizei in Wittlich bearbeitet werden.

Die Befürchtungen, dass es im Bereich der PI Bernkastel-Kues durch die große Zahl an Touristen zu vermehrten Diebstählen gekommen sei, ist laut Polizei unbegründet. Insgesamt wurden nur 14 Fahrraddiebstähle und ein Taschendiebstahl gemeldet.

MORBACH Von der Polizeiinspektion Morbach wird ein genereller Anstieg von Straftaten um 51 Fälle von 421 im Jahr 2016 auf 472 Fälle 2017 gemeldet. Dazu tragen auch  Körperverletzungen bei, deren Zahl von 96 auf 123 gestiegen ist. Allerdings ist bei den schweren Delikten dieser Art ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Laut Polizei Morbach waren für die Mehrheit der Taten drei Täter verantwortlich.

Die Zahl der Diebstähle ohne erschwerende Umstände, also zum Beispiel Ladendiebstähle, sind von 86 Fällen auf 94 angestiegen. Laut Dienstellenleiter Hermann-Josef Decker werden mittlerweile auch mehr Fälle eher bemerkt, weil die Überwachung, beispielsweise durch Videokameras, zugenommen hat.

Bei „Diebstählen unter erschwerenden Umständen“, also Einbrüchen, hat die Polizei sechs Fälle mehr registriert (2016 waren es 17, im vergangenen Jahr 23).

Auch die registrierten Rauschgiftdelikte sind von 14 auf 21 angestiegen. Das komme auch daher, dass man diesem Bereich eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt habe, zum Beispiel bei den Kontrollen zum Festival Nature One, erläutert Dienststellenleiter Hermann-Josef Decker. Insgesamt zieht er ein positives Fazit. Es sei kein außergewöhnliches Jahr gewesen.

TRABEN-TRARBACH/ZELL Für die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach ist die Polizeiinspektion Zell zuständig. In dem Bereich, zu dem auch die Verbandsgemeinden Zell sowie Bad Bertrich und Beuren in der VG Ulmen gehören, ist die Zahl der Straftaten von 1217 auf 1308 Fälle angestiegen. Die Aufklärungsquote lag mit 70 Prozent um 3,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

Bei den Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung, ist die Zahl nach einer Abnahme 2016 wieder auf 236 Fälle angestiegen. 150 Verfahren wegen Körperverletzung wurden eingeleitet. Auch 38 Straftaten in engen sozialen Beziehungen wurden von der Polizei  bearbeitet.

Einen Rückgang von 177 Fällen (2016) auf 165 im vergangenen Jahr bei der Straßenkriminalität, also dem Diebstahl aus Fahrzeugen, Raub und Körperverletzungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen, vermeldet die Polizei Allerdings ist die Zahl der Sachbeschädigungen von 138 auf 153 Fälle gestiegen.

Bei der sexuellen Selbstbestimmung sind 18 Straftaten registriert worden, achtmal waren Kinder die Opfer. Fast alle Täter konnten gefasst werden.

Erfreuliche Zahlen zeigt die Statistik bei den Eigentumsdelikten. 190 und damit 51 weniger einfache Diebstähle und 81 und damit 34 weniger als im Vorjahr an Diebstählen unter erschwerenden Umständen wie Einbrüche wurden von der Polizei bearbeitet.

Wie die Polizei Zell mitteilt, ist die Zahl der Rauschgiftdelikte von 96 auf 187 Fälle angestiegen. Das bedeute aber nicht, dass es früher weniger Straftaten dieser Art gegeben habe. Im vergangenen Jahr seien aber durch besonders geschulte Spezialisten mehr Delikte aufgedeckt worden.

Die Aufklärungsquote ist laut Polizei mit 96,3 Prozent sehr hoch. Fazit der Polizei Zell: „In unserer Region lässt es sich immer noch recht gut und sicher leben. Schwerkriminalität ist die Ausnahme“.