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Kupfer aus der Grube Neuglück

Das obere Foto stammt aus der Zeit, als in der Grube noch gearbeitet wurde. Der Eingang (rechts unten) ist heute mit einem Eisentor gesichert. Der Stein aus dem Maarmuseum enthält das Kupfermetall Malachit. Fotos (2): Gemeinde Willwerscheid, Maarmuseum/TV-Foto: Christina Bents
Das obere Foto stammt aus der Zeit, als in der Grube noch gearbeitet wurde. Der Eingang (rechts unten) ist heute mit einem Eisentor gesichert. Der Stein aus dem Maarmuseum enthält das Kupfermetall Malachit. Fotos (2): Gemeinde Willwerscheid, Maarmuseum/TV-Foto: Christina Bents
Willwerscheid/Hasborn. Für einige Jahre wurde in den 1930er Jahren in einer Grube zwischen Hasborn und Willwerscheid (Landkreis Bernkastel-Wittlich) Kupfererz geschürft. Heute führt ein Wanderweg an der Grube Neuglück vorbei. Dass in der Eifel Erze abgebaut wurden, ist nicht ungewöhnlich: Vor 300 Millionen Jahren haben sich bei Gebirgsfaltungen Eisen- und Kupfererze gebildet. Christina Bents

Am südlichen Ende der Geo-Route Vulkaneifel um Manderscheid stoßen Spaziergänger im Wald am Sammetbach auf die Kupfergrube Neuglück. Der Eingang des Stollens, der 1939 stillgelegt wurde, ist mit einem Eisengitter verschlossen. Vergessen sei die Grube allerdings nicht, betont Rainer Schmitz, Leiter der Touristinformation in Manderscheid: "Sie liegt in einem Tal an einem Wanderweg. Durch das Gitter kann man hineinschauen. Eine Tafel im Eingangsbereich erklärt einiges zur Grube und zur Entstehung der Erze."TV-Serie Landmarken


45 Meter geht die Grube in den Berg hinein. Es gab drei Stollen, allerdings sind der obere und der untere verfallen. Von einem neueren Stollen weiß Christa Schuh-Daus, ehemalige Ortsbürgermeisterin von Willwerscheid: "Nur die ersten zehn Meter sind einigermaßen begehbar."
In der Chronik "Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf Land und Leute in alten Fotos" von Professor Erwin Schaaf hat Schuh-Daus einen Absatz über die Grube verfasst. "In den 30er Jahren, als das Hitlerregime zur Vorbereitung seiner Kriege inländische Erzreserven auszuschöpfen suchte, wurde für wenige Jahre in der Grube Neuglück am Sammetbach Kupfererz geschürft", heißt es dort. 1939 wurde die Grube wieder geschlossen. Ob es daran lag, dass die Erz-Ausbeute nicht sehr ergiebig war, oder daran, dass die Männer angesichts des Kriegs dort nicht weiter arbeiten konnten, ist nicht überliefert. Der letzte Besitzer war nach Auskunft des Bergbauamts in Koblenz die Gewerkschaft Neuglück in Hasborn.
Das Erz befand sich in Meeresablagerungen. "Die Grube Neuglück liegt im Schnittbereich zweier Störungszonen. Diese entstanden, als gewaltige Kräfte die mächtigen Ablagerungen des mitteleuropäischen Devonmeeres zusammengeschoben haben", erklärt Martin Koziol, Leiter des Maarmuseums in Manderscheid. "Im Laufe der Gebirgsbildung stiegen aus der Erdkruste 150 bis 250 Grad Celsius heiße, wässerige Erzlösungen in diese Störungszonen auf. Als der Druck beim Aufstieg nachließ, kühlte sich die Minerallösung ab und es kristallisierten Quarz-, Eisen und Kupferminerale aus", berichtet Koziol weiter. Im Maarmuseum in Manderscheid sind solche Gesteinsbrocken aus der Hasborner Kupfergrube zu sehen, etwa das grüne Kupfermetall Malachit oder das blaue Kupfermetall Azurit.Extra

An verschiedenen Orten in der Eifel wurden Erze abgebaut, unter anderem in Bleialf und Weilerbach. In Eisenschmitt wurde im Mittelalter Eisenerz aus Jünkerath und Speicher geschmolzen und zu Ofenplatten mit biblischen Motiven gegossen. Auch in Niederscheidweiler und in Musweiler gab es kleine, heute nicht mehr begehbare Erzsuchstollen. Kupfer ist ein Basismetall und deshalb sehr wichtig. Es leitet Wärme und Elektrizität. In Motoren, Generatoren und Kabeln ist es vorhanden. Und kein Computer kommt ohne Kupfer aus. chb