| 17:21 Uhr

Veranstaltung
Landpartie mit Nebengeräuschen

Angeführt von einer Reihe von Traktoren setzte sich der zweite Himmeroder Corso von Bettenfeld aus in Bewegung.
Angeführt von einer Reihe von Traktoren setzte sich der zweite Himmeroder Corso von Bettenfeld aus in Bewegung. FOTO: TV / privat
Großlittgen/Bettenfeld. Der zweite Himmeroder Corso führte historische Fahrzeuge von Bettenfeld zum Kloster.

Wenn laute Motoren die idyllische Stille über den weiten Gefilden der Vulkaneifel zerreißen, dann aus zwei möglichen Gründen: ein mächtiges Transportflugzeug befindet sich auf dem Anflug auf die US-Militärbasis Spangdahlem oder ein Tross historischer Landwirtschaftsfahrzeuge knattert über die gewundenen Straßen der abgeschiedenen Region.

Letzteres war der Fall bei einer Landpartie an einem sommerlichen Wochenende: dem zweiten Himmeroder Corso.

 Angeführt von einer Reihe Traktoren nahmen diesmal auch ein Mercedes Campmobil Orion, Baujahr 1960 sowie ein Moped Marke Heinkel Tourist und ein Toyota Landcruiser an der Parade teil. Vorneweg fuhr ein „Holder E 12“ Einachser mit Anhänger aus dem Jahr 1961, dessen luftgekühlter Sachs D600 Motor auf eine Höchstgeschwindigkeit von 13 Kilometern pro Stunde ausgelegt ist.

Dahinter folgten die Traktoren: ein „Bautz 200D“ Baujahr 1960 mit luftgekühltem Zweizylinder-Motor, von dem nur knapp 2000 Stück produziert wurden und ein blassblauer Eicher Leopard EM 100 aus dem Jahr 1960, dessen luftgekühlter Einzylinder-Motor ihn auf eine beachtliche Reisegeschwindigkeit von 19 Kilometern pro Stunde bringt.

Als Reserve für den Fall einer Traktorpanne stand noch ein „Knubbel-Deutz“ Baujahr 1953 bereit, musste aber angesichts der Zuverlässigkeit der anderen Oldtimer nicht eingesetzt werden.

Die Karawane der ungewöhnlichen Fahrzeuge brach also um die Mittagszeit auf – von Bettenfeld aus bergan auf die  Höhen der Eifel, wo an einem Aussichtspunkt mit bestem Rundumblick auch schon ein Picknick wartete. Der extra angereiste Ausstellungsmacher und Event-Fotograf Karsten Moll lichtete die Gesellschaft mit historisch angemessenem Gerät ab – unter anderem einer schweren würfelförmigen Plattenkamera in Holzbauweise. Der eigentliche Corso fuhr nach einer weiteren Pause mit Kaffee und Kuchen schließlich von Bettenfeld zum Kloster Himmerod. Die Strecke führte teils durch den Wald, um die Gesäßmuskulatur der Mitfahrenden auf den ungefederten Traktoren zu testen.

Gezeichnet aber glücklich trafen die Teilnehmer schließlich in Himmerod ein, wo Historiker Christoph Wilmer mit einer Führung durch das ehemalige Konventsgebäude aufwartete.

Zum Ausklang der Landpartie versammelten sich alle Teilnehmer in Wilmers Garten zu Speis und Trank. Es wurde auf ihn und den zweiten Hauptorganisator Hans-Peter Kuhnen das Glas erhoben. Und: auf den dritten Himmeroder Corso im nächsten Jahr.