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Vereine
Mit der Kamera durchs Camp

Theresa Berg und Jonas Niesmann während der Dreharbeiten im Flüchtlingscamp in Bangladesch.
Theresa Berg und Jonas Niesmann während der Dreharbeiten im Flüchtlingscamp in Bangladesch.
Salmtal. Theresa Berg hat in Bangladesch einen Dokumentarfilm über das Schicksal einer vertriebenen Minderheit gedreht. Premiere feiert der Film in Bergs Heimatort Salmtal. Die Idee dazu entstand in Bangkok.
Petra Willems

Es war eine Diskussion während eines Seminars an der Universität in Bangkok, die Theresa Berg neugierig machte. In der Hauptstadt Thailands machte die Salmtalerin ein Auslandssemester. An der Uni diskutierten sie und ihre Kommilitonen über das Schicksal der Rohingya, eine ethnische Minderheit, die aus Myanmar vertrieben wurde und nach Bangladesch geflüchtet ist (siehe Extra). „Ich hatte dann irgendwann das Bedürfnis, mir das anzuschauen“, erzählt die 22-Jährige. Gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Jonas Niesmann ist sie nach Bangladesch gereist, um mehr über die Rohingya und deren Situation zu erfahren. Vor Ort haben sie „mit Menschen gesprochen, die geflohen sind“ und die in riesigen Camps an der Grenze ausharren. 900 000 Rohingya verließen allein Ende 2017 ihre Heimat. Theresa Berg machte in den Gesprächen tiefgreifende, erschütternde Erfahrungen, wie sie sagt. „Es kam in den Medien gar nicht wirklich heraus, was dort alles passiert ist“, erzählt sie. Herausgekommen ist ein Dokumentarfilm über das Volk.

Rund eine Woche lang haben Niesmann und Berg vor Ort gearbeitet, unterstützt wurden sie bei Interviews und Treffen von der lokalen Hilfsorganisation Project Kombol um deren Gründer Saif Mithu.

Jeden Tag waren sie in den Camps, um Menschen zu treffen,  mit ihnen zu sprechen und zu drehen. „Wir haben keinen Rohingya  getroffen, der keinen Angehörigen oder Freund während der Unruhen verloren hat“, sagt sie.

Die 30-minütige Dokumentation, die den Titel „Rauch hinter den Hügeln“ trägt, war für beide der erste Dokumentarfilm. Seine Premiere feiert er am Mittwoch, 1. August, 19 Uhr, im Tennishaus in Salmtal. Zudem wird Theresa Berg an diesem Abend einen Vortrag über die Hintergründe halten. Denn in Zusammenhang mit dem Film hat Theresa Berg auch den Verein „Hilfe für Rohingya“ gegründet, für den Theresa Bergs Schwester Sophia (20) die Öffentlichkeitsarbeit koordiniert. Auch beim Schnitt des Filmtrailers war Sophia Berg beteiligt, die wie ihre Schwester mit der Luminous Film Production vor knapp drei Jahren mit dem Kurzfilm „Du kannst.“ für den Camgaroo Award nominiert war (der TV berichtete am 17. November 2015). Das aktuelle Ziel des Vereins: die Finanzierung einer Wasserpumpe in den Camps in Bangladesch. Längerfristig sind weitere Film- und Spendenprojekte in Planung. „Ich freue mich, dass wir den Film zum ersten Mal im Salmtaler Tennishaus zeigen“, sagt Theresa Berg, „denn der Tennisverein organisiert auch einen Spendenlauf für das Projekt.“

Mehr über den Verein Hilfe für Rohingya und die Entstehung des Films gibt es im Internet unter der Adresse http:hilfefuerrohingya.de, wo auch der Trailer zu dem Film zu sehen ist. Zudem gibt es eine Seite im sozialen Netzwerk Facebook unter www.facebook.com/hilfefuerrohingya