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Hobby
Mit der Kleinbahn von Binsfeld nach Philippsheim

Binsfeld/Philippsheim. Modellbahner zeigen in einer Ausstellung Ende Oktober in Binsfeld Pläne, Fotos, Bauunterlagen und Schilder der alten Bahn.

() Den Radweg von Binsfeld auf der ehemaligen Bahntrasse ins Kylltal hinunter kennen inzwischen viele, aber wer hat die Kleinbahn noch im Betrieb erlebt? Wer ist noch mit ihr gefahren und dann in Philippsheim in die Bundesbahn nach Trier umgestiegen?

Antworten wird man auf diese Fragen kaum mehr erhalten, denn im Sommer 1965 wurde die am 6. Mai 1900 eröffnete Schmalspurbahn (75 Zentimeter Spurweite) stillgelegt. Regulären Personenverkehr gab es nur bis 1937 und dann noch einmal von 1946 bis 1950.

Geld verdiente die Bahn vielmehr mit dem Transport von Ton und Ziegeleiprodukten zur Staatsbahn, Kohlen und Baustoffe nach Binsfeld.

Ein erhöhtes Transportaufkommen kam mit dem Bau des Flugplatzes Spangdahlem (1951): Die daran beteiligte Firma Rathjens hatte zusätzlich  eine Diesellok, eine Dampflok und Zementtransportwagen mitgebracht. Mehrere Züge am Tag hätten gefahren werden müssen, erinnert sich Mathias Schommer, der letzte Zugführer der Bahn, und  weiß zu erzählen, dass die Zementwagen  von der Diesellok ab der Tonladestelle übernommen und  über ein provisorisches Anschlussgleis zur Baustelle des Flugplatzes gezogen wurden. Einmal habe die Firma Rathjens versucht, die beladenen Zementwagen mit ihrer Diesellok gleich in Philippsheim abzuholen, doch auf der Steigungsstrecke ab der ehemaligen Haltestelle Dudeldorf hätte sie die Kraft verlassen. „Die haben wir dann mit unserer Dampflok nach oben geschoben“, sagt  Schommer.

Zwei eigene Dampfloks besaß die Bahn: Vor Jahren finanzierte die Gemeinde Binsfeld der 1899 in Heilbronn gebauten Lok 2 eine äußer-
liche Renovierung und ließ diese unter einer Überdachung neben dem mustergültig restaurierten Lokschuppen aufstellen.  Lok 1 kann im Lokschuppen Gerolstein besichtigt werden.

Besonders am Herzen liegt die Bahn dem Heimat- und Kulturverein: Seit Jahren sammeln Helmut Schmitz und sein Team   Fotos, Pläne, Bauunterlagen und Schilder der Bahn. Diese Dokumente dürften nicht in privaten Sammlungen verschwinden, sondern müssten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so Schmitz. Das Ergebnis dieser Tätigkeit wird am 20. und 21. Oktober in der Binsfelder Saalholzhalle vorgestellt. Dazu kommt der Nachbau der Kleinbahn im Maßstab 1:87 mit den Haltestellen Dudeldorf, Herforst mit Tongrube und dem Endbahnhof Binsfeld. Inzwischen ist die Anlage 13 Meter lang, und das Ende der Bautätigkeit nicht abzusehen. „Wir haben uns auch noch den Anschlussbahnhof Philippsheim vorgenommen“, sagt der Bitburger Herbert Schneider lachend, der bei den Modellbahnfreunden Schweich aktiv ist. Helmut Reichelt vom Modelleisenbahnclub Lahnstein-Koblenz, der sich auf den Bahnhof Binsfeld konzentriert, hofft, dass bei der Ausstellung noch weitere Fotos vom Umfeld des Endbahnhofs auftauchen. Gesucht werden Fotos der Bauernhäuser um den ehemaligen Bahnhof, damit diese originalgetreu   nachgebaut werden können.

Damit die großen und vor allem die kleinen Besucher nicht nur gucken können, bringt Herbert Schneider eine großspurige Spielbahn mit, auf der sich zukünftige Lokführer und Modellbahner erproben können. „Unser schönes Hobby braucht unbedingt Nachwuchs, damit es nicht nur als Beschäftigung für Rentner ein Schattendasein fristet“, so die Forderung der Modellbahner.

Geöffnet ist die Ausstellung am 20. Oktober (Samstag) von 14 bis 18 Uhr und am 21. Oktober (Sonntag) von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist  frei.  Wer weitere Informationen benötigt, kann sich an Helmut Schmitz, Telefon 06575/1313, wenden.