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Kultur
Junge Talente, alte Hasen und viel Herzblut

Präsentieren das Programm der Wittlicher Konzerte für die r Spielzeit 2018/19 (von links): Elke Scheid, Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Johannes Baum, Sabine Theunert und Sebastian Langner.
Präsentieren das Programm der Wittlicher Konzerte für die r Spielzeit 2018/19 (von links): Elke Scheid, Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Johannes Baum, Sabine Theunert und Sebastian Langner.
Wittlich. Der Musikkreis Wittlich feiert Jubiläum: Seit 25 Jahren bietet der Verein hochrangige Konzerte an. Neben namhaften Künstlern bekommt auch der Nachwuchs eine Chance.
Petra Willems

Seit einem Vierteljahrhundert organisiert der Musikkreis Wittlich hochrangige Konzerte in der Säubrennerstadt. Ein Engagement, das nicht nur Bürgermeister Joachim Rodenkirch zu schätzen weiß: „Man muss danke sagen, wenn man sieht, dass der Verein seit 25 Jahren auf höchstem Niveau und mit viel Herzblut das alles organisiert.“ Auch die Besucher honorieren das Engagement der Ehrenamtlichen Jahr für Jahr aufs neue. „Wir sind sehr zufrieden mit der Auslastung“, sagt Sebastian Langner, „die war im vergangenen Jahr ziemlich gut.“ Lediglich Klavierkonzerte hätten einen kleinen Ausrutscher nach unten in Sachen Zuschauergunst. „Egal, wen wir einladen“, sagt der Mitorganisator. Das Interesse der Zuhörer spiegele sich auch in der Zahl der Abonnements wieder, die der Verein verkauft. Sabine Theunert: „Die Zahl ist seit Jahren stabil.“

Das große Interesse an dem Angebot des Vereins hat womöglich auch ein bisschen, neben der hohen Qualität der Musiker, die auftreten, mit den verhältnismäßig niedrigen Eintrittspreisen (siehe Info) zu tun. „Wir sind wirklich günstig“, sagt Langner, und ergänzt: „Dadurch, dass wir das als Verein machen, müssen wir das auch günstig anbieten. Das liegt uns aber auch am Herzen, dass es am Preis nicht scheitern soll.“

In diesem Jahr macht ein Konzert der jungen Talente den Anfang der Wittlicher Konzerte. Am 8. September konzertieren die Preisträger der Region. Ansonsten habe man wieder versucht, das Programm (siehe Info) vielfältig zu gestalten. Man sei ein kleiner Verein in einer relativ betrachtet kleinen Stadt, „da kann man es sich nicht leisten, das Programm einseitig zu gestalten. Deswegen ist es bunt.“ Geigenkonzert, Klarinetten- und Multipercussion, Klavier oder Orchesterkonzert – von allem ist etwas dabei. „Wir haben wieder versucht, nur die Creme de la Creme einzuladen, nur Top-Leute nach Wittlich zu holen.“ Und die seien oft begeistert vom Ambiente der Synagoge. „Sie empfinden die Synagoge als schön, als angenehm und loben die Nähe zum Publikum“, sagt Langner.

Der Vorverkauf ist bereits gestartet, eine Bestellliste liegt vor, sagt Sabine Theunert. „Die Konzerte sind gefragt.“ Erst kürzlich habe eine Bekannte zu ihr gesagt, warum man für Auftritte namhafter Künstler nach Luxemburg fahren müsse, wenn es doch auch in Wittlich große Konzerte gebe?

Die Region und ihre Veranstalter sind wichtig für den Verein, wie Sabine Theunert bekräftigt. „Wir legen großen Wert auf regionale Kooperationen und den stetigen Austausch“, sagt sie und nennt als Beispiel die Mozartwochen in der Eifel oder die Villa-Musica-Konzerte. „Mit einer guten regionalen Vernetzung und Zusammenarbeit hat man eine größere Chance, etwas Besonderes zu machen.“

Beim aktuellen Programm des Musikkreises sind solche Kooperationen gelungen, nicht nur mit der Villa Musica oder den Mozartwochen. Gemeinsam mit der Stadt wird es einen Orchestermärz geben: Die Neue Philharmonie Westfalen konzertiert im Eventum, rund drei Wochen später ist das Dogma Chamber Orchestra in der Synagoge zu Gast.