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Infrastruktur
Ungewöhnliche Auflagen für Bauherren

Salmtal . Die Gemeinde Salmtal plant „Auf Sand“ ein neues Baugebiet. Derzeit sind alle 28 Baustellen reserviert, es gibt mehr als 50 weitere Anfragen. Bis zur Baureife sind aber noch einige Hürden zu nehmen.

Die Gemeinde Salmtal ist gut aufgestellt. Die Infrastruktur im 2500-Einwohner-Dorf ist sehr gut. Es gibt zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, die ärztliche Versorgung ist gewährleistet, man hat einen Autobahnanschluss und einen eigenen Bahnhof. Vom Kindergarten bis zur integrierten Gesamtschule inklusive der Möglichkeit zum Abitur können die Kinder und Jugendlichen im Dorf alle Bildungseinrichtungen besuchen, und es gibt fast 30 Vereine.

Dass solche Orte als Wohnorte begehrt sind, überrascht nicht. Deshalb ist der Bedarf an Bauland in Salmtal groß, die Gemeinde kommt momentan kaum nach, genügend Land baureif zu machen. In den vergangenen Jahren wurden  die Gebiete Stierpesch und Allenfeld mit insgesamt 40 Baustellen erschlossen, die bereits alle verkauft sind, die Bauarbeiten laufen bereits. Zwar gibt es in der Gemeinde auch noch private Baustellen, aber sie sind fast nicht verfügbar, weil die Eigentümer sie nicht veräußern wollen. Ortsbürgermeister Anton Duckart: „Im Ort gibt es rund 50 Baustellen in privater Hand, aber es besteht kaum Verkaufsbereitschaft.“ Auch deshalb soll jetzt ein weiteres Neubaugebiet „Auf Sand“ erschlossen werden. Es befindet sich parallel zur Michael-Felke-Straße in Richtung Ortskern. 28 Baustellen sollen dort, in der Nähe der Industrieansiedlungen, entstehen.

Nach der ersten Offenlage, bei der 60 Behörden und die Öffentlichkeit beteiligt waren, hat der Rat nun über die verschiedenen Einwände gesprochen. Das Hauptproblem ist dabei der Lärm. Der Bauhof der Firma Rauen befindet sich südlich des geplanten Areals. Die Firma soll  nicht durch das Baugebiet beziehungsweise dessen künftige Bewohner eingeschränkt werden, und die Bewohner wiederum nicht durch das Unternehmen belastet werden.

Die Lärmschutzwerte, die für das neue Baugebiet angenommen werden, orientieren sich an der Wohnbebauung der Michael-Felke-Straße. Lauter als dort darf es auch „Auf Sand“ nicht werden. Was an Vorkehrungen notwendig ist, damit das gewährleistet ist, hat die Firu-Gesellschaft für Immissionsschutz aus Kaiserslautern ausgerechnet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Lärmschutzwerte eingehalten werden können, wenn ein drei Meter hoher Schallschutz, das kann eine Mauer sein oder ein Wall, gebaut wird. Allerdings gibt es für vier Grundstücke in dem neuen Gebiet eine Einschränkung. Für sie kann der Lärmschutzwert nur im Erdgeschoss eingehalten werden und es muss eine zusätzliche Grundriss-Orientierung für die neuen Häuser durchgeführt werden. Das heißt: Die Bauherren dürfen an der Seite ihrer Häuser  zum  Bauhof der Firma Rauen hin ab dem ersten Geschoss keine Fenster haben oder nur solche, die nicht geöffnet werden können.

Im Gemeinderat stieß das auf Unverständnis. Die Ratsmitglieder waren der Meinung, dass man den Bauwilligen die Ergebnisse der Lärmschutzuntersuchung mitteilt und diese dann selbst entscheiden sollen, ob sie an der besagten Gebäudeseite zu öffnende Fenster haben wollen oder nicht.

 „Wir können das ja auch bei den Grundstückspreisen berücksichtigen“, sagte ein Ratsmitglied zum Beispiel. Darüber und über die Grundstückspreise generell wird der Rat entscheiden, wenn klar ist, was das Baugebiet die Gemeinde insgesamt kostet. Günter Reis von der Verbandsgemeinde Wittlich-Land erklärt: „Es sind nur vier Grundstücke in der ersten Baureihe von den Einschränkungen betroffen, für die anderen gilt das nicht.“

Insgesamt hat der Gemeinderat Salmtal fünf Änderungen im bisherigen Plan beschlossen. Jetzt muss dieser noch einmal offengelegt werden. Wenn keine weiteren Einwände kommen, kann die Gemeinde mit der Erschließungsplanung beginnen. Im Frühjahr, so hofft man, können die Arbeiten starten.

(chb)