| 16:52 Uhr

Neujahrsempfang Stadt Wittlich
Wittlicher stoßen am Neujahrstag an

Wittlicher Sekt schmeckt auch am späten Vormittag des Neujahrstags: Klara Christen (von links), Irmgard Clever, Günther Christen und Rita Junk prosten sich beim Neujahrsempfang der Stadt Wittlich zu.
Wittlicher Sekt schmeckt auch am späten Vormittag des Neujahrstags: Klara Christen (von links), Irmgard Clever, Günther Christen und Rita Junk prosten sich beim Neujahrsempfang der Stadt Wittlich zu. FOTO: Christian Moeris
Wittlich. Warme Klänge, kalter Sekt und viele gute Wünsche: 200 Bürger sind beim Neujahrsempfang der Stadt dabei.

Die Gläser klirren zu exotischen Klängen: Einen musikalischen Start ins neue Jahr erlebten die Gäste des Neujahrsempfangs der Stadt Wittlich in der alten Synagoge.

Während sich viele Gäste am Vormittag des Neujahrstags ein erstes Glas Wittlicher Sekt schmecken ließen, entlockte die junge Musikerin Leonie Schmidt aus Lieser ihrem Marimbafon, einer Variante des Xylofons, warme exotische Klänge. Das Publikum honorierte das kurze Konzert der talentierten Nachwuchsmusikerin, bevor Bürgermeister Joachim Rodenkirch für seine Neujahrsansprache die Bühne betrat, mit kräftig brandendem Applaus. Rodenkirch, der gemeinsam mit seiner Familie etwa 200 Gäste per Handschlag begrüßt hatte, schlug in seiner Neujahrsansprache ebenfalls sanfte Töne an: „In solch einer Zeit der wahnsinnigen Beschleunigung, in der vieles der Beliebigkeit verfällt, sind Traditionen wie unser Neujahrsempfang ein Anker“, sagte Rodenkirch.

Die Verbindungen zwischen den Menschen seien die Grundlage dafür, dass die Gesellschaft vorankomme. „Sie sind der Kit unserer Gesellschaft“.

In vielen Neujahrsansprachen, sagte Rodenkirch, werde beklagt, dass die Welt in Unordnung geraten sei. „Deshalb brauchen wir ein soziales Miteinander.“ Es sei auch sein persönlicher Eindruck, sagte Rodenkirch, dass ein Zeitalter der Zäsur angebrochen sei. Die demokratische Grundordnung sei in die Defensive geraten. Autokraten und Populisten fänden Zulauf.  Das tangiere auch die Basis und Wittlich als Kreisstadt. Diesbezüglich beunruhige ihn die niedrige Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen, sagte Rodenkirch - auch mit Blick auf die im November anstehende Landratswahl. „Mein Appell: Wir müssen von unseren Bürgerrechten Gebrauch machen und uns engagieren.“

Deshalb sei er froh, dass unter den Gästen viele Menschen dabei seien, die sich für die Gesellschaft einbringen. Rodenkirch: „Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir auch die Herausforderungen, die das Jahr 2018 mit sich bringt, meistern. Ich danke Ihnen für Ihr Mittun. Das erzeugt Wärme und ein gutes Gefühl. Alles Gute und ein erfolgreiches 2018.“ Knapp 200 Wittlicher erhoben gemeinsam mit Bürgermeister Rodenkirch das Glas, tauschten gute Wünsche aus und prosteten sich am Neujahrstag in der alten Synagoge zu.

Doch welche Wünsche und Vorsätze haben die Wittlicher für 2018? Der Trierische Volksfreund hat sich im Publikum umgehört:

„Es muss mehr in die Bildung investiert werden, weil viele Jugendliche durchs Raster fallen“, sagte die 69-jährige Marlies Günter. Rolf Bosbach (73): „Ich habe keine großen Vorsätze und Wünsche, außer dass es keinen Krieg und auch keine Terroranschläge gibt.“

Die großen Wünsche seien aber den jungen Menschen vorbehalten, sagte der 73-Jährige. Gute Vorsätze seien ja auch immer schnell vergessen, sagte Marlies Günther (69). „Die Fitnessstudios und Saunen sind zu Jahresbeginn immer proppenvoll. In wenigen Wochen kann man jedoch feststellen, dass die Besucherzahlen dort wieder stark gesunken und die guten Vorsätze  schnell verflogen sind.“