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Bungert Oktoberfest
O’zapft is! Gaudi im Wittlicher Oktoberfestzelt beginnt

Fassanstich beim Bungert Oktoberfest Wittlich 2018 FOTO:
Wittlich. Los geht’s: Sechs Wochen wird jetzt in der Säubrennerstadt Oktoberfest gefeiert. Zur 28. Auflage der Veranstaltung werden in Wittlich mehr als 60 000 Besucher erwartet. Von Christian Moeris

Gestern Abend hieß es zum 28. Mal im Festzelt im Industriegebiet: O‘ zapft is! Mit fünf gekonnten Hammerhieben schlug Bürgermeister Rodenkirch den Zapfhahn ins erste Fass. Die ersten Maßkrüge mit original Münchener Wiesenbier wurden gefüllt. Die flüssige Münchener Spezialität im Maßkrug sei in Wittlich übrigens erschwinglicher als in München selbst: „Bei uns kostet eine Maß Bier neun Euro. In München sind die bei elf bis zwölf Euro.“

Doch der Besucheransturm, auf den sich Festwirt Winfried Bungert mit seinen 200 Mitarbeitern einstellt, lässt sich wohl kaum nur mit einem relativ günstigen Bierpreis erklären.

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Vagabunden sorgen für Stimmung beim Oktoberfest in Wittlich FOTO:

Ob in diesem Jahr allerdings ein neuer Besucherrekord aufgestellt wird, ist fraglich. Bungert. „Vergangenes Jahr hatten wir mit dem 500. Refomationstag einen Feiertag mehr.“

Die Kapazität des Festzeltes sei dennoch ein bisschen erhöht worden. Das 100 Meter lange Festzelt biete jetzt 3000 Sitzplätze und 1800 Stehplätze. Doch selbst diese Größe reiche an etwa drei von 21 Veranstaltungstagen nicht aus, sagt der Festwirt. Denn die bayrische Tradition, Oktoberfest zu feiern, liege im Trend, sagt Bungert. Zudem sei das Oktoberfest in Wittlich mit seiner 28-jährigen Geschichte ja auch mittlerweile eine im Ort gewachsene Tradition.

Aber warum hat das weiß-blaue Fest seit Jahren Konjunktur? „Es sind die Krisen, ob Eurokrise oder andere, weshalb die Leute nach Ablenkung suchen. Und die finden sie, wenn sie beim Bier im Festzelt etwas schunkeln und abfeiern können.“

Programm Gelegenheiten um or­dentlich abzufeiern bieten sich im aktuellen Programm ebenso wie zum gemütlichen Schunkeln. Neben den Mallorca-Stars wird auch wieder reichlich bayrische Stimmungsmusik geboten.

Neu in diesem Jahr: Captain Jack. Die aus den 1990ern bekannte Band wird mit neuem Frontman dem Wittlicher Publikum auf der 90’s Party am Dienstag, 2. Oktober, einheizen. Bungert: „Wir bieten in diesem Jahr wieder ein genauso starkes Programm für ein breites Publikum wie im letzten Jahr.“ Die für einige vielleicht wichtigste Nachricht: Onkel Jürgen ist wieder gesund und Oktoberfest-startklar! Der Auftritt von Jürgen Drews, der wegen eines Krankenhausaufenthalts des Musikers auf der Kippe stand, ist gesichert. Der „König von Mallorca“ wird am Samstag, 29. September, in Wittlich auf der Bühne stehen. „Ich bin wieder gesund – alles bestens und ich hoffe, wir sehen uns wieder in alter Frische“, ließ Drews seine Wittlicher Fans in einer Videobotschaft wissen.

Neben Drews gehören auch wieder Mickie Krause und Mia Julia zu den Highlights im Programm der Mallorca-Künstler.

Hintergrund Damit die Gäste im Zelt einen unbeschwerten Abend erleben, arbeiten jeden Abend im und um das Zelt 200 Menschen. „Wir haben die Sicherheit weiter aufgestockt“, sagt Bungert, „um den Gästen einen angenehmen Abend zu gewähren.“ Die Großveranstaltung sei auch mit immer mehr Auflagen verbunden, sagt Bungert. „Wir hatten schon eine gemeinsame Besprechung mit der Polizei und dem Ordnungsamt, damit die Veranstaltung geordnet abläuft.“ Da die Taschenkontrollen nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen sollten, bittet der Festwirt die Besucher, keine Taschen mitzubringen, die das Maß einer Din-A4-Seite überschreiten. „Bei größerem Ansturm müssen wir bei der Taschenkontrolle um Geduld bitten.“ Bei diesem Sicherheitskonzept kann ja nichts mehr schiefgehen. Der Festwirt steht dennoch wie jedes Jahr zu Beginn der Veranstaltung unter einer „gewissen Anspannung“ und wird in den nächsten sechs Wochen selbst kaum Zeit finden, um zu feiern. „Für mich selbst gilt ein striktes Alkoholverbot. Ich muss zugucken.“

Fassanstich beim Bungert Oktoberfest Wittlich 2018 FOTO: