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Patricia Kelly singt am Krankenbett

 Musik soll heilen helfen: Projektinitiator Theo van der Poel, Pianist Thomas Schwab und Sängerin Patricia Kelly (von rechts) beschenken Patienten am Wittlicher Krankenhaus mit einem Konzert. TV-Foto: Sybille Schönhofen
Musik soll heilen helfen: Projektinitiator Theo van der Poel, Pianist Thomas Schwab und Sängerin Patricia Kelly (von rechts) beschenken Patienten am Wittlicher Krankenhaus mit einem Konzert. TV-Foto: Sybille Schönhofen
Wer im Krankenhaus liegt, kann nicht zum Konzert. In Wittlich kommt die Musik dann künftig auf Wunsch zu ihm. Zum Auftakt sang Patricia Kelly für die Patienten des Verbundkrankenhauses. Schirmherr des Benefiz-Projektes "Musiker in Bereitschaft" ist Thomas Schwab, der die Sängerin am Klavier begleitete. Von unserer Mitarbeiterin Sybille Schönhofen

Bernkastel-Wittlich. Gemeinhin sind Krankenhäuser kein Ort der Freude. Anders das Wittlicher Krankenhaus am Donnerstag. Denn als sich die Türen zu den Patientenzimmern öffnen, tritt Patricia Kelly ein, um den Kranken ihr ganz persönliches, kleines Konzert zu geben. Als Mitglied der Kelly Family füllte sie einst Fußballstadien. Im Wittlicher Krankenhaus singt sie für einzelne Patienten - eine weinende Mutter mit ihrem Kind, einen Schlaganfallpatienten, einen Depressiven.

Hinter dem ungewöhnlichen Besuch steckt die Idee des Krankenhauses, mit Musik heilsame Impulse zu wecken. "Innerlich findet ein Zug nach vorne statt. Die Energie ist unheimlich wichtig für unsere Patienten", beschreibt Musiktherapeut Theo van der Poel den Effekt, der während der zweimonatigen Probephase im vergangenen Jahr spürbar gewesen sei.

"Da bewegt sich was in den Menschen"



Mit Thomas Schwab warb Initiator Theo van der Poel einen Schirmherrn, der als Musiker, Komponist und Produzent einen Namen hat und seine Kontakte nutzen will, um weitere Musiker für das Projekt zu begeistern. Er war es auch, der Patricia Kelly dafür gewann. Einen Glücksfall nennt es das Projektteam: Kelly hat keine Berührungsängste. Sie spricht die Kranken an, berührt sie. Sie selbst empfindet die ungewöhnliche Situation "als Geschenk" und spricht von "Gänsehautmomenten".

"Wir merken, welche Kraft Musik hat. Die Herzen gehen auf", kommentiert sie, was sie an diesem Tag auf den Stationen erlebt, als an Depression erkrankte Patienten sogar eine Polonaise wagten. Alexandra Backes ist Krankenschwester in der Psychiatrie. Sie ist beeindruckt. "Da bewegt sich was in den Menschen."

Professor Andreas Hufschmidt, Chefarzt der Neurologie, bestätigt die positive Wirkung, die Musik auf Kranke haben kann. Er weiß von Schlaganfallpatienten, die singen können, obwohl sie nicht mehr in der Lage sind zu reden. Er spricht von Demenzkranken, mit denen übers Singen noch sinnvoll kommuniziert werden kann und von Parkinsonpatienten, die plötzlich wieder flüssig laufen können, wenn sie Musik hören.

Allerdings betont Theo van der Poel, dass "Musiker in Bereitschaft" nicht zur Therapie gehören. "Wir machen es, weil es uns eine Herzenssache ist." Die Mini-Konzerte sollen fester Bestandteil des Krankenhausalltags werden.

Schwab und Kelly wollen wiederkommen. "Für uns ist es ein Leichtes, mit Musik Geschenke zu machen und deshalb tun wir es gern."

Musikprojekt:

EXTRA

Musikprojekt: Bislang haben sich zehn Musiker gemeldet, die ehrenamtlich regelmäßig im Krankenhaus musizieren werden. Das Krankenhaus hofft auf weitere. Am 26. März gibt es das nächste Konzert, diesmal mit Musikern der Kreismusikschule. Im April tritt der Wittlicher Gospelchor auf. Künstler, die bei "Musiker in Bereitschaft" im Wittlicher St. Elisabeth Krankenhaus mitmachen wollen, wenden sich an Theo van der Poel unter Telefon 06571/15-1536 oder per E-Mail an t.vanderpoel@verbund-krankenhaus.de (sys)