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Blaulicht
Polizeiinspektion ermittelt nach Brand in Wittlich-Neuerburg: Schlägerei und Feuer in einer Nacht

Zwei Autos und ein Gebäudeteil samt Dachstuhl sind in Wittlich-Neuerburg ausgebrannt.
Zwei Autos und ein Gebäudeteil samt Dachstuhl sind in Wittlich-Neuerburg ausgebrannt.
Wittlich. Wenige Stunden bevor es auf einem Anwesen in Wittlich-Neuerburg zu einem Brand gekommen ist, soll es nach Berichten mehrerer Anwohner dort auch eine brutale Prügelei gegeben haben. Die Anwohner vermuten einen Zusammenhang. Von Christian Moeris

Ein verheerendes Feuer griff in der Nacht auf Dienstag in Wittlich-Neuerburg um sich. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand, der gegen 2.30 Uhr ausbrach, zu löschen. Wenige Stunden nach dem Einsatz erklärte die Polizeiinspektion Wittlich, ein Autobrand habe in der Nacht auf Dienstag in Wittlich-Neuerburg auf ein zweistöckiges Wohnhaus übergegriffen.

Der Dachstuhl des Wohnhauses brannte trotz der Löscharbeiten vollständig aus, so dass das Gebäude nun nicht mehr bewohnbar ist. Den Sachschaden der zwei abgebrannten Autos und eines Gebäudeteils samt Dachstuhl beziffert die Polizei auf 150 000 Euro (der TV berichtete).

Seitdem wird ermittelt. Spontane Selbstentzündung schließt die Polizei mittlerweile aber eher aus.

„Nach den bisherigen Erkenntnissen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Brand durch Fremdeinwirkung verursacht wurde“, erklärt Bernd Rehm, stellvertretender Leiter der Kriminalinspektion Wittlich.

Anwohner Doch wie sieben Anwohner, die lieber anonym bleiben möchten, berichten, soll es wenige Stunden vor dem Brand in der Akazienstraße noch zu weiteren ungewöhnlichen und unerfreulichen Ereignissen gekommen sein.

Zufälligerweise, so berichten die Anwohner, sollen sich diese Ereignisse ebenfalls auf dem Anwesen, das kurze Zeit später in Flammen aufging, zugetragen haben. Wenige Stunden vor dem Feuer, so gegen 20.15 Uhr am Montagabend, soll es dort zu einem lauten Streit und einer brutalen Schlägerei gekommen sein.

In deren Verlauf soll ein etwa 40-jähriger Mann, der auch im Ort wohnen soll, am Kopf verletzt worden sein. „Er lief danach blutüberströmt und mit Geschrei die Straße hoch“, sagt eine Anwohnerin.

Er soll ein Techtelmechtel mit der Frau einer der Bewohner des Hauses gehabt haben, weiß eine Nachbarin zu berichten. „Das wissen alle hier im Dorf.“ In dem abgebrannten Haus, auf dessen Grundstück sich auch gestritten und geschlagen worden sein soll, sagt eine andere Nachbarin, hätten  Arbeiter aus Rumänien sowie eine Frau gewohnt. „In dem Haus wurde oft nachts laut gestritten und zwar in solcher Lautstärke, dass ich nicht schlafen konnte.“

Doch zurück zum Montagabend: Der Bewohner eines anderen Hauses in der Akazienstraße erzählt: „Es war gegen 20.15 Uhr. Da klingelte es an der Tür. Er stand mit blutverschmiertem Gesicht vor mir und sagte: ‚Ich bin verletzt. Man hat mich geschlagen. Können sie mir helfen.’“ Da der etwa 40-jährige Mann keine Strümpfe angehabt habe, „und es ziemlich kalt war“, wie der Anwohner sagt, habe man dem Mann auch Strümpfe gegeben. „Ich habe dann die Polizei gerufen und die haben den Krankenwagen gerufen.“

Für die Anwohner der Akazienstraße war das ein überaus ereignisreicher Abend. „Man glaubt ja nicht an Zufälle“, sagt ein Anwohner, „aber natürlich darf man auch niemanden vorverurteilen, was immer schnell passiert.“

Dennoch sind sich die Bewohner der Akazienstraße in einem Punkt einig: Sie vermuten, die vorangegangene Schlägerei könne im Zusammenhang mit dem wenige Stunden später ausgebrochenem Feuer stehen.

Polizei Auf TV-Anfrage bestätigt die Kriminalinspektion Wittlich, „dass es im Vorfeld des Brandes wohl eine Auseinandersetzung gegeben hat, in deren Zusammenhang auch die Polizei im Einsatz war.“

Ob dieser Vorfall mit dem Brandgeschehen in Zusammenhang stehe, erklärt die Kripo, werde im Rahmen der Ermittlungen geprüft. Bislang könne ein Zusammenhang weder ausgeschlossen noch bestätigt werden.