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Wittlich
Projekt kommt immer mehr ins Rollen

Wittlich. Das Wittlich Shuttle, das 2016 unter dem Namen Rufbus gestartet ist und dessen Konzept modernisiert und digitaler wurde, läuft immer besser. Die Nachfrage ist jedoch nicht in allen Teilen Wittlichs gleich hoch.

Die Entscheidung, das Konzept des Wittlicher Rufbusses zu ändern, zu modernisieren und zu digitalisieren und damit mit einem bis dahin bundesweit einmaligen Service an den Start zu gehen, hat sich scheinbar gelohnt. Seit der Einführung einer App, mit der der Bus per Smartphone gebucht werden kann, ist die Zahl der Fahrgäste gestiegen. Das zeigt eine Erhebung der Stadt.

Das Projekt: Der Wittlicher Rufbus startete am 1. August 2016 und war zunächst auf zwei Jahre festgelegt. Die Kosten für die Stadt lagen bei 135 000 Euro, verteilt auf zwei Jahre. Die Fahrzeiten waren festgelegt: montags bis freitags von 8 bis 12 sowie von 14 bis 18 Uhr auf telefonische Bestellung, es gab rund 70 Haltestellen in der Stadt.

Im Dezember 2017 startete die Stadt dann die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Ioki, einer Tochterfirma der Deutschen Bahn. Ende Mai ging das neue Buskonzept von der Testphase in den Regelbetrieb über. Mit diesem Übergang wurde ein zweiter Bus in Betrieb genommen, und die Fahrtzeiten wurden ausgeweitet. Die Busse verkehren seitdem montags bis freitags von 5 bis 20 Uhr zwischen den 70 Haltestellen. Die Gestaltung der Fahrzeuge hat sich ebenfalls verändert. Sie fahren unter dem Namen „Wittlich Shuttle“. Die Buchung einer Fahrt ist seitdem nicht nur per Telefon, sondern auch über die von Ioki entwickelte App möglich. Der Start des bundesweit ersten „digitalen Rufbusses“ der Deutschen Bahn hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Modell soll auch in anderen Städten Deutschlands zum Zug kommen, unter anderem nahm Anfang August in Hamburg ein ähnliches, an das Wittlicher Modell angelehntes Projekt den Betrieb auf.

Die Fahrgastzahlen: Insgesamt nutzten in den ersten zwei Jahren 8875 Menschen den Wittlicher Rufbus beziehungsweise das Wittlich Shuttle. In dem aktuellen Kalenderjahr nutzten von Januar bis Juli 3205 Menschen das Angebot. Ein deutlicher Anstieg der Nutzerzahlen ist seit der Inbetriebnahme der App Ende Mai sichtbar, wie eine Erhebung der Stadt zeigt. Nutzten im Mai 445 Menschen den Bus, waren es im Juni bereits 580. Im Juli waren es 645 Menschen, und die bisher höchste Auslastung hatte der Bus im August mit 927 Fahrgästen. Insgesamt hat die Stadt seit dem Start im August 2016 in vier Zeiträumen die Fahrgastzahlen überprüft: einmal von August 2016 bis Januar 2017, dann von Februar 2017 bis Juli 2017, von August 2017 bis Januar 2018 und von Februar bis Ende Juli des aktuellen Jahres. In allen Vergleichszeiträumen sind die Nutzerzahlen gestiegen. Von 1628 Menschen im ersten Zeitraum über 2014 im zweiten, 2433 im dritten bis auf 2780 im bisher letzten. Die gestiegenen Nutzerzahlen wirken sich auch auf den Zuschuss der Stadt pro Fahrgast aus: Mussten anfangs 20,73 Euro zugeschossen werden pro Nutzer, sind es jetzt 12,14 Euro. Im Durchschnitt waren es 15,21 Euro pro Fahrgast in den ersten zwei Jahren.

Die Beliebtheit der Haltestellen: Die am stärksten genutzten Haltestelle ist der Zob, gefolgt von Krankenhaus und Talweg. Weiter unter den zehn beliebtesten Haltestellen finden sich der Edeka-Markt, Altenzentrum, Marktplatz, St. Paul, Maria Grünewald, der Hauptbahnhof in Wengerohr und Rommelsbachstraße/Sternbergstraße. Am wenigsten genutzt werden die Haltestellen Realschule plus, Neuerburg-Birkenstraße, Zur schwarzen Brücke, Unterer Bergweiler Weg, Rochussiedlung, L 52 Edisonstraße, Brunoystraße, Landwirtschaftskammer, Schwimmbad und Wengerohr-Friedhof. In der Kernstadt gibt es, so die Erhebung, viele Fahrten zwischen Zob, Krankenhaus und Vitelliuspark. Aus Lüxem, Dorf und Neuerburg gibt es eine vergleichbar schwache Nachfrage, aus Bombogen in die Kernstadt eine starke.