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Projekte für Senioren gesucht

Am Infostand der Gemeinde Reil diskutieren die Besucher über die umgesetzten Projekte der Ortsgemeinde. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Am Infostand der Gemeinde Reil diskutieren die Besucher über die umgesetzten Projekte der Ortsgemeinde. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Wittlich. Mit einem Ideenwettbewerb sucht der Landkreis nach Projekten, von denen die Senioren im Kreis profitieren können. Hintergrund sind der demografische Wandel und die steigende Zahl an Senioren im Kreis. Die besten Ideen, die bis zum 31. Oktober eingereicht werden, werden vom Kreis mit insgesamt 21 000 Euro prämiert. Christoph Strouvelle

Wittlich. Der demografische Wandel bleibt ein Dauerbrenner in unserer Gesellschaft. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter, während die Zahl der jungen Menschen zurückgeht. Die Kreisverwaltung veranstaltet deshalb zum dritten Mal ihren Ideenwettbewerb "Zu Hause alt werden im Landkreis Bernkastel-Wittlich". Damit will die Verwaltung neue Ideen unterstützen, die älteren Menschen im Kreis zugutekommen. Insgesamt stellt die Kreisverwaltung 21 000 Euro zu Verfügung, um neue Konzepte zu fördern. "Immer mehr Menschen wollen zu Hause alt werden", sagt Pascal Schleder, zuständiger Leiter des Geschäftsbereichs drei der Kreisverwaltung, der für soziale Themen zuständig ist. 90 Gäste waren zur Eröffnungsveranstaltung ins Kreishaus gekommen.
Bis 31. Oktober bewerben


Bis 31. Oktober können Vereine, Gemeinden oder Institutionen ihre Ideen und Konzepte vorstellen. Schwerpunkte sind Ansprechpartner vor Ort, die Senioren beispielsweise als so genannte Kümmerer unterstützen, aber auch Versorgungsangebote wie Seniorencafés oder Fahrgelegenheiten wie ein Bürgerbus.
Damit hat die Kreisverwaltung die Schwerpunkte der beiden vorherigen Ideenwettbewerbe zusammengelegt. "Wir wollen damit die Institutionen erreichen, die sich bisher nicht an den Wettbewerben beteiligt hatten", sagt Sozialplaner Mirko Nagel, der für die Kreisverwaltung den Wettbewerb koordiniert. Bei den vorherigen Wettbewerben hatten sich zusammen 32 Initiativen für eine Unterstützung beim Kreis beworben. Nagel hofft auf eine ähnlich hohe Beteiligung. Die Probleme, die der demografische Wandel mit sich bringt, sollen so in den 107 Gemeinden des Kreises als Thema aufgegriffen werden. Nagel führt als Beispiel die mangelnde Mobilität der Senioren an. Wie sollen diese von den Dörfern zum Arzt kommen? Wie sollen diese zur Bank kommen, um ihre finanziellen Dinge zu regeln? Ein Senioren-Fahrdienst kann hier helfen.
Pflegezahlen steigen


Axel Leischner, der die Veranstaltung musikalisch umrahmt hat, stellte seine Erfahrungen mit dem Mülheimer Seniorencafé vor. Waren es 2006 noch 40 Personen, die daran teilgenommen haben, sind es heute nur noch 20. "Die Älteren sterben, und von den Jüngeren kommt keiner nach", sagte er.
Nagel stellte bei der Eröffnung die Pflegezahlen von 2011 vor. Neuere Statistiken gibt es noch nicht. Demnach waren damals 3319 Personen im Landkreis pflegebedürftig und in einer der drei Pflegestufen eingeteilt. Das entspricht einem Anteil von 2,8 Prozent an der Bevölkerung. 1999 waren es mit 2568 Männern und Frauen noch deutlich weniger. Von den 3319 Personen wurden 2286 zu Hause versorgt. Bei 1507 Personen haben das die Angehörigen erledigt, bei den anderen 779 die ambulanten Pflegedienste. Lediglich 833 pflegebedürftige Personen wohnten 2011 im Heim.
Als Ergänzung der Veranstaltung stellten sich an Infoständen die Vertreter von sieben Projekten vor, die bei den vorherigen Auflagen des Wettbewerbs ausgezeichnet wurden.
Unter den Besuchern war auch Hans-Peter Pesch von der Ehrenamtsagentur. "Wir haben ebenfalls schon Projekte auf den Weg gebracht, wie Fahrhilfen oder Sperrmüllhilfen und möchten uns am Wettbewerb beteiligen", sagt er. Monika Gassen gehört neu dem Lüxemer Ortsbeirat an und hat die Gelegenheit genutzt, sich über die Angebote für das Altwerden zu Hause zu informieren. Ihr schwebt ein Generationenprojekt vor, an dem sich auch jüngere Leute beteiligen können.
Extra

Vereine und Institutionen, die sich am Wettbewerb beteiligen wollen, finden die Unterlagen im Internet auf der Homepage der Kreisverwaltung unter den Rubriken Bürgerservice und Seniorinnen und Senioren unter dem Link "Projekt, Zu Hause alt werden‚" zum Download oder wenden sich telefonisch unter 06571/142408 an Projektkoordinator Mirko Nagel bei der Kreisverwaltung. cst