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Radweg: Am Erdhügel ist noch lange nicht Schluss

Wittlich. Die neue asphaltierte Strecke zwischen Wittlich und Wengerohr ist kein Radweg. Deshalb ist am Erdhügel vor dem St.-Paul-Kreisel Schluss (der TV berichtete). Radfahrer lassen sich davon aber nicht stoppen, und das kann gefährlich werden. Ob ein Drängelgitter und damit ein offizieller Radweg möglich ist, bleibt ungewiss.

Wittlich. Eigentlich soll am Erdhügel am St.-Paul-Kreisel kurz vor Wengerohr Schluss sein. Doch das aufgeschüttete Hindernis stoppt die Radfahrer nicht. Wer bis dahin bequem über die asphaltierte ehemalige Bahntrasse neben der B 50 geradelt ist, will weiter. "Alles klettert über den Hügel und stolpert über die Straße. Das ist doch Wahnsinn und noch gefährlicher, was jetzt da passiert", sagt Ralf Dörrenbecher (SPD) im Sozialausschuss zu "dem neuen Radweg am St.-Paul-Kreisel, der keiner sein darf und so schön zugeschüttet wurde."
"Ich beobachte das auch jeden Tag. Entweder macht man den Weg ganz dicht oder die Sandkuppen müssen weg", sagt Harald Fau (FWG). Bürgermeister Joachim Rodenkirch hat deshalb Kontakt zum Landesbetrieb Mobilität (LBM): "Wir haben dem LBM mitgeteilt, dass wir mit der Lösung unzufrieden sind." Ein Drängelgitter, an dem Radfahrer stoppen und absteigen müssen, könne helfen.
Vorerst bleibt aber der Abschnitt zwischen Wittlich und dem Kreisel ein Wirtschaftsweg mit einer in der Praxis nutzlosen, womöglich gefährlichen Barrikade. "Wer erst einmal bis dahin geradelt ist, der dreht doch nicht mehr um und fährt die ganze Strecke zurück", heißt es dazu im Ausschuss.
Entschieden wird derzeit mit den Füßen auf den Pedalen: Obwohl es auf der anderen Straßenseite der B 50 längst einen Radweg gibt, findet mancher den Wirtschaftsweg attraktiver - trotz Erdhügel. Jetzt hat der LBM für die neuralgische Kreiselkreuzung ein Drängelgitter in Aussicht gestellt (der TV berichtete).
Woran\'s derzeit hängt? Rolf Becker, Ordnungsamt der Stadtverwaltung, sagt: "Der LBM hat geprüft und bei einer entsprechenden Beschilderung zugestimmt. Momentan wehren sich noch Kreis und Polizei dagegen." Bürgermeister Joachim Rodenkirch sagt: "Der Weg wäre schon toll. Aber wir sind nicht Chef im Ring."
Entstanden ist die Strecke, die die Radfahrer erobern, im Auftrag des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum. Mit dem Wirtschaftsweg sollen die angrenzenden Felder besser erreichbar werden. Gezahlt hat den Ausbau im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens Altrich-Platten-Wengerohr der Bund. sos

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