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Wittlich
Raser in der Schritttempo-Zone am Wittlicher Lieserufer

So stellt sich die Situation in der Feldstraße dar: Wenn viel Verkehr herrscht, funktioniert das Miteinander. Einzelne Autofahrer aber rasen geradezu in der verkehrsberuhigten Zone.
So stellt sich die Situation in der Feldstraße dar: Wenn viel Verkehr herrscht, funktioniert das Miteinander. Einzelne Autofahrer aber rasen geradezu in der verkehrsberuhigten Zone. FOTO: Klaus Kimmling
Wittlich. Eine Geschwindigkeitsmessung im verkehrsberuhigten Bereich der Feldstraße am neugestalteten Lieserufer in Wittlich liefert ein erschreckendes Ergebnis. An die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit hält sich dort kaum jemand. Von Christian Moeris

Eine erwachsene Person und ein Kind spielen auf einer Fahrbahn Ball. Auch ein  Auto und ein Haus sind auf dem blauen rechteckigen Schild zu erkennen, das am Eingang des verkehrsberuhigten Bereichs in der Wittlicher Feldstraße steht. Spielen ist für Kinder dort erlaubt, eben weil dort Fahrzeuge nur Schrittgeschwindigkeit, maximal zehn bis 15 Kilometer in der Stunde, fahren dürfen. Deshalb nennen viele solch einen verkehrsberuhigten Bereich auch „Spielstraße“.

Doch in Wittlichs neuer „Spielstraße“ am umgestalteten Lieserufer in der Feldstraße sollten Kinder derzeit tunlichst eines unterlassen: Dort zu spielen. Denn wie amtliche Tempomessungen ergeben haben, wäre das dort gerade zu lebensgefährlich.

Wie Jan Mußweiler, Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung Wittlich, auf der jüngtsen Sitzung des Bau-  und Verkehrsausschusses erklärte, habe eine neue Geschwindigkeitsmessung der Stadtverwaltung ergeben, dass sich kaum ein Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halte. Musweiler: „Der Durchschnitt fährt 39 Kilometer in der Stunde. Das ist erschreckend, weil es weit weg ist von einem verkehrsberuhigten Bereich.“ Bei einem Mittelwert von Tempo 39 ist klar, dass die Hälfte der Verkehrsteilnehmer noch weit schneller unterwegs ist. „In der Spitze wurden dort 68 Kilometer in der Stunde gemessen“, sagt Mußweiler. Nur die Minderheit halte sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Für diese Statistik habe die Stadt vom 22. bis zum 28. Juni in der Feldstraße mit einer Geschwindigkeitstafel, die dem Fahrer anzeigt, wie schnell er unterwegs ist, gemessen. So wurde die Geschwindigkeit von 9000 Fahrzeugen erfasst und ausgewertet. Verwunderlich sei, sagt Mußweiler, dass eine vorangegangene Messung mit einem verdeckten Messgerät ein niedrigeres Ergebnis, nämlich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometern in der Stunde, ergeben habe.

Doch die aktuelle Messung mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von Tempo 39 sei plausibel, meint Mußweiler, und würde auch die von Bürgern vorgetragenen Beschwerden bestätigen. Bürgermeister Rodenkirch: „Niemand hält sich mehr an irgendwelche Regeln.“ Das zeige auch die unendliche Zahl an Falschparkern im Stadtgebiet. Wie Musweiler erklärte, habe man nun als erste Maßnahme ein Emblem der Spielstraße auf den rötlichen Asphalt der Feldstraße pinseln lassen.  Wenn das nicht das gewünschte Ergebnis liefere, müsse die Stadtverwaltung auch bauliche Maßnahmen in Erwägung ziehen, um die Geschwindigkeitsüberschreitungen im verkehrsberuhigten Bereich einzudämmen.

Zu schnell unterwegs.
Zu schnell unterwegs. FOTO: klaus kimmling (kik)