| 17:07 Uhr

Energiewende
Salmtal sagt Ja zur Trasse aber Nein zum geplanten Ort

Oliver Sanders von der Firma Amprion misst das Magnetfeld unter der Hochspannungsleitung. Der Wert liegt mit mit 0,5 Mikrotesla unter dem EU-Grenzwert von 100 Mikrotesla. Neben der magnetischen Feldstärke beschreibt auch die magnetische Flussdichte die Stärke eines magnetischen Feldes. Maßeinheit ist das Tesla.
Oliver Sanders von der Firma Amprion misst das Magnetfeld unter der Hochspannungsleitung. Der Wert liegt mit mit 0,5 Mikrotesla unter dem EU-Grenzwert von 100 Mikrotesla. Neben der magnetischen Feldstärke beschreibt auch die magnetische Flussdichte die Stärke eines magnetischen Feldes. Maßeinheit ist das Tesla. FOTO: Christina Bents
Salmtal. Die Firma Amprion wird die Hochspannungsleitung in Salmtal erneuern. Die Anwohner haben Bedenken wegen gesundheitlicher Risiken und wollen einen Mast versetzt haben, aber ganz so einfach ist das nicht. Von Christina Bents

Die Gemeinde Salmtal hat eine klare Position, was den Bau einer Starkstromleitung auf ihrer Gemarkung angeht. Karl Klein, Gemeinderatsmitglied sagt bei der Bürgerinformation der Firma Amprion, die die Leitung bauen wird: „Wir wollen die Trasse nicht verändern, wir wollen sie nicht verhindern, aber wir wollen einen Mast um 300 Meter versetzt haben.“

Amprion ist mit Experten nach Salmtal gekommen um über ihr Vorhaben zu informieren und vor Ort die Messung der Magnetfelder, öffentlich vorzunehmen. Anton Duckart, Ortsbürgermeister sagt: „Ich begrüße das sehr, dass die Firma mit kompetenten Leuten da ist, und das Gespräch mit den Bürgern führt.“

Der Netzbetreiber baut auf der bestehenden Trasse eine neue Leitung von 110 Kilometern Länge, von Koblenz-Metternich bis nach Niederstedem bei Bitburg. Die Kosten liegen bei rund 145 Millionen Euro. Der erste Abschnitt bis Pillich ist fast fertig gebaut, der zweite bis Wittlich-Wengerohr kommt im kommenden Jahr ins Planfeststellungsverfahren, und im dritten beginnt man mit den Gesprächen in den Gemeinden. Nötig ist die neue Leitung wegen der Energiewende mit vielen kleinen Stromerzeugern und der Windenergie.

Die Masten werden in der Lage sein, zwei Leitungen mit 380 Kilovolt Leistung und eine mit 110 Kilovolt Leistung für den Energieerzeuger Westnetz zu tragen. Die bestehenden Masten können das, aus statischen Gründen und wegen der Abstände, die zwischen den Leitungsseilen sein müssen, nicht. Im Salmtal läuft die Trasse nördlich des Ortes Richtung Wittlich vorbei. Bei Bürgerin Rosi Köpf läuft die Leitung direkt über ihrem Garten. Auch sie ist bei der Veranstaltung dabei, weil sie Angst um die Gesundheit ihrer Familie hat, „denn Magnetfelder können Sinnes-, Nerven und Muskelzellen beeinflussen“ und je weiter die Leitung weg ist, desto geringer ist die Kraft des Magnetfeldes.

Sie sagt: „Die Fachleute, die hier sind, sind kompetent, auch die Messung in meinem Garten war korrekt, aber meine Bedenken sind nicht ausgeräumt. Die Anwohner der Straße werden den Gemeinderat unterstützen, wenn er darum kämpft, dass der Mast um 300 Meter versetzt wird.“ Die Projektsprecherin Nancy Kluth argumentiert: „Wir müssen uns an die vorgegebene Trasse halten. Wir können den Mast um 60 Meter versetzen, dann sind wir an der Grenze der Trasse.

Wenn wir darüber hinaus gehen, müssen wir dafür Argumente haben, um das genehmigt zu bekommen, beispielsweise einen Bebauungsplan für ein Baugebiet oder wenn die Leitung direkt über eine Bebauung führen würde. Zudem ist weiter nördlich ein Vorranggebiet regionaler Biotopverbund vermerkt.“ Aus Sicht der Gemeinde, wäre es gar kein Problem den Mast zu versetzen. Karl Klein sagt: „Da wäre nichts abzuholzen, da sind keine Anwohner. Von einem Biotop weiß hier im Ort keiner etwas.“

Ratsmitglied Bruno Lütticken fasst zusammen, warum der Mast weiter weg soll: „Es gibt bei dem geplanten Abstand eine erhebliche Gesundheitsgefahr für die Menschen, die Baugrundstücke im Bereich Allenfeld sind nur schwer oder nicht vermarktbar, die im Einwirkungsbereich von 400 Meter stehenden Häuser könnten einen Wertverlust erleiden.“ Die Messungen vor Ort hätten allerdings ergeben, dass die bestehenden EU-Grenzwerte weit unterschritten würden. Doch in den Ländern der EU solle es einige geben, die sich deutlich geringere Werte freiwillig auferlegt hätten.

Anton Duckart sagt: „Auch wenn die Grenzwerte eingehalten sind, die Menschen hier vor Ort machen sich Sorgen, weil sie das Gefühl haben, dass die Leitung zu nah an ihren Häusern steht und das Magnetfeld ihrer Gesundheit schaden könnte. Wir würden die Amprion auch mit unseren Kenntnissen und Kontakten vor Ort unterstützen, dass das umsetzbar wird.“