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Salmtal
Das Salmtalstadion soll allen offen stehen

 Der Leichtathletikbereich im Salmtalstadion ist marode und muss saniert werden. Doch die Verbandsgemeinde will, dass künftig nicht mehr nur Vereine von den Investitionen profitieren. Alle Bürger sollen Zutritt erhalten.
Der Leichtathletikbereich im Salmtalstadion ist marode und muss saniert werden. Doch die Verbandsgemeinde will, dass künftig nicht mehr nur Vereine von den Investitionen profitieren. Alle Bürger sollen Zutritt erhalten. FOTO: sve sve (sve)
Salmtal. Die Verbandsgemeinde will alle Sportstätten in der VG erfassen, unter die Lupe nehmen und dem aktuellen  Bedarf der Bevölkerung anpassen.

Es ist schon eine Weile her, dass der FSV Salmrohr in der zweiten Bundesliga gespielt hat, um genau zu sein, war das in der Saison 1986/1987. Die Spiele fanden im Salmtalstadion statt, das 1981 gebaut wurde. In den Zweitligajahren wurde eine Sitzplatztribüne für 1300 Besucher errichtet. Seitdem hat sich einiges getan. Der FSV Salmrohr spielt nicht mehr in der zweiten Bundesliga, sondern in der Rheinlandliga. Das Stadion wird aber immer noch stark genutzt, hauptsächlich durch die IGS Salmtal, die Grundschule Salmtal und natürlich vom FSV Salmrohr.

Doch ein Großteil der Steuerzahler, mit deren Geld Reparaturen an und im Stadion durchgeführt werden, hat gar keinen Zutritt zu dieser Infrastruktur. Wer beispielsweiuse am Abend dort mal gerne ein Ründchen laufen würde, der muss bislang draußen bleiben.

„Das soll sich in der Zukunft ändern“, sagt Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses.  „Das Stadion soll für alle und immer zugänglich gemacht werden. Zum Beispiel würden auch mal gerne Bürger aus Dreis die Laufbahn nutzen.“ Die VG könne für das Stadion nicht ständig so viel Geld in die Hand nehmen, „damit dort nur Vereine ein oder zweimal in der Woche trainieren.“

Doch aktuell ist das Stadion nicht gut genug in Schuss, als dass man dort überall trainieren könnte. Die Leichtathletikelemente sind nach 37 Jahren in einem desolaten Zustand. Junk erklärt: „Mit Ausnahme des Spielfelds sieht es im Stadion schlecht aus. Die Laufbahn und die Sprunggrube sind jetzt durch 15 ehrenamtliche Helfer wiederhergerichtet worden. Aber um es dauerhaft zu sanieren, müssen wir Geld in die Hand nehmen“

In vergleichbaren Fällen habe eine umfassende Sanierung dazu geführt, dass anschließend mehr Menschen die Einrichtung nutzen würden, sagt Junk.

Für die Verbandsgemeinde stellt sich jetzt die Frage: Wie sollte man die Sportstätte sanieren, damit möglichst viele Menschen etwas davon haben? Es gibt verschiedene Vorschläge wie beispielsweise den zusätzlichen Bau eines Basketball- oder Volleyballfeldes. „Was gemacht wird, steht noch nicht fest, aber ich würde es gut finden, wenn das Stadion für den Breitensport offen wäre“, so Dennis Junk.

So wie in Salmtal, ist es bei vielen Sportstätten in der Verbandsgemeinde. Sie wurden vor einigen Jahrzehnten gebaut, aber mit der Zeit ändert sich der Bedarf. Zu Zeiten der großen Erfolge von Boris Becker und Steffi Graf wurden beispielsweise unzählige Tennisvereine gegründet und auch Tennisplätze gebaut. Doch die große Tenniseuphorie ist vorbei: Nur noch auf einigen wenigen Plätzen wird gespielt, die meisten liegen brach. Wie man diese umnutzen kann, damit sie den Bürgern der Gemeinden wieder für ihren Sport zur Verfügung stehen, soll jetzt eine Studie, die die Verbandsgemeinde beim Institut für Sportentwicklung der Europäischen Akademie in Trier in Auftrag gibt, klären. Und das nicht nur für das Salmtalstadion und Tennisplätze, sondern für alle 68 Sportstätten, die in 35 Ortsgemeinden der VG zu finden sind.

Die Verbandsgemeinde will dafür mit den Ortsgemeinden und Vereinen zusammenarbeiten, um so ein umfassendes Bild über die Sportstätten und das Angebot in der VG zu bekommen. Damit soll zunächst der Bestand erfasst und analysiert werden. Als Ergebnis will die Verwaltung aber zum Schluss ein Sportentwicklungskonzept in den Händen halten, das dem tatsächlichen Bedarf und Wünschen der Bürger entgegenkommt. Ein Beispiel dafür ist Niederscheidweiler. Dort gab es einen Sportplatz, auf dem aber nur noch eine Freizeitmannschaft gespielt hat. Für Kinder war der Weg zum Platz, der direkt an einer Kreisstraße liegt, gefährlich. Deshalb wurde er kaum genutzt. Die Einwohner haben sich von daher für eine neue Kleinfeldanlage mit Kunstrasen an der Schutzhütte ausgesprochen, die mit Hilfe von Zuschüssen umgesetzt wurde.

Die Studie, die der Verwaltung auch wichtige Zahlen für mögliche Zuschüsse liefern soll, soll rund 12 000 Euro kosten.